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Zickenkrieg

Wir sind nicht unbedingt das, was man als Fans von Michèle Roten bezeichnen möchte. Obwohl wir ihr durchaus Schreibtalent zugestehen, finden wir ihre Inhalte schon seit längerer Zeit banal und empfinden ihre Schreibe als als Libido zerstörerend. Darum lesen wir die Kolumne auch nicht mehr regelmässig. Wie bei anderen Journalisten *hüstel* ist es einfach zu vorhersagbar, um was es gehen wird.
Diesen Samstag allerdings hat uns Michèle-National wieder einmal überrascht. Allerdings nicht grundsätzlich thematisch, sondern mit einer Art Seitenhieb auf Berufskolleginnen in einem Nebensatz.

Ich sass in einem Wartehäuschen und wartete auf den Zug mit mir und meiner schlechten Laune und meinen zwei Unterhosen, und keiner von den vieren war gute Unterhaltung. Auch nicht das Plakat für Joghurts, welche die Verdauung und damit ALLES, die ganze Welt und das ganze Leben gut machen, WAS NICHT STIMMT!, und auch nicht die Gratiszeitungen mit all den unfassbar schlechten selbstreferenziellen Kolumnen von jungen Frauen, die mir jede Lust auf meine eigene selbstreferenzielle Kolumne nehmen und aufs Frau-Sein sein und darauf, jemals wieder einen Buchstaben zu benutzen, den die schon benutzt haben.

Ich könnte mich natürlich täuschen – trotzdem klingt das wie eine heftige Breitseite in Richtung Blick-am-Abend-Kolumnistin Sara Stutz. Ausgerechnet die talentierte Sara Stutz, die wohl würdigste aller Michèle Roten-Followerinnen, wird von Mama verstossen. Das muss weh tun. Schliesslich hat sich Sara Stutz in einem durchaus fiesen User-Rating über Wochen mit Texten in einer Gratiszeitung gegen alle anderen miesen Kolumnenschreiber der Schweiz durchgesetzt und darf sich darum zu Recht Siegerin einer Art Online-Castings schimpfen. Zur Belohnung muss sie nun in einer gewissen Regelmässigkeit den Blick am Abend mit ihren Sex-Single-Kolumnen bereichern.

Fairerweise müsste man noch anfügen, dass Sara’s Texte im direkten Vergleich mit Michèle’s Kolumnen gar nicht mal so mies abschneiden – auch Sara kann schreiben. Und im Vergleich zu Oma Michèle dreht sich auch nicht jeder zweite Text um die eigene Vagina. Überflüssig und langweilig sind sie aber trotzdem alle beide.

Darum – prügelt euch! Dann wird’s vielleicht endlich wieder einmal spannend.