Schlagwort-Archive: SVP

Die angekettete Ente

Eine Zeitung ohne Werbung, Journalisten mit den höchsten Löhnen Frankreichs, eine Auflage von mehr als 600’000 Exemplaren im Schnitt – das klingt unglaublich. Noch dazu wenn man bedenkt, dass der Reingewinn in den vergangenen Jahren auf mehr als 8 Millionen Euro anstieg.

Man lese mal wieder den canard enchaîné oder zumindest die Lobeshymne auf Redaktion und Leser.

Übrigens, die „mur du çon“ würde auch in der Schweiz funktionieren. Einen Kandidaten zumindest hätten wir schon:


„Das ist eine Kriegserklärung!“

Toni Brunner (SVP) im „Echo der Zeit“ zur Affäre um geklaute Bankdaten, die der deutsche Staat kaufen möchte.

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Wirtschaftskrise+Sparmassnahmen=Preiserhöhung

In den letzten Tagen war es an der journalistischen Front vergleichsweise ruhig. Dafür kommt´s nun um so dicker. Den Anfang machte NZZ-CEO A.P. Stähli mit seiner Ankündigung, man wolle die Abopreise erhöhen und in Sachen Internet zumindest teilweise von „free“ auf „paid“ wechseln. Einerseits muss man vor dieser Entscheidung den Hut ziehen, schliesslich haben wir in den letzten Wochen zur Genüge miterlebt, wie es ist, wenn das Management aus Renditegründen (oder roten Zahlen / siehe NZZ) auf Kosten des Personals spart. Im Falle der NZZ muss jetzt also zuerst einmal der Leser bluten. Soweit ich mich erinnern kann ist das in der aktuellen „es muss noch billiger produziert werden“-Phase ein Novum (Der Bund sei hier ausgenommen, denn dabei handelt es nach dem Zusammenschluss mit dem Tages Anzeiger um eine „neue“ Zeitung, zudem war der Bund vergleichsweise billig). Man darf gespannt sein, wie die Abonnenten auf diese Erhöhung reagieren werden.

Für eine Qualitätszeitung ist dies derzeit aber leider einer der wenigen gangbaren Wege aus der aktuellen Krise. Entweder das, oder man definiert das Redaktionsstatut neu. Eine Massnahme, zu der sich auch der Tages Anzeiger früher oder später genötigt sehen wird, auch wenn mir Jean-Martin Büttner hier widersprechen würde.

Die NZZ ist übrigens nicht die einzige, die etwas gar laut über etwaige Preiserhöhungen nachdenkt. Auch die SRG plant derlei, behauptet zumindest die Weltwoche. Während die NZZ selbständig entscheiden kann, hat der Bundesrat bei der SRG das letzte Wort. Und es dauerte keine 12 Stunden (!), da mischte sich auch schon die SVP ein. Allerdings wäre bei dieser These durchaus Vorsicht angebracht. Die WW hat sich in den letzten Wochen geradezu auf Armin Walpen und die SRG eingeschossen. Sätze wie:

Tatsache ist: Generaldirektor Walpen will die Radio- und TV-Gebühren um fünf Prozent erhöhen. So steht es im Finanzierungsplan, den er am 22. Juni in den SRG-Verwaltungsrat bringen wird.

Klingen zwar plakativ und logisch, entsprechen aber selten der Wahrheit. Walpen ist zwar auch nur ein Mensch, allerdings kein kompletter Vollidiot.

Warum ich Ueli pausenlos die Fresse polieren könnte

Sehr lustig, was Herr Bundesratskollege (heute sind alle Kollegen) Ueli Maurer da übers Wochenende veranstaltet hat. Damit (und nicht mit seiner Politik und / oder Polemik) schaffts Neo-Ueli sogar in die Welt am Sonntag und durchbricht damit endlich die lähmende Nichtberichterstattung der Weltpresse über diese  bedeutende Persönlichkeit sowie die deutsche Dominanz, die seit Ewigkeiten im Schweizer BR-Fuhrpark regiert (4x Audi, noch ein wenig Mercedes (Merz, wer sonst) und ein VW (die SP tut was fürs Volk)).

Bravo Ueli. Endlich mal einer, der nicht nur labbert sondern auch handelt. Wir freuen uns auf die Facebook-Reaktion verärgerter Mercedes-Angestellter mit dem Namen: Warum ich Ueli pausenlos die Fresse polieren könnte.

Ausgeblocht: Der Untergang der Weltwoche

Es ist Schade um das Traditionsblatt. Mich stimmt das traurig. Aber ich glaube, das dürfte es gewesen sein. Die Weltwoche ist Geschichte. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass die SVP, Christoph Blocher und Roger Köppel nicht in einen Topf zu werfen sind. Dazu ist Köppel zu schlau und zu fähig, das hat er mehr als einmal bewiesen. Aber eine gewisse Analogie ist nicht von der Hand zu weisen.

Der Stern von SVP-Übervater Christoph Blocher ist am Sinken. Ähnlich ergeht es der SVP und ihrem mal-doch-und-dann-wieder-nicht-Kurs. Und jetzt zieht die Weltwoche nach. Strategie– und Personalwechsel folgen in letzter Zeit Schlag auf Schlag. Und nun geht auch Schwergewicht Hans-Peter Born.

Daniel Ammann, Alex Bauer und Urs Paul Engeler können das Blatt nicht im Alleingang stemmen. Zudem sind die aktuellen Ausgaben bereits jetzt schon so dünn, dass es sich kaum lohnt das Magazin zu kaufen.

Der Logik nach wäre Mark van Huisseling der Nächste. Dann wäre die Party wohl endgültig zu Ende.

Mediales Littering – Heute: Newsnetz vs. Oglobo

Nett, was Skinnheads in der Schweiz offenbar so anrichten können, ohne dass es jemand merkt? Merkwürdig auch, dass wir solche Bilder und Informationen aus brasilianischen Medien erfahren müssen.

Moment, das stimmt nicht ganz. Die Meldung war bei Newsnetz mal online. Ohne Zitate und ohne Nennung der Quellen.

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Header Newsnetz 01:30

Dann hat aber auch Newsnetz geschnallt, dass die Infos nicht von der Stapo ZH kommen, sondern aus Brasilien.
Das ging allerdings gute 8h.

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Header Newsnetz 09:30

Die schwangere Frau soll in Folge der rechten Attacke am Bahnhof Dübendorf ihre Zwillinge verloren haben. Im Spital wurde sie von der brasilianischen Botschafterin besucht, liest man zumindest bei Oglobo. So kam der Fall nach Brasilien und nicht in die Schweiz.

Irgendwas ist an der Geschichte faul. Und damit meine ich nicht, dass es sich laut TA/Newsnetz-Deutsch um den vermutlich falschen Bahnhof handelt: „in Artikel wird vom Bahnhof Dübendorf gesprochen, die Beschreibungen deuten aber auf den Bahnhof Stettbach hin„. Nein.

oglobo.globo.com

Misshandelte Frau Bild:oglobo.globo.com

Warum bitte können Nazis einer schwangeren Brasilianerin SVP-Initialen auf den Bauch ritzen und keine Sau bemerkt etwas? Waren das wirklich Nazis? Warum steht dann nicht AUNS sondern SVP auf ihrem Bauch? Wo sind die Hakenkreuze? Und warum bemerkt die Polizei, wenn ein Raser sein Video auf Youtube stellt – nicht aber, dass eine misshandelte Brasilianerin ins Spital eingeliefert (und von ihrer Botschafterin besucht) wird? Das Pflege-Personal ist in solchen Fällen verpflichtet die Behörden zu informieren.  Hier ging ganz offensichtlich einiges schief. Davon lese ich im betreffenden Artikel aber nichts. Newsnetz plappert einmal mehr nach, was andere schreiben.

Und nein, mein Name ist nicht Markus Somm. Und ich habe auch keine Schönfärber-Biografie geschrieben. Es geht lediglich darum mit solchen Meldungen noch etwas abzuwarten. Oder halt selbst zu recherchieren. Aber diese Devise kennt man bei Newsnetz nicht. Und ich würde sogar behaupten, diese Tendenz ist steigend.