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Welche Musik will Zürich?

Warum Radio 105 den Namen Radio nicht wirklich verdient, haben wir hier bereits erläutert. Heute nun geht der Musikkanal, wie es eher heissen müsste, auf Sendung. Gestern nun durften auserwählte Journalisten (….) (…) (..) (.) () o den Sender in den Redaktionsräumen probehören. Die NZZ war so nett, einen Eindruck im Zürichbund zu veröffentlichen.

Radio 105 soll ohne Power-Rotationen auskommen – sprich: Kein Song wird im 90-Minuten-Takt wiederholt. (…) Man vermutet: Schliesslich werden nicht nur die Jingles dem gängigen Privatradio-Sound ähneln. Kommt hinzu, dass man sich bei 105 – wie bei den UKW-Platzhirschen – mit Schweizer Popmusik schwertut. «Es gibt nur gute oder schlechte Songs», sagt Scaglione . «Von Quoten für Schweizer Musik halten wir nicht viel.» Denn wie seine Konkurrenten muss auch Radio 105 die Massen bedienen, um auf dem Werbemarkt genügend Geld zu akquirieren.

Zur Erinnerung: Scaglione sagte, als Musiker würde er vor Gericht auf Schadensersatz klagen, falls das Programm zu sehr klinge wie das, was wir schon haben und die Songs „zu Tode gespielt werden“.
Sehr vielversprechend sind da auch die Massnahmen, die Scaglione via 20 Minuten bereits zur Qualitätssicherung eingeleitet hat. Er ermittelt das Befinden des Publikums anhand von „Testhörern“.

Konkret müssen die Testhörer bestimmte Musik­sendungen mitverfolgen und von der Redaktion gestellte Fragen dazu beantworten können. «Je nach Rückmeldungen passen wir unsere Musikauswahl an», so Scaglione

Gratisarbeit kennt Scaglione nicht, deswegen werden die Testhörer auch fürstlich entlöhnt. Die 25 Aktivsten erhalten ein Handy und kriegen eine Studioführung.

Bei Last.fm krieg ich wenigsten meine eigene Playlist. Handys werden einem ja eh nachgeschmissen und wer will schon so ein poppliges Studio von innen sehen. Da müsste ich mich ja noch bewegen..

Eidg. geprüfte Linkschleuder

Die Pendlerzeitung .CH ist nun doch definitiv am Ende. Der Verwaltungsrat habe zwar Alternativprojekte geprüft, aber keines für wirtschaftlich realisierbar befunden, schreibt die SDA. Die Angestellten erhalten die Kündigung auf Ende Mai. „..niemand erhalte weniger als 2 Monatslöhne“, sagte Ernst Buob, Verwatlungsratspräsident der Punkt ch AG.
Soviel zum Thema Sozialplan.

Am Donnerstag in einer Woche startet Giuseppe Scaglione mit Radio 105 auf UKW in der Region Zürich. Eigentlich müsste es ja heissen: startet Scaglione mit seinem Musikprogramm auf UKW. Moderiert ist das „Radio“ nämlich erst ab September. Im Tages Anzeiger findet sich heute das Interview und folgendes Verpsrechen, auf die Frage, welche Musik Scaglione denn selber toleriere und folglich auch spielen werde: Ich bin diesbezüglich ziemlich tolerant. Bands wie Franz Ferdinand, Kings of Leon, oder Kaiser Chiefs finde ich toll, zeitgemäss, gut gemacht und auch nicht zu abgefahren, aber auch Exotischeres wie Sébastien Tellier oder Röyksopp gefällt mir. Es geht nicht um einzelne Titel. Was mich fertigmacht ist ein Musikprogramm, das die immer gleichen Songs laufen lässt und diese kaputt spielt. Als Band würde ich da auf Schadenersatz klagen. Wir werden Songs senden, die bei uns etwas auslösen – Verkaufszahlen, Covers und Namen interessieren uns nicht.
Ich hab meine Klageschrift schon mal vorbereitet.

NZZ-Redaktor Rainer Stadler erklärt, was Schweizer Rezipientinnen und Rezipienten denken. Denn eigentlich geht den Menschen der Strukturwandel der Medien am Arsch vorbei. Und, zwischen den Zeilen erfährt man, warum sich die Schweiz damit in die untere europäische Meinungsliga katapultiert.

46 Chefredaktoren und leitende Journalisten aus 19 Ländern haben eine „Europäische Charta für Pressefreiheit“ verabschiedet. Die Charta formuliert Grundsätze für die Freiheit der Medien gegenüber staatlichen Eingriffen. Das klingt ein wenig nach UNO. Diskutieren tut gut, handeln wäre besser.