Schlagwort-Archive: Ueli Haldimann

P R I Z E F I G H T E R

„I’m a don’t-do-it-wrong-do-it-righter“

Bei der SRG geht es derzeit Schlag auf Schlag. Radio-Boss Walter Rüegg geht in Pension, Iso Rechsteiner wird demnächst wohl sein Erbe antreten. SF-Ingrid geht zwar nicht in Pension, aber  so ähnlich. Sie wechselt irgendwo hin nach Europa zu irgendwas mit Broadcast. Das ist zumindest so eine Art Vorruhestand. Ihr Nachfolger wird „Wiederholungstäter“ Ueli Haldimann.

Und was macht SRG-Superdirektor Armin Walpen?

Das Gleiche wie immer. Er muss den Kopf hinhalten. Eigentlich könnte man sagen, bei der SRG herrscht Krieg. Die Weltwoche kritisiert bereits im Wochenrythmus aus vollen Rohren (heute: Walpen ist der geborene Beamte / Walpen weiss nicht, wie man Business macht).

Gleichzeitig wird Ingrid Deltenre von Kurt Felix postum zur Ritterin geschlagen. Das verstehen wir zwar nicht ganz, da wir aber davon ausgehen, dass Kurt Felix einst mehr vom TV-machen verstand als wir, kanzeln wir diesen Ausrutscher als ewiggestrig ab.

Im Tages Anzeiger/Bund zündet Toni Brunner die Lunte für den Angriff auf Ueli Haldimann. Er hat auch allen Grund dazu. Haldimann und die SVP mögen sich nicht sonderlich. Sollte der TV-Mann demnächst tatsächlich für die versteckte Kamera und Miss Argovia im Kassensturz verurteilt werden, wird sowieso nix mit Deltenre-Nachfolge.

Und wer ist der lachende Dritte dieser Medienschlacht? Es ist Ruedi Matter, derzeit Chefredaktor der Abteilung Information von Schweizer Radio DRS. Anfragen werden nicht kommentiert, Stellungnahmen lehnt er als irrelevant ab. Matter wartet brav, bis Haldimann und Rechsteiner die erste Angriffswelle abgefangen haben und in Flammen aufgehen. Geht es dann dereinst wirklich ernst zur Sache (und um die Wahl des Superintendanten), schliesslich reden wir ja momentan nur von Übergangslösungen, dann steht Super-Ruedi garantiert bereit.

Ernsthafte Konkurrenz hat der Mann, der sich vor allem als Chef von NTV einen Namen gemacht hat, nicht. Er kennt Radio und TV aus dem FF, zudem ist er sowohl Beamter, als auch Manager und Journalist. Dagegen sehen andere alt aus. Catherine Mühlemann macht Kinderfernsehen. Und von ehemaligen Sat 1 (Unterhaltungs-)Chefs reden wir erst gar nicht. Nein, Ruedi ist schlauer und gefährlicher. Ruedi ist ein Prizefighter. Die Wahl ist gelaufen, bevor sie begonnen hat.

Well if you need me
I’m right here
No matter what
I’m always near
Yeah I’ve been through a lot and you can’t scare me
We’ll go on baby if you just dare me
I’ll break through any wall
Just give me a call

I’m a dine-at-nighter
I’m a prizefighter

(Eels – Prizefighter)

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Ueli der Tyrann

Gestern noch haben wir uns über die Druckversuche seitens der Verleger und Chefredakteure beschwert. Heute wurde uns nun von einem Informanten beim Schweizer Fernsehen folgendes brisante Dokument zugespielt. Es handelt sich dabei um einen hoch geheimen Blickartikel aus der gestrigen Ausgabe, der so geheim ist, dass er online leider nicht zugänglich ist. Aus diesem Grund haben wir uns nach intensiven Diskussionen entschlossen, die Klageschrift in ungekürzter Länge zu veröffentlichen:

Am Donnerstag muss TV-Chef Ueli Haldimann wieder mal vor Gericht antraben. Die Direktorin stellt sich hinter ihn.

Erst letzte Woche hat das Zürcher Obergericht das Strafmass für den verurteilten SF-Chefredaktor neu festgelegt. Jetzt steht Ueli Haldimann erneut vor dem Strafrichter – diesmal am Zürcher Bezirksgericht. Dort geht es um Aufnahmen mit versteckter Kamera 2007 in der Praxis von Schönheitschirurg Peter Meyer-Fürst (72). Haldimann begründete die Aufnahmen damit, man habe ja gesehen, wie der Arzt «sieben Mal an den Brüsten herumtöpelt». Auch im Fall einer Verurteilung stehe er als Chefredaktor «nicht zur Diskussion», sagte SF-Direktorin Ingrid Deltenre in der «SonntagsZeitung» (SoZ).
Trotzdem gibt Haldimann immer mehr zu reden – auch bei SF. Sein Problem sei, dass er «seine gerechte Sache mit publizistischen Grundgesetzen verwechsle», so ein Ex-Kadermitglied. Anders gesagt: Weil er Meyer-Fürst für einen «Grüsel» hält, rechtfertigt das für ihn den Einsatz der versteckten Kamera.

Haldimann stolperte schon früher über sein persönliches politisches Gewissen, was zu Patzern führte. So musste er sich 1996 als Chefredaktor der SoZ bei Bankier Hans Vontobel entschuldigen, nachdem ihm das Blatt vorgeworfen hatte, er habe sich mit Stasi-Leuten getroffen. Als Haldimann 1997 seinen Chefposten bei der SoZ «zur Verfügung stellte», war es ähnlich: Ein falsches Blocher-Zitat hatte diesen in den Dunstkreis von Rechtsextremen gestellt.
2002 wird Haldimann Chefredaktor beim Schweizer Fernsehen. Da zeigt sich noch ein Problem: Er ist verschlossen, technokratisch und nicht kritikfähig. « Haldimann betreibt ein Management by closed door – er löst Probleme am liebsten schriftlich», sagt ein News-Mann.
2006 verknurrt ihn das Bundesgericht gericht wegen eines «Kassensturz»-Beitrags dazu, für eine Privatschule Gratiswerbung in der Höhe von 400 000 Franken zu schalten. Er muss sich für ein Interview mit SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli vor dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald entschuldigen. Ebenso für die «Abhöraffäre» mit dem «verwanzten» Toni Brunner.

Die Fehler sieht er kaum bei sich – aber oft bei seinen Mitarbeitern. Die massregelt er gern in seinem Newsletter oder in seinem Blog auf der SF-Homepage. Als ein Reporter nach der Bundesrats-Nomination ein aggressives Interview mit Maurer und Blocher führt, kanzelt er ihn öffentlich im Blog ab.

Der scheue Chef, der immer seltener am TV kommentiert, gibt sich im Blog angriffig: Als es 2006 darum geht, dass SF-Mitarbeiter mit 62 pensioniert werden sollen, giftelt er: «Am liebsten würden wir die Zusammenarbeit mit allen (oder sagen wir fast allen) weiterführen.»
Bleibt für Haldimann zu hoffen, dass das auch für ihn selber gilt, auch wenn er erst 55 ist. Diese Woche wird es enger für ihn.

www – wirres wursteln im Weblog von Ueli Haldimann

Was macht eigentlich SF-Chefredaktor Ueli Haldimann Samstagabends um 22Uhr? Richtig: er schreibt einen Blogeintrag. Allerdings mit Fehlern, kurz und ziemlich wirr.

Jahrelang haben Bankenkreise versucht, die Journalisten dazu zu bewegen, nicht mehr vom Bankgeheimnis zu sprechen, sondern vom Bankkundengeheimnis. Geschützt werden solle ja nicht das Geheimnis der Bank, sondern jenes der Bankkunden. Jetzt, das das Geheimnis der Bankkunden nur noch von Fall zu Fall geschützt wird, sprechen wieder alle nur noch vom Bankgeheimnis.

Ende, aus Schluss, das wars auch schon. Ja… und? Ist das ernsthaft Ueli Haldimanns Beitrag zum Thema Bankgeheimnis? Also wirklich…

Selbstkritik beim SF: mangelhaft

Noch immer steht der Vorwurf im Blog von SF-CR Ueli Haldimann:

SF habe Toni Brunner als „wandelnde Wanze“ eingesetzt, sagte gestern SP-Fraktionschefin Ursula Wyss. In den Zeitungen ist heute von einem „Lauschangriff“ auf das Parlament die Rede. Süffige Formulierungen, die mir gefallen könnten. Leider gehen sie an der Realität vorbei.

Doch mittlerweile hat sich das Rad etwas weiter gedreht. Denn nun hat auch das Parlament als letzte Instanz dem Schweizer Fernsehen eine Rüge erteilt – genau aus den Gründen, die Haldimann als „süffige Formulierungen“ abkanzelt.


Das Hausrecht des Parlamentes sei missachtet worden. Es sei zudem ein allgemein gültiger und strafrechtlich geschützter Grundsatz, dass persönliche Gespräche ohne Einwilligung der Beteiligten nicht aufgenommen werden dürften, schreiben die Parlamentsdienste (via).

Die Tagesschau hat kurz berichtet. Eigentlich wäre es nun auch an Herrn Haldimann, dazu Stellung zu nehmen.