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Mediale Sprachwirrnisse

Ausgerechnet die konservative NZZ besticht in letzter Zeit häufig durch innovativen Sprachgebrauch. Und das nicht etwa im Text, sondern weit prominenter – meist stehen die skurrilen Konstrukte bereits im Lead. Lese ich: „Fast alle Prozesse sind fast immer öffentlich – nur geht kaum jemand hin„, dann ist mir das fast ein fast zuviel.

Vermutlich unterrichtet der Produzent nebenbei am schweizerischen Literaturinstitut (Creativ Writing als Kunstausbildung – vielleicht sollte Alice Schwarzer nach Bern ziehen). Dort erhalten Studenten und Studentinnen einen fürwahr kreativen Zugang zur deutschen Sprache, den sie später wiederum in Zeitungen ausleben. Dabei entstehen so spannende Geschichten wie: „Die Wahrheit lügen„.

Um bei der Wahrheit zu bleiben: Ich habe von dieser Lüge nicht viel verstanden.

Idiot des Tages: Journalist des BTonline.ch

Heute morgen lese ich:

Zugsunglück im Bieler Tagblatt

Jahaaaaa, genau.
Gerechterweise muss man sagen, dass auch die Redaktion der Berner Zeitung heute denselben Missgriff tätigt. Der Fehler ist zwar so alt wie der EV Zug selber, aber Beständigkeit alleine ist keine Rechtfertigung für dämliche, geradezu sinnlose Analogien. Der Misstand wird dadurch eher noch schlimmer.