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Köppel vs. Walpen vs. Hartmeier

Folgende Frage beschäftigt mich derzeit: Was ist eigentlich blöder?  Mit Roger Köppel über AC/DC zu sprechen oder mit Peter Hartmeier über Armin Walpen?

Beide Texte haben klar ihre debilen Stärken. Während Hartmeier und Walpen heute auf einer ganzen Seite im TA mit nichtssagender, gähnender Länge bestechen, überzeugte Köppel gestern mit rockigen SVP Analogien, die sich in AC/DC wiederfinden.

Wenn ich bedenke, wie viele Bäume man mit etwas Nachdenken hätte retten können..

D vs. CH – Steinbrück vs. Hartmeier

Der Herr Steinbrück polarisiert hierzulande etwas. Nach wie vor.
In allen deutschen Medien war die Reaktion der Schweiz mindestens am Rand ein Thema. Und wie das so ist, bei nationalen Polit-Themen, beansprucht der Zürcher Tages Anzeiger die Themenführung für sich.
Dumm nur, dass dieses Thema für einmal nicht von der TA-Media lanciert wurde (wie sonst immer, siehe Fall Nef), sondern von Ringier. Daher versucht man in der Redaktion derzeit alles, die Meinungsführung wieder an sich zu reissen.

Wie macht man das am Besten? Richtig, man versucht den lieben Peer (über die Anrede kann man sich streiten) für ein Interview zu gewinnen. Da Berlin-Korrespondent Sascha Buchbinder aber offensichtlich seit Tagen freundlich abgewimmelt wird, hat sich gestern Chefredaktor Peter Hartmeier persönlich in die Diskussion eingeschaltet. (Wer jetzt noch nicht begriffen hat, wie wichtig dem Tages Anzeiger die Meinungsführung in nationalen Themen ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen.)
Doch auch Peter Hartmeier biss auf Granit. Schlimmer noch. Der Chef kam nicht mal bis zu Pressesprecher Thorsten Albig. Er scheiterte bereits an der Sekretärin, die ihm zudem noch eine ziemlich freche Antwort gab und dann einfach den Hörer auflegte. Das schreit geradezu nach Rache.

Held des Tages: Peter Hartmeier

Es ist schon interessant mit anzusehen, wie sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten die Negativmeldungen häufen und damit einer gewissen kopflosen Panik den Weg ebnen. Ich habe mir zwar geschworen die TA-Media zu ignorieren. Wenn aber ein alter, erfahener Hase die Stimmung in einem Leitartikel so auf den Punkt bringt, dann mache ich gerne eine Ausnahme. Denn, da hat Peter Hartmeier meiner Ansicht nach recht:

Derzeit sind wir ein Land ohne Führung.

Natürlich freuen wir uns, wenn ein Bundesrat Zeit findet, dem Kunstmaler Hans Erni zum 100. Geburtstag zu gratulieren. Und selbstverständlich finden wir den Asien-Trip unserer Wirtschaftsministerin inspirierend. Gebannt beobachten wir den Streit von Bundesrat Pascal Couchepin mit den Ärzten. Wir verstehen, dass unsere Bundesräte ihre Tage irgendwie ausfüllen müssen – bestünde da nicht noch ein anderes Problem. Ein kleiner Zwist mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit gewinnmaximierenden Bankmanagern, die angeblich Untaten begangen haben. Mit einer Grossbank, die durch ihre Schräglage unsere Volkswirtschaft gefährdet. Mit Bankkunden, die das Vertrauen in den Schweizer Rechtsstaat verlieren. Mit unbescholtenen Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, die plötzlich verdächtigt werden, Profiteure eines Schurkenstaates zu sein. Die Eidgenossenschaft durchlebt eine der härtesten Krisen der letzten 50 Jahre. Und wieder wird das Land nicht regiert. Weder übernimmt der Bundespräsident die Führung, noch agiert die Aussenministerin. Und in der Diplomatie fehlen offensichtlich Köpfe: In seinen besten Zeiten wäre jetzt ein Franz Blankart eingesprungen oder ein Thomas Borer. Bis vor zehn Jahren bestanden enge Beziehungen zu Deutschland, das oft die Interessen der Schweiz in der EU vertrat. Heute agieren in Berlin mangels eidgenössischen Lobbyings fast nur noch Gegner unseres Landes. In Washington sollen diese Woche einige Schweizer Parlamentarier für die Interessen des Finanzplatzes weibeln. Sie werden böse Überraschungen erleben, weil ein Krisenmanagement nicht aus dem Stegreif organisiert werden kann. Am schlimmsten ist die fehlende Glaubwürdigkeit und Akzeptanz: Manager, deren Horizont nur aus Zahlen besteht, verstecken sich tatsächlich besser in der Anonymität; Politiker, die unser Land international in die politische Isolation trieben, schweigen richtigerweise. Die Bildung einer Taskforce ist eine gute Idee, mit der auch die unselige Trennung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug beendet werden kann. Dafür braucht es aber eigenständige Persönlichkeiten, die gegen innen Unpopuläres sagen und gegen aussen als mutige Interessenvertreter überzeugen.