Schlagwort-Archive: Musik

Helden des Tages: R200K

 

Nun gut, die Jungs von R200K sind eigentlich schon Helden an sich. Aber manchmal lässt sich das bereits erreichte Heldentum auch modifzieren – zur Magnifica Gloria.

Derzeit tourt die Zürcher Band Radio 200000 durch Zentralamerika und spielt Gigs in staubigen Bars und abgewrackten Clubs irgendwelcher unbekannter Orte. Das alleine ist ja schon bemerkenswert – kommt erschwerend dazu, dass die Jungs auf Züri-Dütsch von der Bühne brüllen. Auf Fragen wie „ISCH COSTA RICA IM HUUUUS?“ kommt da normalerweise nicht gerade ohrenbetäubendes Echo.

 

Zum Beispiel in San José. Ein Konzert in einem kleinen  Theater:

«Hat ungefähr Platz für 300 Leute und ist zu einem guten Drittel gefüllt. Nach dem dritten Lied beginnt das Mischpult zu rauchen, nach dem vierten geht gar nix mehr. Egal: a cappella weitergemacht und einen Witz erzählt, bis das Ersatzmischpult installiert war. Die Stimmung ist soso lala und reicht seitens des Publikums von fluchtartig den Saal verlassen bis euphorisch mitschunkeln. Beim Song «Im Huus» springt dann die Sicherung raus, bei «Eisprung» logischerweise gleich nochmals. Rodrigo, der Organisator, zeigt sich aber überraschend begeistert von unserer Musik – und noch beeindruckter von unserem legeren Umgang mit technischen Schwierigkeiten».

 

Das Tourtagebuch findet sich in unregelmässigen Abständen im Tages Anzeiger. Online ist es leider nirgends zugänglich. Das ist immerhin konsequent, da es an die Zustände in Costa Rica erinnert.

Heute nun wird auch 20Minuten auf die Jungs von R200K aufmerksam. Es ist, in meinen Augen, die erste Meldung auf der People-Seite, die tatsächlich so etwas wie einen Inhalt hat:

Die Jungs hatten einen Auftritt in Panama-Stadt, in einem Gefängnis Namens «El Renacer». Der Auftritt war geil, da keine Sau verstand um was es ging (PANAMA HEB D HÄND I D LUUUUFT), die Jungs wurden mit ziemlicher Sicherheit beklaut und trotzdem freute sich jemand: Ein 24-jähriger Basler nämlich (der vermutlich Zürcher abgrundtief hasst) und seit sechs Monaten in El Renacer einsitzt. Warum (ja warum? warum? warum?) verschweigt mir 20 Minuten wieder einmal, getreu der Devise: Inkompetent, uninformiert und ungenau.

Und trotzdem. Die Aktion ist geil. Und das reicht zur Magnifica Gloria. Keine Diskussion. R200K isch d Hose wo d muesch lose. Einmal mehr.

 

 

Werbeanzeigen

Idiot des Tages: Capleton

Die Geschichte könnte auch den Titel tragen: Die Rache des Capleton.

Alternativ ginge auch: Das Versagen von Baselstadt

Zuerst wollte er kommen. Dann durfte er nicht mehr kommen. Dann kam er doch und sagte «I’m definitively upset» und ging wieder.

Später kommentierte Herr G. Schmid folgendermassen:

« (…) Es kommt immer hauefiger vor, dass bei der Ausuebung des Rechts auf freie Meinungsauesserung (uebrigens ein Menschrecht), Personen Nachteile befuerchten muessen, die Meinungen haben, die politisch nicht korrekt sind.»

Und wir erinnern uns in den Worten Peter Thommens:

1989 wurde in Basel bei der Heuwaage ein Schwuler von vier Jugendlichen verfolgt, in der Toilette mit Benzin übergossen und angezündet. Aus einer „Haltung von Normalität“ heraus… Es herrschte grosse Betroffenheit in der ganzen Stadt. Nach 19 Jahren ist dieses Verbrechen schon wieder vergessen. Wieso muten eigentlich heute Heterosexuelle Schwulen zu, über unbestrittene Mordaufrufe zu „diskutieren“?

Noch Fragen?

einsatzplatte: Amanda Palmer / Who killed Amanda Palmer?

Grossartiges und sehr anspruchsvolles Twin-Peaks-artiges Konzeptalbum der Dresden Dolls Frontfrau – oder anders gesagt; Astronaut: A Short History Of Nearly Nothing.

Held des Tages III: Matthias J. Lange

Ich mag aufmerksame Geeks. Echt jetzt.
Dieses Rätsel ist zwar seit langem gelöst, aber Alan Parsons 77’er Album «I Robot» ist tatsächlich klasse, das Cover  (links) zum Album noch besser und wenn einem plötzlich klar wird, dass man physisch vor dem Albumcover steht, dass man als Kind stundenlang angestarrt hat, dann fühlt sich das an wie ein kleines Wunder. Und ich mag Wunder.

hose korrigiert: der nette geek heisst lange und nicht lande! dose e.s.k. soll sich schämen!

einsatzplatte: Monkey / Journey to The West

Nahezu brilliante asiatische Manga-Oper in Albumform mit Blur-Einflüssen. Geniale Soundreise des Gorillaz- & The Good, the Bad & the Queen-Erfinders Damon Albarn, inspiriert und unterstütz durch Chinas Opernguru Chen Shi-Zeng.

einsatzplatte: Keith Emerson / Keith Emerson Band Featuring Marc Bonilla

Neues, wirres Studioalbum des ELP-Frontmanns. Teils gut, teils chaotisch, teils unmöglich. Fazit: Eine 15teilige Suite mit irren Ansätzen.

einsatzplatte: Nightmares on Wax / Thought so..

Musik zum meditieren. Nicht überraschend, nicht enttäuschend, nicht innovativ, nicht schlecht.