Schlagwort-Archive: UVEK

Geld regiert den Äther

..und nicht etwa die Politik, wie nun auch das UVEK anerkennen muss.

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Abteilung Erpressung und Bestechung

Eigentlich mögen wir den Herrn Lebrument ganz gut. Das scheint ein netter, intelligenter Kerl zu sein, der gerne mal auf den Tisch klopft. Scheint so n Bergmensch zu sein. Die machen ja gerne mal etwas Lärm, wenn’s den eigenen Interessen nutzt.

So lancierte Lebrument gestern via Südostschweiz am Sonntag einen Angriff auf das UVEK. Das war eine schöne Flanke, eine fiese, raffinierte, ja gar gemeine Flanke. Deren Inhalt bedeutet aufs Wesentliche runtergebrochen: kommt Schawi, werde ich gehen.

Zwischen den Zeilen liest man: diese, meine Zeitungen will sowieso keine Sau, denn ich bin der einzige, der Berg und Tal da hinten mit Informationen versorgt. Das Volk ist in der Gewalt der Informationsgeisel. Natürlich ist es längst nicht mehr an Grossmogul Lebrument zu entscheiden, was „sein“ Medienkonzern kauft oder verkauft. Längst reden auch seine Kinder und weitere Aktionäre mit.
Trotzdem ist es beeindruckend, wie ein einzelner Verleger versucht gegen den Staat zu Felde zu ziehen und sich mit allen möglichen Mitteln zu wehren.

Ich bin ja mal gespannt, ob sich Moritz erpressen lässt. Interessant wird auch sein zu sehen, wie Roschee (der andere, nicht der von der WW) reagiert. Vielleicht kauft er gleich alles und steigt auch noch ins Zeitungsgeschäft ein.

Energy: Der Feind meines Feindes ist auch mein Freund.

Der Zürcher Radio-Streit geht in eine neue Runde. Und je nach Standpunkt klingt es nach Etappensieg oder nach Niederlage für Radio Energy. Für Dani Büchi ist die Nachricht, dass keine vierte Frequenz machbar sei offensichtlich ein Grund zum Feiern. Schliesslich hätte das UVEK zugegeben, dass ein zusätzlicher Sendeplatz unter Umständen möglich wäre. Für das UVEK aber ist aus rechtsstaatlichen und medienpolitischen Gründen nach wie vor klar, dass an den vergebenen UKW-Konzessionen nicht gerüttelt wird.

Interessant ist, dass die TA-Media in diesem Streit offensichtlich Sympathien für die Radiokonkurrenz zu entwickeln beginnt. Während alle anderen Zeitungen fürs Erste die Agentur-Meldung veröffentlichten, schrieb der Tages Anzeiger einen eigenen Artikel. Beginnt die SDA-Meldung noch mit: „Für den Grossraum Zürich steht keine vierte Sendefrequenz zur Verfügung“, heisst es im Tagi: „Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), zwei unabhängigen Frequenzspezialisten und einem Energy-Vertreter kommt zum Schluss, dass eine vierte Frequenz «grundsätzlich technisch machbar ist». Dies geht aus dem Bericht hervor, der dem TA vorliegt.“

Bleibt die Frage, warum der Tages Anzeiger, der mit Radio24 eine eigene Station betreibt, dem Ringier-Verlag hier Schützenhilfe bietet. Geht es darum, Medienminister Leuenberger die gelbe Karte zu zeigen? Oder wird im Kampf gegen das Radiomonopol der SRG selbst der Feind zum Freund?