Schlagwort-Archive: Fernsehen

Dumb and dumber

Fernsehen macht dumm –  und tot, sagt mir heute Newsnetz. Eigentlich müssten wir alle schon längst tot sein, zumindest dann, wenn man in seinem Leben schon total 10 Stunden fern gesehen hat.

Ich bin ein lebender Toter. 10 Stunden schaff ich locker in einer Woche. So lese ich heute:

In den folgenden sechseinhalb Jahren steigerte jede täglich vor dem Fernsehgerät verbrachte Stunde die generelle Sterblichkeit um elf Prozent. Die Gefahr, einer Herzkreislauf-Erkrankung zu erliegen, stieg sogar um 18 Prozent. Selbst die Krebsmortalität nahm zu, allerdings nur um neun Prozent.

Jede Stunde steigert also die Sterblichkeit um elf Prozent, bei Herzkreislauf-Erkrankung sind es sogar 18.

Ich bin ein medizinisches Wunder! Her mit dem Nobelpreis! Her mit dem Ruhm! Ich stelle meinen noch lebenden Körper der Forschung zur Verfügung. Gegen ein Bescheidenes Entgelt von 1 Mio £ die Stunde, täglich, versteht sich.

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Ach, ach Ahmadinedschad

Seit heute morgen haben wir also endlich Gewissheit. Der Sprecher des Wächterrats hat bestätigt, was alle schon wussten. Es gab deutlich mehr Stimmzettel als Wähler.

Doch eigentlich kommt es gar nicht mehr auf die Anzahl Stimmen an. Denn der Ayatollah hat sich entschieden, das Machtwort ist gesprochen. Für Ahmadinedschad, die Regierung und den geistlichen Führer gibt es kein Zurück mehr.  Letzten Endes geht es für die Opposition nur noch darum, dieser Dreierallianz die Stirn zu bieten, in der Hoffnung, das ansonsten eher apolitische Iranische Volk lasse sich nicht über den Tisch ziehen.
Die Regierung versucht derweil mit immer drastischeren Mitteln, die Opposition und vor allem die oppositionellen Medien mundtot zu machen. Der Einzige, den man in diesem Gewirr noch reden lässt, ist erstaunlicherweise der Korrespondent des Schweizer Fernsehens, Ulrich Tilgner. Ausgerechnet der Ulrich Tilgner, der soeben seinen Vertrag mit dem ZDF nicht mehr verlängert hat, mit dem Hinweis, er werde von der Redaktion zu sehr zensiert. Mit anderen Worten, von allen kritischen Journalisten lässt die Regierung ausgerechnet jenen Reporter im Land, der schon am Abend des 11. Juni, also am Abend vor der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses, von Betrug sprach.  Und nicht nur das. Am 12. Juni verurteilte er Ahmadinedschad deutlich schärfer als alle anderen Medien. Und von diesem Konfrontationskurs ist er bis heute nicht abgewichen. Immer noch berichtet er täglich live aus Teheran, in klarer Bild- und Tonqualität. Und das in einer Zeit, da die Opposition längst aufs Internet ausgewichen ist, da Telefon, Print und TV nicht mehr funktionieren.

Irgendwie passt da etwas nicht zusammen. Entweder hat der Ulrich Aktfotos von Ahmadinedschad in seiner Schublade, oder er hat sich bei einem Ayatollah in die Familie eingeheiratet.

Ach – und bevor ichs vergesse: Schön zu sehen, dass Twitter doch noch einen Sinn zu haben scheint.

Wenn Idioten Fernsehen machen

Die Meldung hat inflationäres Sprengpotential. Ein schweizer Spass-Faschist, Ein Pleitier und ein Praktikant erhalten von Pro7 den Auftrag, eine Casting-Show zu moderieren.

Wenn man bedenkt, dass Detlef D. Und Dieter B.sowie Uri G. Und sein Handlanger nicht mit von der Partie sind, könnte man schon fast von einer Überraschung sprechen. Von einer fiesen Überraschung, denn einer der drei Clowns heisst DJ Bobo. Ich dachte zuerst, ich lese nicht richtig. DJ Bobo hat, wenn man das Gehopse und die Musik mal abdreht, absolut kein Unterhaltungspotential. Mehr noch, Bobo ist ein Spass-Faschist mit holprigem Hochdeutsch, dessen letzte grosse Tat ein mitleiderregendes „0“-Points erntete.

Verena Pooth aka Verena „The Swan“ Feldbusch verbrachte die letzten Monate damit zu beteuern, sie sei unschuldig und hätte von den Schummeleien ihres Mannes keine Kenntnis gehabt. Dummerweise hat ihr das irgendwie keine Sau geglaubt. Darum war sie bis gestern auch arbeitslos.

Und Elton? Nun, das Letzte was ich von Elton mitbekommen habe, war, dass er sich mittels Handeschellen an einen anderen Idioten gekettet hat, der sich ebenfalls Praktikant schimpft. Zusammen haben sie idiotische Dinge getan, die halt nur Praktikanten können, die mit 30 immer noch Praktikanten sein wollen. Sie furzen sich ins Gesicht und kotzen sich gegenseitig über die Füsse.

Dieses Trio wird also in Zukunft eine Show moderieren, in der noch grössere Clowns mit noch dümmeren Ideen gesucht werden. Das Anforderungspotential ist riesig, schliesslich sitzen mit Pooth, Bobo und Detlev Elton, schon drei international geprüfte Vollidioten in der Jury. Während mich NEWS, Blick und die anderen Retorten-Papiere heute etwas zahnlos über diesen Knüller informierten, lieferte mir die Neue Luzerner Zeitung noch gleich die E-Mail Adresse für die Bewerbung: sandra.scholz@prosieben.de

Die Annahme, dass die Quote von Menschen, die bei solchen Shows mitmachen wollen in der Innerschweiz leicht höher liegt als im Rest der Schweiz, wollen wir hiermit nicht bestätitgen.

Pro7 – Wenn Realität auf Fiktion trifft

Wer immer noch glaubt, Fernsehnachrichten hätten zum Ziel die Informations-Realität abzubilden, der lese dies.

Idiot des Tages: Zattoo

Im Büro mussten Journalisten bisher Zattoo immer heimlich am IT-Support vorbei installieren. Wilmaa bietet nun den gleichen besseren Service im Browserfenster, in überlegener Qualität (ca. Zattoo OSX HD Qualität) und mit weniger Zeitverzögerung (-6s.). Dafür mit etwas weniger Sendern. (via)

Skirennen SF 2 - Wilmaa (links) / Zattoo (rechts)

Idiot des Tages: Marcel Reich Ranicki

Ich habe noch einmal darüber nachgedacht und die betreffende Person eruiert. Es handelt sich dabei um einen Ex-Mitarbeiter des ZDF.

Ranickis Qualitäts-Kritik hatte zwar Dutzende von Feuilletons-Artikel zur Folge, Konsequenzen hatte sie aber, bis auf eine Ausnahme keine.

Fazit: Die einzige bisher wirklich programmrelevante Veränderung im Zusammenhang mit Ranickis Kritik war die Streichung der Sendung „Lesen“, inklusive Entlassung der Moderatorin.

Gilt der Begriff „backfire“ eigentlich auch im Kulturbereich?