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Köppel vs. Walpen vs. Hartmeier

Folgende Frage beschäftigt mich derzeit: Was ist eigentlich blöder?  Mit Roger Köppel über AC/DC zu sprechen oder mit Peter Hartmeier über Armin Walpen?

Beide Texte haben klar ihre debilen Stärken. Während Hartmeier und Walpen heute auf einer ganzen Seite im TA mit nichtssagender, gähnender Länge bestechen, überzeugte Köppel gestern mit rockigen SVP Analogien, die sich in AC/DC wiederfinden.

Wenn ich bedenke, wie viele Bäume man mit etwas Nachdenken hätte retten können..

Campino’s schöne Musik

Wenn es dunkel ist draussen, dann kann man DRS3 auch mal laufen lassen, wenn man den Raum betritt. Wenn man dabei, so wie am vergangenen Montag, Glück hat und Campino gerade ein stündiges Interview bestreitet, dann kann man sich gerne auch in dem Raum niederlassen und Radio hören.

Focus mag zwar eine Art People-Format sein, aber das heisst nicht automatisch, dass nur Promi-Zombies und Lifestyle-Journis zu Wort kommen. Sowohl Campino wie Hannes Hug haben zwar ganz sicher schon bessere Zeiten gesehen, aber nicht angesagt und nicht auf dem Höhepunkt zu sein, ist in solchen Formaten definitiv wünschbar. Menschen sprechen zu hören, denen man anmerkt, dass sie an dieser Welt schon dermassen verzweifelt sind, dass sie den Blick von Aussen auf das tägliche Geschehen internalisiert haben, ist in der deutschen Medienlandschaft aussergewöhnlich.

Das bemerkenswerte am Interview war, dass es kaum Bemerkenswertes gab. Campino und Hannes Hug haben eine Stunde lang mehr oder weniger entspannt interagiert, ohne dass das Belanglos gewesen wäre. Und dann hat Campino doch etwas gesagt, was zuerst schwer verständlich war. Was er denn als Musikwunsch hören möchte, fragte ihn Hug. Seine Antwort: „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC, weil das ein sehr, sehr schönes Lied sei. (Die Stelle ist bei 34:00 im Interview.)

Zufällig höre ich mich zur Zeit chronologisch durch die gesammelten Werke der australischen Reduktionsrocker. Einen ihrer Songs als „sehr, sehr schön“ zu bezeichnen, hätte ich als sprachliche Wendung wenig passend gefunden. Diese Musik hört man unter anderem auch, weil sie doch nicht schön sein will. („got no reason, got no rhyme….i’m on a highway to hell“ heisst doch: ich bin nicht schlau und ich bin nicht schön, ich will mit dieser Welt überhaupt nichts zu tun haben und bin deshalb auf dem Weg zur Hölle.)

Erst 30 Sekunden in den Song hinein wurde mir klar, was Campino meint. Wenn man sich ins Universum von AC/DC reingehört hat, darin gelebt und die Eckpunkte dieser Musik zum Referenzrahmen gespannt hat, dann ist „You Shook Me All Night Long“ ein sehr, sehr schönes beinahe zärtliches Lied. Und das obwohl Brian Johnson auf Back in Black den unersetzbaren Bon Scott ersetzen muss. (Vielleicht auch gerade deshalb?)

Es hilft übrigens das Video nicht vor Augen zu haben ;)