Schlagwort-Archive: Übernahme

Geld regiert den Äther

..und nicht etwa die Politik, wie nun auch das UVEK anerkennen muss.

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Arbeit ist nicht Arbeit – Die Basler Zeitung

Da die Redaktion der hosenindosenmedia.corp Wert auf faire und ausgeglichene Berichterstattung legt, möchten wir für einmal den Blick von Zürich abwenden und uns auf Minderheitsmedien konzentrieren. Minderheitsmedien werden von Redaktionen produziert, die nur einen einzigen Kanton oder einen Teil eines Kantons regelmässig mit Inhalten versorgen und selbst in diesem kleinen Gebiet von der Konkurrenz bedroht sind.
Minderheitsmedien sind neu auch Redaktionen mit nationalem Anspruch, die durch Rationalisierungsprozesse derart klein geschrumpft wurden, dass sie selbst in ihrem Kerngebiet von einst unbedeutenden Konkurrenten bedroht werden.

Die Basler Zeitung war mal ein tolles Blatt. Gute Journalisten, relevante Themen, Primeure und eine eigene Meinung. Man hat diese Zeitung gerne gelesen. Mehr noch, man musste sie lesen, wenn man mitreden wollte. Heute ist die BaZ nicht nur klar der Basellandschaftlichen Zeitung unterlegen, die aus dem Fundus der MZ schöpfen darf und sich dadurch auf ihre lokale Verankerung besinnen kann, die BaZ schafft es auch nicht mehr, den Stadtbaslern das Gefühl zu geben, ein Stadtmedium zu sein. Die Stadt Basel spielt thematisch und politisch kaum mehr eine Rolle, der Regionalteil besteht zu einem grossen Teil aus Publireportagen und getarnten Werbeaufträgen. Ein Blick in die herrschaftlichen und stolzen Redaktionsräume bestätigt, was die Zeitung verspricht: Wo früher einst hektisches Treiben herrschte, gähnt heute Leere.

Auch inhaltlich geht es abwärts. Die meisten Artikel sind eingekauft, was selbst zusammen gekürzt wird, ist oft falsch und unvollständig. So schreibt die Baz heute auf der Kehrseite:

Coxon (40) Blur-Gitarrist, ist gegen Arbeit allergisch. Die Comeback-Konzerte seiner Band und die Veröffentlichung seines Soloalbums dürften ihm etwas schwer gefallen sein. Der viel beschäftigte Gitarrist soll nun zugegeben haben, dass er Arbeit eigentlich nicht vertrage. Eines Tages möchte er lieber Schuhe herstellen, schreibt das Boulevardblatt „the Sun“. Mit „The Spinning Top“ hat Cox on bereits sein siebtes Soloalbum veröffentlicht.

Man merke: Schuhe herstellen ist offenbar keine Arbeit. Es sind kleine Logikfehler, die einem schon beim ersten Durchlesen auffallen. Solche Dinge lassen einen etwas ratlos zurück. Es liegt nicht daran, dass Journalisten dümmer werden oder früher alles besser war. Das stimmt nicht. Es hängt mit dem Anspruch zusammen, welche Verleger und Chefredaktoren nach innen und aussen kolportieren. Dieses „immer und überall“ mitreden wollen. Manchmal wäre weniger etwas mehr, solange dieses Wenige richtig gemacht wäre.

Als einst sturer Gegner der MZ und deren Einstieg bei der Basellandschaftlichen Zeitung muss ich heute zugeben: Die Übernahme war gut und ist geglückt. Ich ziehe meinen Hut. Der Basler, der heute etwas über seine Stadt wissen will, liest den einst so belächelten BZ-MZ-Split.

Zur Hölle mit TA-Media

Für viele kam die Meldung überraschend, für uns nicht wirklich.

Leider geht der lang gehegte Wunsch der TA-Media nun in Erfüllung. Mit der Übernahme von Edipresse streckt der Zürcher Verlag seinen Fühler bis weit über die französische Grenze. Sollte die WEKO dereinst die Übernahme absegnen, entsteht ein Print-Monopol das von Genf bis weit ins Mittelland hineinreicht. Das sind Zustände wie wir sie aus China oder Russland kennen. Nur damit klar ist, von welchen Dimensionen wir hier sprechen. Die TA-Media übernimmt dereinst u.a.:

  • Le Matin (die mit Abstand beste Boulevardzeitung der Schweiz derzeit)
  • Tribune de Geneve
  • 24 Heures
  • Le Temps (Teilbeteiligung) (Die mit Abstand beste Qualitätszeitung der Schweiz derzeit)

Im Internet betrifft dies zudem u.a.:

  • Swissfriends
  • Homegate (Teilbeteiligung)

Zugegeben, das Ganze ging etwas gar schnell. Und ich habe fest damit gerechnet, dass die BAZ-Bastion vor Edipresse fällt. Für das Endergebnis aber ist die Reihenfolge nicht ausschlaggebend. In der Schweiz entsteht ein zweiter Monopolist, der in Dimension Volumen und Macht der SRG ohne Probleme das Wasser reichen kann. Nur, dass der Staat hier nicht regulierend eingreifen kann. Der Umstand, dass die TA-Media lediglich das Inlandgeschaft der Edipresse schluckt, ist leider ein weiterer geschickter Schachzug, zu dem man den Medienmanagern zähneknirschend gratulieren muss.

Übrigens, das ist meine neue Mail-Signatur:

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