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Wem gehört das Leben?

Wenn es nach den Verantwortlichen von Fussballverbänden geht, dann gehört der Teil unseres Lebens, der sich auf dem Rasen abspielt, nicht uns. Der Würtembergische Fussballverband verklagt die Betreiber einer Website, auf der Amateurvideos von regionalen Fussballspielen hochgeladen werden können. Details zur Geschichte gibt es hier.

Wer glaubt, dass es bei dieser Geschichte um Fussball geht, der täuscht sich gewaltig. Hier wird einmal mehr verhandelt, wie öffentliche Güter mit privaten Exklusivrechten ausgestatten werden können, so dass sie zum Profit von Einzelnen werden. Es soll dabei niemand darauf hinweisen, dass ein Verband gewissermassen im öffentlichen Interesse oder zumindest in dem der Verbandsmitglieder agiere würde. DFB anyone? Es soll auch niemand behaupten, dass es sich um eine interessante Frage handelt, wem der Amateurfussball gehören würde. Darum geht es hier einfach nicht. Der Skandal ist doch, dass die private Verwertungsmentalität soweit in die Köpfe der Allgemeinheit eingesunken ist, dass die Verantwortlichen der Verbände für solche Aktionen nicht mal einen Imageverlust befürchten müssen.

Hartplatzhelden.de kürt zur Zeit übrigens gerade die besten Szenen des Jahres 2008, bester Moment für einen erstmaligen Besuch.

Der DFB versteht keinen Spass

Der DFB legt nach. Nachdem man mit der Kontroverse Zwanziger gegen Weinreich in die Blogfalle getrollt ist, werden jetzt auch die Schiedsrichter diszipliniert. Thomas Metzen hatte die meiner Meinung nach brilliante Idee, in beiden Brusttaschen eine gelbe Karte mitzutragen, damit er bei Gelegenheit für doppeltes Gelb auch mit beiden Händen gleichzeitig austeilen kann. Am letzten Sonntag hat er dies nun getan und wird deswegen vom DFB aus dem Verkehr gezogen.

Kann man beim DFB wirklich so doof sein? Die Spieler und die Schiedsrichter könnten sich ja auf folgenden Kompromiss einigen: Wer zwei Trikots übereinander trägt, um beim Torjubel eines ausziehen zu können, der wird nicht mit Gelb bestraft. Im Gegenzug dürfen die Schiedsrichter soviele Karten mit sich herumtragen, wie sie bei gegebenem Anlass auch gleichzeitig zeigen können. Der Fussball wird dadurch nicht schlechter, nur unterhaltsamer.