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Idiot des Tages: Die Typen von Chrysler

 

Ich gebe zu: Eine totale Verweigerungshaltung in Krisenzeiten kann durchaus Sinn machen. Wenn man allerdings über dem Abgrund balanciert, wäre es eventuell an der Zeit über einen Taktikwechsel nachzudenken.

 

Die Auto-Seite im Blick (heute S. 31) ist diesbezüglich so etwas wie das Verweigerungshaltungs-Barometer. Sprich, je grösser die Verweigerung, desto schlimmer die Krise.

Seit der US-Senat das Ansinnen der US-Autoindustrie (Zur Erinnerung: Ford, Chrysler &GM) mit einem Fusstritt (ich liebe den Fusstritt) in den Äther befördert hat, steht vor allem Chrysler am Abgrund. Mit Dodge und Jeep besitzt Chrysler nämlich so etwas wie die „schlechtesten Karten“ im derzeitigen Autopoker. Eine Erklärung erübrigt sich.

 

Wenn der Blick heute also in seiner (Publi-) Reportage fragt, warum Chrysler derzeit keine neuen Dodge- und Jeepmodelle liefert, dann antwortet der Managing Director Thierry Hubert mit:

 

Jetzt folgt eine Konsolidierungsphase mit intensiver Modellpflege sowie einigen Überarbeitungen.

 

Überarbeitung heisst nach Hubert: „So werden beispielsweise diverse Modelle komplett neue und qualitativ hochwertige Interieurs bekommen„.

 

Nicht nur zeigt Chrysler damit, dass man genau am richtigen Punkt ansetzt, nein man hat auch das Mittel gefunden, um das schwindende Kundeninteresse wieder anzukurbeln.

 

Besser ist nur noch Huberts Antwort auf die Frage: Wird Chrysler diese Krise überleben?

Natürlich!

 

Zu Caesars Zeiten hat man den Überbringer schlechter Nachrichten kurzerhand erschlagen. Da dies aus humanitären Gründen heute nicht mehr geht, greift man zur Verweigerungstaktikt. Das Barometer liegt am Anschlag. Die Weltwirtschaftskrise ist da.

Idiot des Tages V

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis (ohnehin eine meiner Lieblinge aus der Sparte von..und…zu..) wandert dereinst nach ihrem Ableben direkt in die Hölle. In einem Interview mit der «Bild am Sonntag» (14.9.2008), denunziert sie Homosexualität als Modeerscheinung.

«Das ist eine Zeitlang modern, so wie damals bei den alten Griechen. Und dann wird daraus ein Kult gemacht».

Ja. Genau. Und wenn’s dann alle machen wird’s ein Trend (Willkommen in Zürich, der schwulsten Stadt der Welt.. hatten wir schon?).
Differenziert ist übrigens auch Glorias Meinung zu Afrikanern.

«Die Afrikaner sind mitnichten anders drauf als wir. Dass die mehr ‹schnackseln›, hat mit den klimatischen Bedingungen da unten zu tun»

Glücklicherweise ahnt Gloria wenigstens, dass sie dereinst direkt in die Hölle wandert.

«Ich hoffe, dass ich irgendwann einen gnädigen Gott finde und keinen gerechten Gott. Denn wenn es ein gerechter Gott ist, heisst es für mich: ‹Ab in die Hölle›»

Keine Panik Gloria, denn solltest du dereinst wirklich in die Hölle kommen kannst du dich darauf verlassen, dass es von Schwulen nur so wimmelt (auch der Höllenbewohner will kultig sein), und da es so scheiss heiss ist da unten, wollen die ja eh nur schnakseln.

Dumm für Gloria. Wer nicht schwul ist, muss leiden.

Idiot des Tages III

Heute morgen spuckte der Agentur-Ticker der SDA folgende Meldung aus:

Mann flüchtet vor Polizei ins Gefängnis.

Die Stadtpolizei St. Gallen hat am Freitagabend beim Bohl einen 19-Jährigen kontrolliert und dabei festgestellt, dass dieser 4 Gramm Heroin auf sich trug. Der Mann wurde auf den Polizeiposten an der Neugasse gebracht.

Während der weiteren Abklärungen flüchtete der Drogenkonsument und rannte in den nächstgelegenen Innenhof, wie die Polizei mitteilte. Zu spät bemerkte der Flüchtende, dass er in den Innenhof des Bezirksgefängnisses gerannt war. Das Gittertor des Hofes hatte nach der Einfahrt eines Gefangenentransporters kurz offen gestanden.

Nach Abschluss der polizeilichen Befragung durfte der 19-Jährige das Gefängnis auch von innen kennenlernen. Wegen Verdunkelungsgefahr wurde er inhaftiert.

Es wirkt zwar immer etwas plump, wenn Agenturjournalisten versuchen witzig zu sein. In diesem Falle aber drücken wir ein Auge zu. Mehr noch; wir verleihen dem Journalisten den Titel Idiot des Tages, für die Leistung diesen Blödsinn auch no zu rapportieren.

Idiot des Tages II

Präsident Morales fordert in Bolivien US-Botschafter Goldberg auf, das Land zu verlassen. Ein etwas hilfloser Versuch die Opposition im eigenen Lande abzustrafen.  Zum Glück gibt es ja noch Hugo Chavez. Ein Mann der sich nie zu Schade ist, bei idiotischen Aktionen mitzumachen. So hat Chavez aus Solidarität mit Morales präventiv den US-Botschafter angewiesen, Venezuela zu verlassen.

Der Idiot des Tages

Hiermit verkündet ich feierlich die Eröffnung eines neuen Ressorts:

Der Idiot des Tages.

Diese besondere Auszeichnung wird jeweils an Menschen verliehen, die sich mit Äusserungen oder Aktionen abseits des gesunden Menschenverstandes verdient gemacht haben.
Heute vergebe ich diesen Titel gleich zwei Persönlichkeiten, wobei ich mich noch nicht genau entschieden habe, welcher von den beiden Herren der dümmere Idiot ist. Die Position bleibt à discuter.

Es handelt sich dabei um Willi Frommenwiler und Hans-Adam II, Fürst von und zu Liechtenstein.

Willi Frommweiler stammt aus Thunstetten im Kanton Bern und ist Mitglied der Freiheitspartei. Das alleine reicht allerdings nicht aus, um Idiot des Tages zu werden. Wo kämen wir auch hin, wenn wir hier täglich eine Laudatio auf Herrn Jürg Scherrer schreiben müssten (…).
Nein, Willi betreibt nebst eigenem Weblog auch eine eigene Website Namens www.kriminelle-auslaender.ch. Dort erfahren wir nicht nur solch wertvolle Dinge wie „Entwendetes Motorrad in Serbien aufgetaucht“, wir dürfen uns auch gleich noch ein Bild davon machen, wer es möglicherweise in der Schweiz gestohlen haben könnte. Willi ist folglich nicht nur ein nach den Datenschutzgrundsätzen fragwürdig handelnder Denunziant, nein, Willi ist auch ein Menschenfreund. Eine Art Strafgerichtshof Den Haag Miniatür. Denn Willi schreibt:

„Menschen sind Menschen – egal welcher Herkunft. Gewalt ist immer zu verurteilen. Die Meinung zu haben, Ausländer zu schützen, indem hohe Gewalttätigkeit Asylsuchender bestimmter Herkunft auf Integrationsprobleme zurückgeführt wird, ist wirklich Hilfsbedürftigen gegenüber nicht fair.“

Merke: Wer Gewalt als Ursache von Integrationsproblemen versteht, behandelt wirklich (sic!) Hilfbedürftige unfair.

Eigentlich ist es schwer vorstellbar, dass jemand den Willi heute noch toppen kann. Doch Hans-Adam macht’s möglich.
Kurz zusammengefasst geht die Geschichte so:
Der Berliner Prof. Dr. W. Michael Blumenthal wollte sich von Fürst Hans-Adam II mal kurz ein paar Bilder für seine Austellung im Jüdischen Museum in Berlin borgen. Thema der Ausstellung: „Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute“. Da die Fürstenfamilie während des zweiten Weltkriegs ebenfalls kunstvolle Federn lassen musste, ist Prof. Blumenthals Anfrage durchaus nachvollziehbar.

Nun, Fürst Hans-Adam ist schon etwas älter. 82 um genau zu sein. Dies mag zwar folgende Textpassage aus dem persönlichen Brief an Herrn Prof. Dr. W. Michael Blumenthal (Bild) erklären:

„Mit dem Zweiten Deutschen Reich befinden wir uns noch immer im Kriegszustand, da dieses untergegangen ist, bevor es mit uns Frieden schliessen konnte, und das Dritte Reich Gott sei Dank untergegangen ist, bevor es seine Drohung in die Tat umsetzen konnte, das Fürstentum „anzuschliessen“.

Aber, das fortgeschrittene Alter, plus der aktuelle Steuerstreit mit Deutschland dürften als Rechtfertigung für folgende Passage nicht mehr reichen:

„Was die deutsch-liechtensteinischen Beziehungen betrifft, warten wir hier auf bessere Zeiten, wobei ich zuversichtlich bin, denn in den vergangenen zweihundert Jahren haben wir immerhin schon drei Deutsche Reiche überlebt, und ich hoffe, wir werden auch noch ein viertes überleben“.

Ein einfaches „Nein, wir vergeben derzeit keine Bilder nach Berlin“ hätte auch gereichtnügt.

(Quelle Brief: Tages Anzeiger Printausgabe 11.9.2008)