Schlagwort-Archive: Radio

Heeb Heeb Hurra

Man merke: Wenn man nur lange genug weint, droht und klagt, dann klappt das irgedwann doch noch mit der Radiokonzession à la Schawinski.

Und ehrlicherweise muss man sagen: es kann nur besser werden.

Statt in Promi-Gähn-Songs, würde man bei Energy das Geld besser in professionelle Weiner investieren.

Advertisements

Von Nichtthemen auf Frontseiten

Wir sind aus verständlichen Gründen immer etwas misstrauisch, wenn eine Zeitung auf der Titelseite behauptet, sie kenne das Resultat einer Wahl auf Behördenebene bereits vor dem eigentlichen Wahltag. In diesem Falle aber hatte die Berner Zeitung recht.

Iso Rechsteiner soll also dereinst Walter Rüegg beerben, der sich als Radiodirektor und damit Herr über Sender wie DRS1-4 schnellstmöglich pensionieren lassen will. Das wäre eigentlich noch kein Aufheben wert, befände sich die SRG momentan nicht in einer besonderen Situation.

1. Konvergenz: Was Konvergenz heisst, kann man derzeit sehr gut am Standort Genf beobachten. Dort sind Radio und Fernsehen mittlerweile praktisch unter demselben Dach versammelt, dementsprechend gut werden die Synergien geplant und in Zukunft hoffentlich auch genutzt. Was in der Romandie zumindest einigermassen reibungslos ging, dürfte hier noch einigen Staub aufwirbeln. Nicht zuletzt, weil der Konvergenzprozess nach einem Superdirektorium Radio/TV verlangt. Mit der TV-Chefin Ingrid Deltenre, der Favoritin von SRG-Direktor Armin Walpen steht zwar bereits eine Kandidatin bereit, diese ist aber in Radiokreisen höchst umstritten. Iso Rechsteiner soll hier also den altersmüden Walter Rüegg ersetzen und dem Radio wieder etwas mehr Gewicht verleihen.

2. Iso Rechsteiner: Der ehemalige Regional- und Wissenschaftsredaktor von Radio DRS ist auch intern keine unumstrittene Figur. Wer sich für Rechsteiners Karriere interessiert, die er geradezu turbomässig durchzog, der lese dies hier. Tatsache aber ist: Rechsteiner ist für die Radioleute momentan die beste Karte  im Konvergenzpoker gegen Ingrid Deltenre und Armin Walpen. Allerdings ist nach wie vor nicht klar, wo Rechsteiner in der Konvergenz-Debatte überhaupt steht und ob er dereinst auch gewillt wäre, die Interessen von Radio DRS so zu vertreten, wie sich das Walter Rüegg wünscht.

3. Die Regionalräte: Die Wahl von Iso Rechsteiner ist rechtlich gesehen noch keine Wahl sondern lediglich ein Vorschlag. Nun liegt es an den so genannten Regionalräten, diese Wahl abzusegnen oder auch zu kippen. Die Räte fühlen sich durch diese Turbo-Nomination allerdings (zu Recht auch) übergangen und erwägen deshalb, diesen Wahlvorschlag abzulehnen, wie u.a. in der SOZ oder der AZ am Sonntag zu lesen war. Allerdings könnte dies ein Eigentor werden, schliesslich müsste Rechsteiner als Rüegg-Nachfolger auch die Interessen der Regionalräte vertreten.

Die Diskussion ist kompliziert und komplex. Und als Zeitungsleser fragt man sich: „muss ich das überhaupt wissen“ und „was geht mich das an“?
Eigentlich handelt es sich hier um einen internen Machtkampf zwischen Radio und Fernsehen, zwischen Armin Walpen, Ingrid Deltenre, der SRG und Schweizer Radio DRS. Der Zuhörer und -Schauer zahlt zwar die Zeche und kriegt das Resultat vor die Löffel geknallt, bestimmen oder gar mitreden darf er aber weder bei der Konvergenzdebatte, noch bei der Wahl eines Superdirektoriums, noch bei der Nachfolge eines allfälligen Radiodirektors. Eigentlich ist dies einer Demokratie mit TV- und Radiomeinungsmonopol in Berlusconi-Manier unwürdig.

Daher könnte man dem hochgespielten Nachfolgekampf in den Medien auch entgegnen: What the fuck.

Geht der eine, kommt ein anderer..

Während die Schweiz ihren alten Medien entrümpelt und dabei auch mal unnützes Zeugs entsorgt, füllen an anderen Orten neue Produkte mit frischen Ideen die nicht existenten Lücken.

Der Anspruch klingt ja ganz gut, das Konzept auch. Sogar der Sendeplan macht was her. Da muss ich wohl mal reinhören.

Mediensolidarität – oder rette sich wer kann

Schon seit einigen Wochen kursieren auf diversen Ringier-Redaktionen so genannte „Energy-Petitionen“. Diese, in mieser Qualität fotokopierten Gesuche sollen die Regierung mittels Unterschriften überzeugen, Radio Energy doch noch eine Konzession zu geben.

 

Auf die Frage, aus welchem Grunde man diese Petition unterschreiben soll, habe ich bisher von Chefredaktoren folgendes zur Antwort erhalten:

 

„Wir wollen die Kollegen doch jetzt nicht hängen lassen.“

 

„Die geben sich so Mühe und kämpfen so verbissen um eine Konzession. Die haben das verdient“.

 

„Die tun mir leid“.

 

Auf die Frage ob die betreffenden Chefredaktoren denn auch Radio-Energy hören, kamen bisher folgende Antworten zusammen:

 

„Nein“

 

„Nein“

 

„Ich habs mal probiert, aber das funktioniert bei mir im Internet nicht“.

 

Auf meine Frage, ob es nicht das grösste Kompliment für einen Radiomacher sei, wenn man sein Programm auch tatsächlich höre und nicht, wenn man einen Wisch unterschreibe, der einem von der Chefredaktion aufgedrückt werde, habe ich keine Antwort erhalten.

 

Immerhin hat nun der Zürcher Regierungsrat ein Einsehen und hat die Petition (der Regierungsräte) fürs Erste mit einem Fusstritt in den Äther befördert. Zu recht, wie ich finde, denn ich bleibe dabei. Das Konzessionsgesuch von Energy-Chef Dani Büchi ist so dermassen schlecht, das alles andere als eine Absage blanker Hohn gewesen wäre. Zumindest für alle jene, die etwas mehr als Copy-Past-Methoden angewandt haben, um ihr Formular mit Worten zu füllen.

 

Seit dieser Woche nun kursiert eine ähnliche Petition im Netz. Allerdings unterstützt sie nicht Radio-Energy, sondern den Berner „Bund“.

Der „Bund“ musste sich allerdings nicht um eine Konzession bewerben. Nein, dem „Bund“ wird mit grosser Wahrscheinlichkeit aus rein wirtschaftlichen Gründen der Hahn zugedreht. Obwohl er einer entsprechenden Qualitätsprüfung in konzessionsähnlicher Weise durchaus standhalten würde, wenn es denn eine gäbe.

 

Die Konzession kommt denn auch nicht vom Bund selbst, sondern von einem unabhängigen Unterstützungskomitee. Niemand bei der Espace-Media wird von der Chefredaktion aufgefordert, diese Petition zu unterzeichnen. Auf solche Ideen kommt man in Bern (noch) nicht. Auf meinen Hinweis, man könnte bei Ringier, wenn man schon fleissig sammle, doch auch dieses Ansinnen unterstützen – das seien ja auch Kollegen, habe ich bis heute keine Antwort erhalten.

 

  

Held des Tages: Radiomoderator City 95,5FM

Und aus aktuellem Anlass:

Da wir meist Schlechtes über Journalisten beichten, hier einmal eine lobende Ausnahme. Nur ein wirklich abgebrühter Profi schafft es, die Nachrichten in aller Ruhe fertig zu lesen, während im Hintergrund das Studio zu brennen anfängt (via).

Tages Anzeiger – oder Radiohören für Anfänger

Ein besonderes „Dankeschön“ mit ausgestrecktem Mittelfinger geht heute an den „Züribund“ des Tages Anzeigers.
Unter dem Titel „Im Radiostreit zählt die Qualität“ (S.13) erzählt uns Journalist S.H., welche fünf Radiosender um eine der drei ausgeschriebenen Zürcher Konzessionen buhlen. Ein Artikel, der ausgerechnet das vermissen lässt, was er von anderen fordert, nämlich: Qualität.

Der Text ist unglaublich langweilig, irrelevant und versäumt es dummerweise, die im Titel aufgeworfene Leitfrage zu beantworten: Wer erfüllt die im Sinne des in der Bundesverfassung festgehaltenen Leistungsauftrag geforderten Kriterien zur Qualitätssicherung am besten? Oder einfacher gesagt: Wer hat die besten Chancen, die Konzessionen zu ergattern? Eigentlich eine sehr spannende Frage, stehen ja mit Don Schawinski und Capo Scaglione zwei durchaus interessante und zu allem fähige  Herausforderer den etablierten Sendern (24, Enrg, Zürisee) gegenüber.

Natürlich müsste man zur Beantwortung dieser Frage ein paar Informationen einholen, die sich leider nicht googeln lassen. Zum Beispiel über personelle Ressourcen und interne Weiterbildung der Sender. Aber selbst für Telefon-Hasser lässt sich die Frage dank Eigenrecherche einigermassen schlüssig beantworten. Und Recherche hiesse in diesem Fall vor allem eines: Radiohören.

Da dies dem Journalisten aber offensichtlich zu doof war (ich schreibe ja über Radio, wieso muss ich es dann auch noch hören), propagiert er, notabene als Konklusion, welche Aufgaben der Sender (inklusive Radio24 / TAMedia) zu erfüllen hätte, würde man den zuhören:

«Was über den Sender geht (in der Zeitung steht), muss thematisch relevant und vielfältig sein und das Geschehen des gesamten Verbreitungsgebiets widerspiegeln».

Fazit: Aufgabe nicht erfüllt, Leser wütend und ein Warum-wir-TAMedia-fragwürdig-finden-Blog mehr.

Idiot des Tages IV

Es kann jedem mal passieren, dass er am Telefon verarscht wird. Frau Ypsilanti, Hessens SPD-Chefin, braucht sich also nicht dafür zu schämen, dass sie mit einem «falschen» Franz Müntefering telefoniert hat, der dummerweise beim Radio arbeitete. Selbst dann nicht, wenn man wie im Falle von Frau Ypsilanti munter darauf los plaudert und die «Jusos nageln will (…)».

Ein Idiot ist aber, wer dem Sender umgehend die Ausstrahlung untersagt und ernsthaft daran glaubt, das Ganze bleibe unter Verschluss.

Das ganze Gespräch (7min) gibt’s übrigens auch als TORRENT zum downloaden.