Schlagwort-Archive: Energy

Heeb Heeb Hurra

Man merke: Wenn man nur lange genug weint, droht und klagt, dann klappt das irgedwann doch noch mit der Radiokonzession à la Schawinski.

Und ehrlicherweise muss man sagen: es kann nur besser werden.

Statt in Promi-Gähn-Songs, würde man bei Energy das Geld besser in professionelle Weiner investieren.

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Nieder mit Ringier – oder rette sich wer kann

Das muss weh tun.
Stellen wir uns einmal vor, was ein Ringier-Mitarbeiter aus den aktuellen WEMF-Zahlen herauslesen kann, ja sogar muss, wenn er denn nicht blind ist:

CASH Daily
Einst entstanden aus dem Wochenblatt CASH, war die einzige Gratiszeitung, die mit einem etwas anderen Konzept als Boulevard, Softnews und Tageszusammenfassungen auf sich aufmerksam machte. Heute nun erfahren wir: Die Tageszeitung hat seine Reichweite zwischen Ende 2007 und Ende 2008 um über 60% gesteigert. Bessere Verkaufsargumente kann sich ein Werbeakquisitator nicht mal im Traum wünschen. Zum Bedauern der Mitarbeiter (sonst hat sich niemand gross beklagt) wurde der Titel letzte Woche eingestellt

BLICK
Während der Blick am Abend trotz Neustart (ehemals heute) und Konzeptwechsel in Sachen Auflage mehr oder weniger stabil blieb, konnte das Flaggschiff des Konzerns, das Boulevardblatt BLICK erstmals den seit Jahren anhaltenden massiven Absatzrückgang bremsen, ja gar aufhalten. Wir erinnern uns: Werner De Schepper flog raus, Bernhard Weissberg kam, aus dem Broadsheet wurde ein Tabloid und aus dem eher strikten Boulevardkurs ein eher gemässigter mit eigenen Geschichten und Reportagen. Weissberg hat sein Ziel erreicht. Auftrag erfüllt. Gut gemacht. Wir gratulieren.
Wie letzte Woche bekannt wurde, stellt Blick bereits in wenigen Monaten wieder auf Broadsheet um, sucht einen neuen Chefredaktor und will wieder den strikten, harten Boulevardkurs fahren.

ENERGY
Darüber gibt die WEMF natürlich keine Auskunft. Ich möchte hier einfach noch einmal erwähnen, dass Energy zum Ringier-Konzern gehört. Und das erst seit kurzem (2007). Das war ein super Einkauf. Bravo.

Wenn ich das so lese, dann frage ich mich: Welche Eignung muss man eigentlich mitbringen, damit man bei Ringier strategische Entscheide fällen darf? Ausser dass man ganz offensichtlich hirntot sein muss? Hübsch sind sie ja auch nicht sonderlich. Dieser Konzern bleibt so etwas von führungs- orientierungs- und meinungslos. Ein Verkauf ist die einzige vernünftige Entscheidung, die man derzeit noch fällen kann. Und die diesen Verlag vielleicht noch zu retten vermag.

Kommentar zur Fusion von Radio und TV

Gestern war kein guter Tag für die SRG.
Der Medienkonzern hat ein höheres Minus eingefahren als erwartet, nun muss der Verwaltungsrat an der Sparschraube drehen. Logisch, dass man hofft, durch die Fusion von TV und Radio einiges an Gebührengeldern sparen zu können, um so wenigstens den Status Quo zu erhalten.

Was also erwartet den Fernseh- und Radiozuschauer? Muss der Nachrichtenredaktor von Radio DRS tatsächlich künftig mit einem Kamerateam ausrücken? Wird die Hauptausgabe der Tagesschau ab 2010 von Casper Selg moderiert und damit endlich wieder zu einem ernstzunehmenden Nachrichtenformat? Und erhält Anna Maier endlich ihr lang ersehntes Comeback beim SF, weil der Nachmittag von DRS3, ähnlich wie die Nachtwache nun auch live im TV zu sehen sein wird?

Die Antwort ist simpel: Nein.

Gespart wird dort, wo es der Zuschauer am wenigsten zu spüren kriegt, wo es einfach machbar ist und wo die Leute bereits heute zusammen arbeiten. Am einfachsten geht dies am Beispiel der Sportredaktion. Statt wie bis anhin üblich jeweils zwei komplette Teams an Weltmeisterschaften, Olympiaden und andere Grossanlässe zu schicken, wird man in Zukunft ein Kernteam bilden, aus dem sich alle bedienen. Das bedeutet: Einfache statt doppelte Administration, Synergien nutzen usw. Das gleiche Rezept kommt bei Grossanlässen wie zum Beispiel beim WEF zum Tragen. Zum Beispiel aber auch bei Bundesratssitzungen, nationalen Pressekonferenzen usw.

Ist das schlecht? Und bedeutet dies ein Verlust an Qualität?

Nein, das ist sicherlich nicht per se eine schlechte Idee. Die Technik ist heute soweit fortgeschritten, dass eine verstärkte Kooperation im administrativen Bereich durchaus Sinn macht. Nicht nur bei der SRG. Da könnten auch die Privaten noch einiges lernen. (Wer jetzt den Kopf schüttelt, der erkundige sich doch mal, wie beispielsweise das Zusammenspiel von Energy und Blick funktioniert, oder von Radio24 und Tele Züri – ernüchternd, eh?)
Bedenklich wird es allerdings dann, wenn es um inhaltliche Leistungen geht. Also, wenn etwa der gleiche Journalist dem Wirtschaftsführer oder Politiker die gleichen Fragen für Radio und TV stellt. Oder, wenn eine Zentralredaktion alle Magazine zu einem Thema bedient (Stichwort Wissenschaftsredaktion). Dies führt nicht nur zu einer Themenarmut, sondern zu einer noch exzessiveren Marktmacht. Sollte also dereinst nur noch eine einzige Volksmusikredaktion existieren, würde selbst die Pro Forma-Konkurrenz zwischen Radio und TV inexistent und es gäbe für Leute wie Marianne Cathomen, die bereits jetzt behauptet von SF boykottiert zu werden, gar keine Ausweichmöglichkeiten mehr.

Die grösste Gefahr für uns Zuhörer und Zuschauer liegt also nicht in der Fusion, oder darin, dass wir als Gebührenzahler nicht entscheiden dürfen, was mit unseren Gebühren passiert, sondern darin, dass diese Fusion ausartet. In eine blinde Zusammenlegungswut, bei der das Effizienzmonitoring die alleinige Entscheidungsgrundlage sein wird.

Die Frage sei gestattet: Für was gibt es eigentlich den Publikumsrat?

DRS3 abschalten – Energy aufschalten

Gestern hat Radio Energy in Bern seine Petition eingereicht. Heute schiessen sowohl NZZ als auch Tages Anzeiger scharf gegen die SRG. Die Argumentation: Eine Studie hätte gezeigt, dass eine vierte Frequenz grundsätzlich machbar sei – auf Kosten einer Stadtfrequenz von DRS2. Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Energy = Mainstream, DRS2 = Kultur/Klassik

Nun, diese Studie kennen wir – genau wie die Haltung des BAKOMs. Hier ist alles wie gehabt. Njet für Energy, njet, njet und nochmal njet. Während der Bund keinen Millimeter von seiner Position abweicht, zeigen sich die Privaten in ihrer Meinung um so flexibler. Das ist zwar heuchlerisch und unlogisch, doch das stört offensichtlich keine Sau.

  • Blenden wir kurz zurück. Bevor die Konzessionen vom BAKOM ausgeschrieben wurden, teilten sich Energy, Radio24 und Radio Zürisee das Sendegebiet Zürich/Glarus, das finanziell lukrativste Radioterritorium der Schweiz. Nirgends gibt es so viele Hörer und so viele potentielle Kunden wie im Grossraum Zürich. Alle drei Stationen, inklusive Radio Energy hatten sich vor der Vergabe ohne wenn und aber dafür ausgesprochen, dass unter keinen Umständen eine vierte, zusätzliche Konzession zur Diskussion stehe, sollte einer der drei keine Sendegenehmigung mehr erhalten. Niemand hat die Sender vor der Vergabe zu dieser Haltung gezwungen.
  • Energy soll auf Kosten einer DRS2-Frequenz senden dürfen. Das Argument dahinter: Die DRS-Programme verbreiten schon so genug Mainstream-Gedudel. Dumm nur, dass es sich bei DRS2 um einen der besten Kultursender Europas handelt. Wenn die SRG überhaupt noch eine Berechtigung hat, dann als Informations- und Kulturkanal. Müsste die Diskussion folglich nicht eher lauten: Pro Energy, aber auf Kosten von DRS3 oder DRS1?
  • Die TA-Media (Radio24) wie auch die NZZ sind direkte Konkurrenten von Radio Energy (Ringier). Drei Radiokonzessionen sind zumindest für die TA-Media rein wirtschaftlich die bessere Option als vier. Die DRS-Kanäle sind kein direkter Werbekonkurrent. Beim Staatsradio herrscht Werbeverbot. Der Hass auf das Monopol der SRG ist offensichtlich stärker als jede Rentabilitäts- oder Konkurrenz-Argumentation.

Lustig, dass der Blick, der ja eigentlich zu Ringier gehört, am allerwenigsten auf dieser Geschichte rumreitet. Bevor es also hier zu einer unansehlichen Liebschaft dreier konkurrierender Verlage kommt, bin ich dafür, dass man DRS3 eine Frequenz zu Gunsten von Energy kappt. Tagsüber kann ich die beiden Radiostationen eh nicht mehr voneinander unterscheiden.

Mediensolidarität – oder rette sich wer kann

Schon seit einigen Wochen kursieren auf diversen Ringier-Redaktionen so genannte „Energy-Petitionen“. Diese, in mieser Qualität fotokopierten Gesuche sollen die Regierung mittels Unterschriften überzeugen, Radio Energy doch noch eine Konzession zu geben.

 

Auf die Frage, aus welchem Grunde man diese Petition unterschreiben soll, habe ich bisher von Chefredaktoren folgendes zur Antwort erhalten:

 

„Wir wollen die Kollegen doch jetzt nicht hängen lassen.“

 

„Die geben sich so Mühe und kämpfen so verbissen um eine Konzession. Die haben das verdient“.

 

„Die tun mir leid“.

 

Auf die Frage ob die betreffenden Chefredaktoren denn auch Radio-Energy hören, kamen bisher folgende Antworten zusammen:

 

„Nein“

 

„Nein“

 

„Ich habs mal probiert, aber das funktioniert bei mir im Internet nicht“.

 

Auf meine Frage, ob es nicht das grösste Kompliment für einen Radiomacher sei, wenn man sein Programm auch tatsächlich höre und nicht, wenn man einen Wisch unterschreibe, der einem von der Chefredaktion aufgedrückt werde, habe ich keine Antwort erhalten.

 

Immerhin hat nun der Zürcher Regierungsrat ein Einsehen und hat die Petition (der Regierungsräte) fürs Erste mit einem Fusstritt in den Äther befördert. Zu recht, wie ich finde, denn ich bleibe dabei. Das Konzessionsgesuch von Energy-Chef Dani Büchi ist so dermassen schlecht, das alles andere als eine Absage blanker Hohn gewesen wäre. Zumindest für alle jene, die etwas mehr als Copy-Past-Methoden angewandt haben, um ihr Formular mit Worten zu füllen.

 

Seit dieser Woche nun kursiert eine ähnliche Petition im Netz. Allerdings unterstützt sie nicht Radio-Energy, sondern den Berner „Bund“.

Der „Bund“ musste sich allerdings nicht um eine Konzession bewerben. Nein, dem „Bund“ wird mit grosser Wahrscheinlichkeit aus rein wirtschaftlichen Gründen der Hahn zugedreht. Obwohl er einer entsprechenden Qualitätsprüfung in konzessionsähnlicher Weise durchaus standhalten würde, wenn es denn eine gäbe.

 

Die Konzession kommt denn auch nicht vom Bund selbst, sondern von einem unabhängigen Unterstützungskomitee. Niemand bei der Espace-Media wird von der Chefredaktion aufgefordert, diese Petition zu unterzeichnen. Auf solche Ideen kommt man in Bern (noch) nicht. Auf meinen Hinweis, man könnte bei Ringier, wenn man schon fleissig sammle, doch auch dieses Ansinnen unterstützen – das seien ja auch Kollegen, habe ich bis heute keine Antwort erhalten.