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Korrekte Berichterstattung – oder die Angst inkompetent zu wirken

Schon seit einigen Tagen weisen wir hier auf Pannen und Ungereimtheiten bei der Berichterstattung über die Influenza Porzine hin. Offensichtlich geht es nun munter weiter. Denn Es scheint niemandem wirklich klar zu sein, welche Fakten in Bezug auf Kerry F. tatsächlich gelten. Und mit einer fast schon bewundernswerten Selbstverständlichkeit kolportieren Journalisten , was sie für Tatsachen halten.

Am verlässlichsten müsste eigentlich die Aargauer Zeitung berichten. Schliesslich liegt das Kantonsspital Baden in ihrem Hoheitsgebiet. Und die MZ-Regionaltrüffelschweine müssten über das beste Informationsnetz verfügen. Und das stand heute in der AZ:

16 Spitalangestellte, die mit Kerry F. in Kontakt waren, wurden nach Hause geschickt und mit Tamiflu versorgt. Ebenso 15 Personen ausserhalb des Spitals, darunter Kerrys Freunde, die mit ihm in Mexiko waren (..)

Der einzige Qualitätstitel der heute/1.Mai erscheint, ist der Berner Bund. Auch dessen Informationen gelten im Normalfall als verlässlich. Dieser beschreibt dieselben Massnahmen wie folgt:

Um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern, hat der Aargauer Kantonsarzt deshalb Quarantänemassnahmen beschlossen für alle, die mit dem Erkrankten vorher Kontakt hatten: Es handelt sich um 13 Personen aus seinem privaten Umfeld sowie um 11 Personen der Spitalpflege. Sie müssen einige Tage zu Hause bleiben und werden mit Tamiflu behandelt.

Wer die Berner Zeitung liest, macht das Chaos perfekt. Dort heisst es:

Insgesamt wurden 13 Personen identifiziert, die in der Zwischenzeit mit dem jungen Mann Kontakt gehabt hatten. diese werden laut Beer vorsorglich mit Tamiflu behandelt und zu Hause in Quarantäne gehalten. Weitere 11 Personen, die im Krankenhaus mit dem Patienten Kontakt hatten, wurden ebenfalls informiert.

In der BZ wurden also 11 Personen des Personals „informiert“, im Bund mussten diese 11 zu Hause bleiben und Tamiflu futtern in der Aargauer Zeitung waren´s plötzliche 16? Von den „Freunden“ von Kerry F wollen wir erst gar nicht reden. Weiss eigentlich überhaupt jemand zuverlässig was passiert ist? Oder geht es einfach darum die eigene Version der Geschichte zu kolportieren und die Angst inkompetent zu wirken, wenn deklariert wird, dass die genauen Umstände sowie die Anzahl der Betroffenen schlicht nicht bekannt sind?

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