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Medien-Fusion – Wie die Romands reagieren

Alors, ce sera demain la Tribune de Zurich? 24 Stunden?

Das mag jetzt zwar lustig klingen und sicher, etwas Galgenhumor kann nicht schaden. Doch die Gelassenheit, mit welcher die westschweizer Zeitungen auf die Übernahme der Edipresse durch die TA-Media reagieren, erstaunt mich doch etwas.

L’expérience du groupe Ringier le montre. L’Hebdo ou L’Illustré sont conçus à Lausanne, pas à Zurich, et c’est à cette connaissance de leur public et de leur région qu’ils doivent leur succès„. Schreibt der Le Temps. Ausgerechnet. Die Zeitung gehört selbst zu über 44% bereits zu Ringier. 44,7% hält Edipresse.

L’avenir des médias s’y joue, face à des concurrences que les frontières cantonales font rire.“ Noch können die Romands lachen.. Analog etwa der Le Matin: „Peur de Zurich?“, nö, aber nicht in Lausanne.Wesentlich kleinlauter die übrigen Edipresse-Produkte wie Tribune und 24 Heures. Dort bettelt man lediglich um den Erhalt der Eigenständigkeit.

Für die kleinen Zeitungen wie Liberté und Courrier wird sich ohnehin nichts ändern. Sie mussten sich immer schon gegen Übermächtige Gegner behaupten. Das zeigt sich auch in den Kommentaren.  Übler als es ist, so denken die Romands, kann es ohnehin nicht mehr werden. Würden sie täglich Newsnetz gestalten und solche Artikel schreiben, sähen sie es wohl etwas anders.

Habe die Ehre.

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Tageskommentar: Ypsilanti’s 7 Minuten

Nun schreiten sie zur Tat, die SPD und mit ihr die Walküre Andrea Ypsilanti. Der Radiosender, der mit seinem Telefonscherz die Hessische Frontfrau in Verlegenheit  brachte, hat nun eine Klage am Hals.

«Es sei Strafantrag gegen die Verantwortlichen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hannover gestellt worden, teilte die Landtagsfraktion der Sozialdemokraten am Mittwoch mit. Die Anzeige richte sich gegen den Sender und die Verantwortlichen für die Veröffentlichung im Netz.»

(Auszug FAZonline)

Was für ein absolut erfolgloser, ja gerade zu erbärmlicher Versuch jemanden für den entstandenen Image-Schaden zu bestrafen. Die Genossen haben offensichtlich nicht nur den Humor, sondern auch den Verstand verloren. Nun drischt die Partei blind auf einen kleinen Radiosender ein, in der Hoffnung mögliche Nachahmer in sämtlichen Radiostationen des Landes zu verschrecken. Dabei war das Gespräch (wie erwähnt) alles andere als brisant. Es ist und bleibt ein relativ harmloses, vielleicht sogar langweiliges Politgeplänkel auf tiefem Niveau, angereichert mit den branchenüblichen Drohgebärden (Linke nageln).
Hätte die Partei nicht mit Klage gedroht, wäre die Sache schnell vergessen gewesen. Andrea nahm’s persönlich, drohte postwendend Youtube, dem Radio und anschliessend pauschal allen Medien und verlieh dem Gespräch damit die Brisanz, die eigentlich immer gefehlt hat. Sollte Frau Ypsilanti ihre Politik in Hessen in Zukunft nach dem selben Motto gestalten, kann man den hessischen Linken nur eines raten: Rennt solange ihr noch könnt.