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Bye bye Swiss Date oder der 1-Tag/Jahr-Job

Und nun noch zu den lustigen Meldungen des Tages. Hat eigentlich jemand mitgekriegt, dass Tele Züri die Sendung „Swiss Date“ absetzen will? Unsere liebste Samstagabend-Sendung, das Auffangbecken für die Ausgestossenen der Erfolgsgesellschaft, wird eingestellt.

Der Grund: Die Suche nach Singles sei immer wie schwerer geworden. Oder anders gesagt: es gibt immer weniger Loser, die vor laufender Kamera darüber sprechen wollen, warum sie keinen Partner abkriegen. In Zeiten von Online-Datingportalen macht das auch absolut keinen Sinn.

Kann sich noch jemand daran erinnern, mit welchem Trara Tele Züri eine Nachfolge für Moderatorin (der war Absicht) Jeol Gilgen gesucht hat? Den Sprung in die D-Liga der Medienprominenz (D für: Wenn wir niemand anderen finden DANN reden wir halt mit DIR) geschafft hat damals Gabriela Ursprung.

Tele Züri will ein solches Talent natürlich nicht ziehen lassen. Sie werde künftig weiter eingesetzt, heisst es in einer Mitteilung – für die Moderation der Streetparade.

Daher gesucht heute: Menschen mit Erfahrung in einem 1-Day/Year-Job.

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Medialer Meilismus

Der Aktenvernichter ist wieder in der Schweiz. Der Sonntagsblick begrüsste den adretten Herrn mit Seesack und Sonnenbrille gleich mal am Flughafen, Telezüri begleitete den US-amerikanischen Doppelbürger anschliessend zu Schawinskis Radio 1, Newsnetz lud zum Interview, Blick zum Portrait.

Dabei erzählt der Post-UBSler allen die gleiche Story: Ich habe zu Recht gehandelt, ich bin nicht so böse wie alle meinen und ich hätte gerne wieder eine Arbeit. Die Medien verwursteln Meilis Aussagen anschliessend zu: Er denkt er hätte zu Recht gehandelt, nun hasst er Amerika wie er einst die Schweiz gehasst hat und dieser Mann findet nie wieder Arbeit, denn das Böse klebt an ihm wie einst das Pech an Hexen.

Drängt sich diese Frage nur mir auf, oder warum lässt sich dieser Mann so zerfleischen? Am Geld alleine kann’s nicht liegen. Meili hat keine Exklusivverträge abgeschlossen. Einen neuen Job wird er so auch nicht finden. Von Rache oder gar Rehabilitation kann nach dieser Erniedrigungstour sowieso keine Rede mehr sein. Was also soll dieser mediale Meilismus?

Wie werde ich Fernsehmoderator?

So sicherlich nicht.

Selbst wenn es sich dabei nur ums Regionalfernsehen handelt.

1 Mikrofon: 2oo.-
1 Kamera: 1500.-
1 Studiomiete für einen Tag: 500.-
1 Frage: Bist du schon vergeben?
1 Antwort: Seit 15 Jahren an Thomas Borer

Und der Groschen fällt immer noch nicht??

Priceless.

Radiokonzessionen: 1 Gewinner, 1 Verlierer und ein Haufen Idioten

Energy verliert die Konzession, Tele Züri muss den Subventionspool verlassen und Guiseppe Scaglione ist der Gewinner des Tages. Dass Medienminister Moritz Leuenberger die grossen Verlage bei der Vergabe der neuen Konzessionen abstraft, ist nachvollziehbar – warum er Idioten fördert allerdings nicht.

Nun ist die Katze aus dem Sack und die Aufregung gross. Denn der grosse Verlierer heisst Ringier. Der grösste private Schweizer Medienverlag kriegt keine neue Konzession für eine Frequenz, die er notabene erst kürzlich (für big money von Goldbach Media) erworben hatte. Vielmehr verlieren geht eigentlich gar nicht. Es sei denn, man moderiert bei „Radio Energy“ und hat fest daran geglaubt, dass Bundesrat Moritz Leuenberger kein grosses Medienhaus abstrafen werde. Doch genau das hat er getan. Da gibt es kein Schönreden. Ob diese Abstrafung allerdings wirklich zu unrecht erfolgt, darüber lässt sich streiten.

Leistungsaufragt, Qualität und Medienkonzentration

In Zürich standen den etablierte Stationen zwei gute Herausfordern gegenüber. Beide, Schawinski und Scaglione, können langjährige Radioerfahrung vorweisen. Dass Radio „Zürisee“ nicht leer ausgehen würde, war ziemlich sicher. Dieses Radio unterscheidet sich am ehesten in Qualität und Service von den beiden Stadtradios „24“ und „Energy“. Dass Moritz Leuenberger nach seinem Rundumschlag gegen den „Einheitsbrei“ an den Kommunikationstagen seinen Sparingpartner Schawinski nicht gut links liegen lassen konnte, erstaunt ebenfalls nicht. Warum der Medienminister nun aber „Energy“ den Strom abdreht und „Radio 24“ weiterleben lässt, bleibt ein Rätsel. Es hätte genau so gut umgekehrt sein können. Beide Stationen erfüllen Leistungsauftrag und Qualitätsanspruch einigermassen akzeptabel, eventuell mit einem leichten Plus für die Tamedia und Radio 24. Dafür befindet sich die Tamedia national auf wildem Expansionskurs (Newsnetz, Tillate etc.), was punkto Medienkonzentration derzeit eher für Ringier sprechen würde.

Wer nun glaubt, Tamedia sei ja bereits genug abgestraft indem das Regionalfernsehen „Telezüri“ die Konzession verliere, täuscht sich. Cablecom, der wichtigste und grösste schweizer Kabelnetzbetreiber, lässt den Sender weiter aufgeschaltet. Einziger Nachteil ist, dass Telezüri nicht mehr im Subventionspool mitschwimmen darf. Das hat der Sender aber auch nicht nötig. Das Regionalfernsehen war ohnehin bisher der einzige regionale Privatsender, der es wenigstens in Ansätzen verstanden hat, rentabel zu sein.

Die Sieger von Basel bis Graubünden

Konzessions-Gedränge gab es nebst dem Grossraum Zürich im Kanton Graubünden, im Kanton Basel und im Kanton Aargau. Nun ist klar: Lebrument, Wanner wie auch Basilisk und Basel 1 dürfen ihre Konzessionen und damit ihre Frequenz behalten. Warum ist allerdings völlig unklar. Die Konkurrenz war gut, das Medienmonopol teilweise ähnlich dominant und schlecht klingend wie im Raume Zürich. Die Argumentation die nun bei Ringier für Aufregung sorgt, könnte genau so gut auf die Milchkühe von Oberhirte Lebrument oder Wanner angewendet werden.

Ein Verlier, Ein Sieger und ein Idiot

Ringier ist also der Verlierer des Tages. Für die Tamedia, Wanner und Lebrument, für die restlichen Einheits-Idioten also, bleibt alles beim Alten. Wer aber ist der Gewinner des Tages? Roger Schawinski? Nein. Für Schawinski ist es lediglich eine späte Genugtuung. Der eigentliche Gewinner heisst Guiseppe Scaglione. Nachdem er mit 105 bereits die neue Jugendradiokonzession geholt hat, kriegt er nun mit Radio Monte Carlo eine zweite UKW-Frequenz. Das ist eine Steigerung von 0% auf 200% innerhalb von 12 Monaten. Bei solchen Wachstumsraten kann selbst Schawi nur staunen. Ob der „Stürmi“ aus Muttenz beide Konzessionen verdient, muss angezweifelt werden. Scagliones grosser Feind war seit jeher die SRG und deren DRS-Programme. Dass er nun ausgerechnet auf Kosten von Ringier den Äther mit italienischem Formatradio und DJ Tatana verblöden darf, ist wohl eine so genannte Moritz-Ironie.