Archiv der Kategorie: Weltpolitik

Karin Wenger vs. Sri Lanka Teil II

Eben erst erhielt eine Schweizer Journalistin einen Ausreisebefehl wegen kritischer Fragen an einer PK. Dann durfte sie doch in Sri Lanka bleiben. Kurze Zeit später gab’s gar ein Nachtessen inklusive Interview mit Staatschef Rajapakse persönlich. Welch unglaublich hohe, ja aussergewöhnliche Ehre.

Freudiges Zusammentreffen: Wenger im Gespräch mit Rajapakse / Bild: DRS

Die Schweizer Journalistin stellte wiederum kritische Fragen und der Chef windet sich wie ein Wurm in Salzlösung. Der nächste logische Schritt wäre wiederum die Kündigung der Arbeitserlaubnis und der Ausreisebefehl.

Das ist eine richtig gute Geschichte. Schade, dass sie weder in der Schweiz noch sonst wo Schlagzeilen gemacht hat. Offenbar haben sich alle damit abgefunden. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Abteilung Personelles

Am Samstag mussten wir mit bedauern lesen, dass Guido Mingels die CR des Magazins verlässt und nach Amerika wechselt.

Mingels wird künftig in „alle Herren Länder reisen“ und nach guten Geschichten suchen. Daran zweifeln wir nicht. Der kann das. Wir wünschen ihm auf diesem Wege alles gute und geben ihm schon mal einen Themenvorschlag mit:

AIDS IN CHINA

Im Auftrag des Herrn

Und hier noch ein kleines Lehrstück in Sachen „der Feind liest mit“. Bei solchen Enthüllungen frage ich mich immer: wer schrieb und schreibt in der Schweiz eigentlich für wen?

Ungerechtigkeit dein Name sei Politkowskaja

Russland bleibt eine autokratische Bananenrepublik in der jeder jeden ohne Konsequenzen über den Haufen schiessen darf, nur weil er es wagt eine andere Meinung zu vertreten.

RULAC – recherchieren einfach gemacht

Eigentlich handelt es sich bei folgender Meldung eher um eine Angelegenheit zwischen Bund und Uno. Mit Journalismus hat das auf den ersten Blick wenig zu tun. In Zeiten, da sich immer mehr Journalisten über Wikipedia zu informieren scheinen, kann eine alternative, gut dokumentierte Quelle aber sicherlich nicht schaden. Zumal die Seite wirklich gut gemacht, ausführlich dokumentiert und einfach zu bedienen ist.

Die Page RULAC (Rule of Law in Armed Conflict) bietet einen Überblick über die weltweiten bewaffneten Konflikte und liefert aktuelle Medienberichte (BBC Worldwide&Co) dazu. Zusätzlich bietet die Page Informationen zu Völkerrecht und Völkerrechtsverletzungen in den betroffenen Gebieten. Das Tool ist ausführlicher als Wikipedia + SMD + Google zusammen. Well done Genfer Akademie für Völkerrecht!

Webpage RULAC

Webpage RULAC

Imagedesaster Schweiz: Warum die Finanzkrise dem Ruf schadet

Die internationale Finanzkrise wird für die Schweiz immer mehr zu einer Image-Krise.

Dachten wir zuerst noch, die sichere Insel inmitten stürmischer Finanzsee zu sein, wissen wir heute: weit gefehlt.

Dann torpedieren wir (und verschiedene CH-Parteien von SP bis FDP) das eigene Rettungsboot mit der Aussage, eine Auslagerung der Auffang-Gesellschaft für die UBS auf die Caymann-Island komme einer Steuerflucht gleich.

Am selben Tag trötet DB-Chef Joe (Seppi) Ackermann: wer als Bank die Hilfe der Deutschen Regierung in Anspruch nehme, solle sich gefälligst schämen – nicht ohne später reuig zurück zu krebsen. Wie konnte er auch anders, gehörte der Schweizer doch zu den vehementesten Befürwortern der ersten Stunde.

Und nun beschimpfen uns die Deutschen einmal mehr als Steuerparadis – notabene ohne triftigen Grund. Warum jetzt ausgerechnet die Schweiz Schuld sein soll an der Deutschen Misere leuchtet überhaupt nicht ein. Schuldige gibt es derzeit ja wohl genug.

Trotzdem sind solche Vorwürfe alles andere als nützlich, wenn es um die Stabilisierung des Finanzstandorts Schweiz geht. Es kann nun wirklich nicht angehen, dass die einzige falsche Erkenntnis, die wir aus der gegenwärtigen Krise ziehen, ist, dass Frau Eveline Widmer-Schlumpf eine hervorragende Bundesrätin sein soll.

Dow Jones, Weihnachten und Westside – oder warum die Welt Kopf steht

Was für ein Tag. Zuerst knallt der SMI durch die Decke. Anschliessend folgt der Dow Jones. Unterdessen erhält ausgerechnet Paul Krugman den Wirtschaftsnobelpreis, Elmar Ledergerber wird als zweitbester Stadtpräsident der Welt geadelt und wir als Kelly-Family-Verächter und „Itioten“ beschimpft.

Die Welt steht offensichtlich Kopf. Weitere Beweise gefällig?

Nach nur drei Jahren, grossem Geschrei und noch grösserer Polemik, krebst die „Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse“ heute zurück. Die innovative Weihnachtsbeleuchtung (O-Ton Gramazio / Kohler: «Die mit der Masse interagiert») ist wohl doch zu innovativ. Die Initianten wollen bereits nächstes Jahr wieder zurück zu etwas „Warmem und Goldenem„. Mir wird jetzt schon schlecht.
Währenddessen verkündet Bazonline: „Google-Bildersuche vor dem Aus?„. Jaaaaaaa, genau. Regionale, nicht rechtskräftige Urteile sind doch immer wieder eine doofe Schlagzeile wert.

Die beste interessanteste Meldung kam heute aber aus Bern. Kaum offen, stürzt im Westside schon wieder die Decke ein. Blöd aber auch, dass ausgerechnet zwei Kinder da rumstehen mussten. Wir zitieren die Sprecherin der Westside-Besitzerin Neue Brünnen AG:

Der Zwischenfall bedeutet nicht, dass das neue Einkaus- und Freizeitzentrum von Stararchitekt Daniel Liebeskind unsicher ist„.

Puuh, und ich dachte schon..

Der Kärntner kratzt die Kurve

Ohne diese Nachricht werten zu wollen – in tragischen Momenten verbirgt sich immer wieder auch Situationskomik. Denn der Rechtspopulist Jörg Haider, der nach der Trennung von FPÖ und Gründung der BZÖ wieder auf nationalem Erfolgskurs war, wird derzeit in Österreich von allen Parteien hingebungsvoll betrauert. Besonders engagiert zeigt sich dabei Haiders BZÖ-Partei, die nicht nur ihren „Landesvater und Lebensmenschen“ verliert, sondern auch gleich die Existenzberechtigung: „Für uns ist das wie ein Weltuntergang„.

Obwohl BZÖ-Sprecher Stefan Petzner damit nur seine immense Trauer zum Ausdruck bringen wollte, hat er für einmal, wenn auch unabsichtlich, die Wahrheit gesagt.

Ps: Betreffend Situationskomik. Haben wir es nicht geahnt? Todesursache: Haider hat links überholt..

Sarah Palins Inbox – Email für alle

Sarah Palins Inbox - email anyone?

Sarah Palin braucht derzeit starke Nerven. Zuerst fiel ihr die minderjährige Tochter in den Rücken und liess sich schwängern, (obwohl die Mama für eine strenge Erziehung und gegen Sexualkunde-Unterricht an Schulen einsteht) und jetzt wird ihr auch noch die eigene Inbox zum Verhängnis.

Eine Gruppe namens «Anonymous» knackte Palins private Yahoo-Adresse (gov.palin@yahoo.com) und stellte das Material der Plattform Wikileaks (Projekt zur Veröffentlichung von geheimen Informationen) zur Verfügung. Dort kann nun jeder in Sarahs privaten Mails schnüffeln, den Quell-Code nachlesen und die privaten Fotos der Familie Palin begaffen. Ganz unschuldig ist die Gouverneurin von Alaska an ihrem eigenen Unglück allerdings nicht. Der E-mail-Dienst von Yahoo geniesst nicht unbedingt den besten Ruf in Sachen Sicherheit. Zudem werfen diverse Medien der Vize-Präsidentschaftskandidatin vor, sie hätte amtliche Korrespondenz über den privaten Server beantwortet – eine Handlung die nach US-Recht verboten ist.

Die Diskussion wird schnell entschieden sein, sämtliche E-mails sind online zugänglich. Eine gute Seite hat die Geschichte, denn eventuell realisiert Hessen Spassbremse Andrea Ypsilanti nun doch noch, dass sie mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Der Fall Palin zeigt: es hätte weit schlimmer kommen können.

Tageskommentar: Ypsilanti’s 7 Minuten

Nun schreiten sie zur Tat, die SPD und mit ihr die Walküre Andrea Ypsilanti. Der Radiosender, der mit seinem Telefonscherz die Hessische Frontfrau in Verlegenheit  brachte, hat nun eine Klage am Hals.

«Es sei Strafantrag gegen die Verantwortlichen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hannover gestellt worden, teilte die Landtagsfraktion der Sozialdemokraten am Mittwoch mit. Die Anzeige richte sich gegen den Sender und die Verantwortlichen für die Veröffentlichung im Netz.»

(Auszug FAZonline)

Was für ein absolut erfolgloser, ja gerade zu erbärmlicher Versuch jemanden für den entstandenen Image-Schaden zu bestrafen. Die Genossen haben offensichtlich nicht nur den Humor, sondern auch den Verstand verloren. Nun drischt die Partei blind auf einen kleinen Radiosender ein, in der Hoffnung mögliche Nachahmer in sämtlichen Radiostationen des Landes zu verschrecken. Dabei war das Gespräch (wie erwähnt) alles andere als brisant. Es ist und bleibt ein relativ harmloses, vielleicht sogar langweiliges Politgeplänkel auf tiefem Niveau, angereichert mit den branchenüblichen Drohgebärden (Linke nageln).
Hätte die Partei nicht mit Klage gedroht, wäre die Sache schnell vergessen gewesen. Andrea nahm’s persönlich, drohte postwendend Youtube, dem Radio und anschliessend pauschal allen Medien und verlieh dem Gespräch damit die Brisanz, die eigentlich immer gefehlt hat. Sollte Frau Ypsilanti ihre Politik in Hessen in Zukunft nach dem selben Motto gestalten, kann man den hessischen Linken nur eines raten: Rennt solange ihr noch könnt.