Schlagwort-Archive: Held des Tages

Held des Tages: Radiomoderator City 95,5FM

Und aus aktuellem Anlass:

Da wir meist Schlechtes über Journalisten beichten, hier einmal eine lobende Ausnahme. Nur ein wirklich abgebrühter Profi schafft es, die Nachrichten in aller Ruhe fertig zu lesen, während im Hintergrund das Studio zu brennen anfängt (via).

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Held des Tages: Mathias Plüss, Wissenschaftsjournalist

Nun haben wir endlich Klarheit:
«Wetterhexen: Vor 400 Jahren wurden besonders viele Wetterhexen verbrannt. Weil sich das Klima verschlechterte».

Quelle: Mathias Plüss in: DAS MAGAZIN 42/2008

 

Die Analogie ist nicht zu überlesen:

 

Würden wir noch im Mittelalter leben, würden heute besonders viele Bankmanager verbrannt. Weil sich das Wirtschaftsklima verschlechtert.

 

Wer noch einen Beweis für das magische Wirken der Hexer sucht, lese heute die Südostschweiz.

  

«Die Bankmanager waren die Könige der Marktwirtschaft, die aus nichts blankes Gold schufen, das monetäre Perpetuum mobile erfunden hatten».

Quelle: Andrea Masüger in: Die Südostschweiz NR. 285, Titelseite

 

Dumm nur, dass sich durch das Verbrennen der Wetterhexen das Klima nicht wirklich verbesserte.

 

 

Held des Tages III: Matthias J. Lange

Ich mag aufmerksame Geeks. Echt jetzt.
Dieses Rätsel ist zwar seit langem gelöst, aber Alan Parsons 77’er Album «I Robot» ist tatsächlich klasse, das Cover  (links) zum Album noch besser und wenn einem plötzlich klar wird, dass man physisch vor dem Albumcover steht, dass man als Kind stundenlang angestarrt hat, dann fühlt sich das an wie ein kleines Wunder. Und ich mag Wunder.

hose korrigiert: der nette geek heisst lange und nicht lande! dose e.s.k. soll sich schämen!

Held des Tages: Hugo Stamm

Eigentlich hatte ich die Kelly-Family bereits vergessen. Zusammen mit anderen unliebsamen Kindheitserinnerungen. Hugo Stamm, zeichnender Redaktor (das sagt man so in der Schweiz, vergleiche dazu „Redakteur“ in Deutschland) beim Tages Anzeiger und Sektenexperte, der sich liebend gerne mit Scientology prügelt,  hat wohl folgende Meldung in der Qualitätszeitung 20Minuten gelesen:

Paddy  Kelly  lebt jetzt im Kloster (1.10.2008 / S. 29)

Für diejenigen, welche nicht alle Kelly Family CDs besitzen: Engelshaar Kelly war der Mädchenschwarm einer inzestuösen multikulti Musiker-Familie namens Kelly Family, die auf einem Hausboot lebte. Im Unterschied zu Michael Jackson, der ungefähr dasselbe Schicksaal teilen musste (ausser das mit dem Boot), lebt Pädi (30) heute aber ohne Kinder in einem katholischen Kloster im Burgund.

Was also macht Hugo Stamm aus einer solchen Meldung? Genau, er analysiert die fundamentalistischen Tendenzen der Brüder von St. Jean, denen Pädi nun angehört:

„Die Gemeinschaft vom Heiligen Johannes, deren Mitglieder sich zu Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit verpflichten müssen, ist heftig umstritten. Für französische Sektenexperten ist der katholische Orden eine sektenhafte Bewegung. Die Kritiker werfen dem Kloster mit rund 500 Mitgliedern vor, vermögenden Novizen das Geld abzunehmen und sie von der Aussenwelt zu isolieren. Ausserdem sei es schon zu sexuellen Übergriffen und körperlicher Gewalt gekommen. Die Ordensbrüder bestreiten dies jedoch.“

Quelle: Tagesanzeiger.ch

Hugo zeigt damit, wie man aus einer dämlichen Meldung eine noch dämlichere Meldung machen kann. Wir danken für den kurzen Lacher, den uns dieser Artikel abgezwungen hat, indem wir uns an folgendes Video erinnern:

Held des Tages II: Johnny Cash

Als ich heute im Auto sass, wurde mir plötzlich klar, dass nur Johnny Cash es wirklich jemals geschafft hat, das Tief-Traurige, das zerstörerisch-depressiv Bodenlose, das repetitiv-predigende Endlose aus diesem Song heraus zu holen. Das soll ihm mal einer nachmachen. Die Fahrt hätte eigentlich direkt in die Hölle führen müssen.