Schlagwort-Archive: Twitter

..und die anderen?

Wir sind bei weitem nicht das einzige Blog, das sich mit dem schweizerischen Medienschaffen auseinandersetzt. Immer wieder treffe ich auf Schreibende, die sich in ihren Blogs, auf Twitter oder in Foren auf intelligente und kritische Art mit unseren Informationsprodukten auseinandersetzen. Es wird sie immer geben – die Leute die mehr wissen wollen als sie in 20 Minuten erfahren.

  • Bruder Bernhard ist etwas konsterniert ab den Ereignissen der letzten Tage. Journalisten die ihre Interessenbindungen nicht offen legen wollen und ein Social Network, dass eine ausführliche Kommunikation verhindert statt stützt, haben ihm den Rest gegeben. Bruder Bernhard meldet sich ab. Leider.

  • Fräulein ChliiTierChnübler macht sich Gedanken über ein Bild, dass im Netz schon lange eine Art Eigenleben führt und das nun plötzlich im Blick am Abend in der mysteriösen Rubrik „Schnügel des Tages“ auftaucht. Ganz zu schweigen davon, dass sie das besagte Bild selbst einmal für einen Blogartikel verwendet hatte und beinahe eine horrende Busse gezahlt hätte.

  • inside_it nervt sich per Twitter über Fehler in der NZZ. Nicht zu unrecht, denn manchmal klingen Worte ähnlicher, als sie sind. So besteht tatsächlich ein Unterschied zwischen Aktie und Akte.

  • Die Jungs von Sauglattismus nennen sich aus aktuellem Anlass nur noch -glattismus. Die Sau steht ja derzeit unter mexikanischem Patentrecht. Trotzdem sollte jeder diese 12 Medien-Fragen zum Thema Schweinegrippe präventiv beantworten können. Wir werden alle sterben.

  • Und zum Schluss: Der Bugsierer nervt sich ab 10 vor 10 und Ugugu einmal mehr ab der Tamedia. Die einen erzählen Blödsinn und die anderen schweigen – auch wenn es durchaus was zu sagen gäbe.
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Vagina-Journalismus

Heute mit einem Bericht aus der Abteilung „primitiv und dumm

Vagina-Journalisten und Journalistinnen definieren sich dadurch, dass sich ihre Berichterstattung entweder hauptsächlich um das weibliche Geschlechtsteil oder um Situationen, welche hauptsächlich durch das weibliche Geschlechts beeinflusst werden, dreht.

Momentan prägen drei Journalistinnen die vaginale Hofberichterstattung, die da sind: Michèle Roten (Analyse der eigenen Sexualität als Massenkommunikation), Charlotte Roche (Analyse der eigenen Sexualität als Bestseller) und Alice Schwarzer (Analyse der eigenen Sexualität als Grundlage des Terrorismus).

Nicht nur, dass der Vagina-Journalismus extrem härzig, repetitiv und dadurch vor allem langweilig wirkt, derzeit ist er vor allem auch inflationär. Wenn Michèle Roten heute im Magazin eine lesbische Anwältin interviewt, die eine Vagina-fokussierte Community betreibt, deren neustes Projekt ein Vagina-Buch und dessen Highlight wiederum eine Analyse der Vagina der Mutter ist, dann ist dies der Overkill in Sachen Vagina-Journalismus.

Ich krieg demnächst eine Vagina-Allergie. Danke Michele. Wenn das so weiter geht, fang ich auch an zu twittern. Irgendwas muss man ja tun, wenn Sex keinen Spass mehr macht.

Anonyme Idioten – Wer sind wir?

Eine kleine Geschichte in eigener Sache

Erstmals, seit dieses dumme inkompetente Blog existiert, haben wir (ja Schlaumeier, wir sind mehr als nur ein/e dumme/r Blogger/In) mit einem einzigen Artikel mehr Hits erreicht, als wir normalerweise an gesamtem Tagesvolumen schaffen.

Wir haben dieses Blog aber nicht gegründet, weil wir eine möglichst grosse Gemeinde um uns scharen möchten. Klicks sind uns egal. Wir schreiben, weil wir glauben, dass die mediale Berichterstattung immer mehr an Qualität und relevantem Inhalt verliert.  Dies zu Gunsten einer oberflächlichen, schnellen und dadurch unsorgfältigen Berichterstattung in deren Mittelpunkt nicht mehr die Geschichte und deren Protagonisten, sondern immer mehr der Journalist selbst steht. Die Mehrheit mag diesen Umstand knurrend hinnehmen. Das machen wir zwar auch. Wir aber knurren halt etwas direkter, fieser und blöder und werden dafür von anderen regelmässig mit einem Apfel auf dem Kopf an den Pranger gestellt.

Gestern zum Beispiel machten wir einmal mehr Bekanntschaft mit der selbst ernannten MöchtegernFührungsriege der Web 2.0 Alphajournalisten. Wir bedauern es sehr, dass deren Reaktionen mit Sätzen wie „Gibt es etwas Feigeres als anonyme Blogger“ sehr marginal und unreflektiert, ja geradezu doof ausfallen. Diese Nörgelei einer kleinen Riege von Journalisten, deren Kommunikation auf Twitter zum grössten Teil aus gegenseitiger Komplimentierung und Arschkriecherei besteht, beschert uns zwar stupide Leserzahlen, zielt aber  am Kern der Sache vorbei. Hätte Wilhelm unter diesen Bedingungen abgedrückt, er wäre als Loser und Sohn Walter als Kastrat in die Geschichte eingegangen.

Wir bloggen nicht, weil wir uns mit anderen Journalisten anlegen wollen. Wir sind keine Helden. Wir sind nur bloggende Walters mit dämlichen Äpfeln auf dem Kopf. Ob wir hauptberuflich Kaffee in Regale packen, Studenten unterrichten oder doch als zeichnende Redaktoren bei der FAZ, beim Tages Anzeiger oder beim SF tätig sind, ist völlig irrelevant. Wir wollen nicht besser sein, nicht schlauer oder beliebter. Wir brauchen keine Reputation, keine Glaubwürdigkeit oder etwaige Referenzen um Leute zum Nachdenken zu bringen. Das haben die letzten Monate gezeigt.

Wer unseren Texten als Einziges eine unkonstruktive etwaige Anonymitätskritik entgegen zu setzen hat, dem Fehlen offensichtlich die Argumente.

Tweet des Tages

Shawne sagt:

Brad you dirty cowboy…fairmount?

Tweet des Tages

Lustig. Die Rubrik ist noch keine zwei Tage alt und schon kotzt sie mich an. Aber wir wollen auch heute der Twitter-Community einen Gefallen tun und Shawne’s Worte des Tages veröffentlichen:

Shawne’s „Just the Core“ Cocktail 1st Tue. of the Month Zurich — SEX AND CRIME — TBA — RSVP — www.shawnefielding.com

Und nein, der link zur HP funktioniert selbstverständlich NICHT!

Tweet des Tages

In Anlehnung an die absurd dämliche Selbstdarsteller-Rubrik des Blick am Abend veröffentlichen wir hier künftig den Tweet des Tages. Wir pimpen den Wahl-Mechanismus allerdings etwas auf. Der Tweet kommt immer von derselben (medialen) Persönlichkeit. Schlicht, weil es derzeit in Sachen Twitter nichts besseres gibt. Das wusste ich gestern schon und darum wird es auch morgen so sein. Kein anderes Mitglied zeigt die abgrundtiefe Dummheit dieser Community und gleichzeitig deren Vorteile besser als sie.

Danke an dieser Stelle an das New Kid On The Blog ohne dessen Spürsinn es diesen täglichen Hinweis nicht geben würde:

Putting My RED HEAD back in BED!!!!!! Ohhhhh….xoxooxoxoxoxo sf

Boulevard – wenn Journalisten leiden

Es ist schrecklich, wie oft Kinder und Jugendliche in einem kleinen Land wie der Schweiz entführt, missbraucht und letzten Endes getötet werden. Solche Ereignisse füllen dann jeweils über Wochen die Seiten der Boulevardtitel. Fragen wie:  wie hat der Täter gelebt, wo hat er welche Tat begangen und wie hat er das Opfer umgebracht, beschäftigen die Boulevardjournalisten von früh bis spät.

Doch auch der härteste Journalist hat ein Herz. Hoffe ich zumindest. Während sich 20 Minuten und Blick am Abend über Twitter um die Bildrechte im Fall Lucie streiten, wünscht sich der eine oder andere Journalist etwas mehr Respekt, ein wenig Zeit zu trauern und Ruhe, um das Gelesene und Gesehene zu verarbeiten.