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Schön und dumm – lest ihm die Leviten

Eine Freude der besonderen Art bereitet uns heute Andre Reithenbuch, seit neustem nicht nur schönster sondern auch bekanntester Nicht-Leser der Schweiz. Der 22-jährige leidet an Illetrismus. Eine Schwäche die der Zimmermann mit rund 800´000 Schweizerinnen und Schweizern teilt.
Angesichts solch entblössender Offenheit wanken die Medien in ihren Artikeln zwischen Bewunderung (Stimme der Vergessenen) Vorurteilsbestätigung (schön und dumm) Mitleid (Er besitzt lediglich 1 Buch) und Häme (XY liest ihm die Leviten).

Besonders aktiv sind die Blick-Journalisten, die sich geradezu in einer Sinnkrise befinden. War der letzte Mister Schweiz noch ein Mister Weichei mit Gay-touch, müssen sie nun feststellen, dass dieser immerhin lesen konnte, was sie an Beleidigungen aufs Blatt pressten.

Mal ganz abgesehen davon, dass der neue Mister Schweiz ein wunderbares Vorbild für die Jugend ist („ich habe keinen Bock aufs lesen“ – „in der Schule habe ich halt zum Fester rausgeschaut“), kommen mir angesichts solcher Schlagzeilen definitiv die Tränen:

Andre Reithenbuch zeigt das einzige Buch, das er in seinem Leben gelesen hat

Stimmt. Er zeigt es. Was darin steht, erfahren wir in dieser Geschichte leider nicht.

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Mediales Littering – Heute: BAZ, SF, SDA u.a.,

Manchmal kriegt man den Eindruck, Sonntags dürfen in den Redaktionen jeweils Praktikanten und Aushilfen die Texte schreiben. Hier eine kleine Auswahl an Schlagzeilen:

Schlusslicht Luzern verliert Drama

Ob (das) Drama später wieder gefunden wurde, war dem weiteren Verlauf der SDA-Meldung nicht zu entnehmen.

Bei den Wahlen im zum Aargauer Kantonalparlament sind die Grünen mit sechs Sitzgewinnen die Gewinner. Die grossen Parteien verloren Stimmanteile zugunsten der kleinen.“

Je-Ka-Mi bei der Basler Zeitung.

Erstmals seit zwölf Jahren sind die britischen Streitkräfte in Nordirland wieder Ziel eines tödlichen Anschlags geworden. Eine IRA-Splittergruppe bekannte zu dem Verbrechen

Beim Tages Anzeiger stören „sich“ offen-sich-tlich.

Die bewilligte Demonstration der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) in Burgdorf (BE) hat nicht stattgefunden. Die PNOS-Anhänger versammelten sich zwar in Burgdorf, zogen dann aber in Richtung Bern. Mittlerweile sind sie erneut aus Bern abgereist.“

Erneut? Beim SF verkehren PNOS-Anhänger öfters in Bern als sie selber wissen.