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CNN – oder schummeln für Anfänger

Nicht nur in der Schweiz wird in den Medien munter geschummelt, sondern auch im Ausland. Zum Beispiel bei CNN. Dort gerne auch etwas heftiger.

Passiert ist´s zwar schon letzte Woche, hab die Geschichte aber erst jetzt gelesen.

Wir erinnern uns noch an die Gaskrise. Und mit ihr an die leidenden Bulgaren, denen nach und nach alle Koch- und Heizmöglichkeiten ausgingen:

Der britische Journalist Robert Moore drehte im Auftrag des TV Sender ITN eine Reportage über die Auswirkungen des Boykotts auf die Bevölkerung. Seine Statisten rekrutierte er in einer Roma-Siedlung in Pleven. Man sah frierende Kinder um einen erloschenen Gas-Herd stehen und erfuhr, dass hier schon mehrere Menschen wegen Kälte und Gasmangel ihr Leben lassen mussten. Anschliessend nahm Moore seine Zuschauer mit auf einen Besuch in ein nahegelegenes Kraftwerk, dessen Gas-Druckzähler auf „0“ stand.

CNN übernahm die Reportage anschliessend von ITN und strahlte sie weltweit aus.

Der bulgarische Journalist Stojan Georgiew, der Pleven offensichtlich kennt, wurde misstrauisch. In einer Gegendarstellung bewies er letzte Woche am bulgarischen TV nicht nur, dass die Roma-Siedlung noch nie ans Gasnetz angeschlossen war, sondern auch, dass die rekrutierten Statisten keine Ahnung hatten, warum sie um einen Herd stehen mussten, der noch nie funktioniert hatte.

Auch der Besuch im nahegelegenen Kraftwerk war aufschlussreich. Der gezeigte Druckzähler steht schon seit Jahren auf null. Logisch eigentlich, er wird ja seit Jahren nicht mehr benutzt.

(via)

Die Fernsehfalle – Swissdate vs Benissimo

Eigentlich wollte ich mir gestern Abend kurz „Swissdate“ anschauen, eine Single-Sendung auf «Tele Züri». Das ist eine meiner kleinen Samstags-Schadenfreuden, auch wenn es zugegeben etwas fies ist, sich über verzweifelte Singles-auf-Beutejagd lustig zu machen.
Nach genau 30 Sekunden und der Antwort (die Frage hab ich gar nicht gehört) einer Frau mit radikalem Kurzhaarschnitt: «500 Kilo Pferd, 40 Kilogramm Hund und eine äusserst strenge Arbeit als Projektmanagerin, willst du tragen helfen?», musste ich allerdings umschalten. Mir kamen vor Mitleid beinahe die Tränen.

Dummerweise kam ich vom Single-Himmel in die Friends-Hölle, denn ich strandete bei SF1 und bei «Benissimo», der Geriatrie-Sendung von Beni Turnheer (der sich übrigens äusserlich lediglich durch Brille und Glatze von Joel Gilgen unterscheidet). Das schlimmste Element der Sendung heisst «Friends». Eine Art Mini-Witz-Sendung, mit Stefanie Berger und anderen unlustigen Schweizer Promis. Nachdem eine Frau in einem orientalischen Markt eine hässlich angemalte Schale fallen liess, der Händler darauf sagte: «Diese Schale war 500 Jahre alt» und die Frau entgegnete: «da bin ich aber beruhigt, ich dachte sie wäre neu», war mein TV-Abend gelaufen.

So richtig runter ging mir der Laden allerdings heute Morgen mit der vermeintlichen Benissimo-Sendungskritik auf bazonline.ch. Der Titel: «Die grosse Show des Pausenclowns» liess vage Hoffnung aufkommen, dass es doch noch Journalisten gibt, die mich verstehen. Leider entpuppte sich der Artikel als eine heimliche Lobrede auf Turnheers Moderationsqualitäten, was in der Forderung gipfelte: «Mehr Interviews für Turnheer!»

Zum Glück ist Sonntag. Da kann man auch einfach wieder schlafen gehen.