Archiv der Kategorie: Schweiz

Die-Da-Dunkel

Heute haben sich wohl einige Menschen die Augen gerieben. Dunkel schien die Zukunft der Sonntagszeitung. Nun wird sie Spieler (was für ein mieses Sprachspiel).

Mal abgesehen davon, dass dies wirklich ein überraschender Entscheid ist, sich bei Springer Schweiz zu bedienen. Warum finde ich nirgends ein Tele24-Archiv? Jetzt, wo mir zum ersten Mal bewusst wird, dass ich tatsächlich auch eine Sendung sehen möchte?

Was Otto nicht gesagt hat

In Sachen Kommunikation rumpelt es in der FDP derzeit gewaltig. Bereits am Wochenende gab es schelte von den Sonntagszeitungen, die diverse interne Zwiste publik machten (federführend war hier der „Sonntag“ für die, die es interessiert).

Heute nun ziehen praktisch alle Zeitungen nach. Die FDP befinde sich in einer Kommunikationskrise (Südostschweiz) oder die FDP politisiere an der Basis vorbei (etwa die NLZ). In Sachen Recherche besonders hervor getan hätte sich eigentlich die Aargauer Zeitung (und die Basler Zeitung, die ja seit einem Weilchen das ausnehmend hübsche „Content-Sharing“ mit der AZ praktziert). Der Coup der AZ: der Rundumschlag Otto Ineichens gegen seine Partei.

Dummerweise machte Ex-Warenposten Otto Sonntags um 18 Uhr den gefürchteten Rückzieher. Die AZ, nicht maulaffenfaul, brachte den Artikel heute trotzdem, unter dem Motto: Was Otto nicht gesagt hat – „warum an dieser Stelle kein Interview mit Otto Ineichen erscheint.

Danach folgen Sätze wie:

Dann also keine O-Ton-Schelte für FDP-Generalsekretär Stefan Brupbacher, der kein Gehör für Volkes Stimme habe und der verantwortlich sei für die unselige Finanzmarktstrategie der FDP. In diese Richtung nämlich hatte sich Ineichen acht Stunden zuvor noch freimütig geäussert. Keine Kritik auch am FDP-Vorsitzenden Fulvio Pelli, der dem Generalsekretär in wichtigen Themen offenbar nicht Paroli bieten kann.

Vor soviel Subversivität, lieber Gieri Cavelty, ziehen wir den Hut. Eine kleines Meisterstück in Sachen Thematisierung von „Nicht-Themen“.

No more Zürich by Mike

Wir trauern.

Krugman gegen den Föderalismus

Paul Krugman weist in seiner Kolumne auf ein wichtiges Argument gegen einen zu starken föderalistischen Staatsaufbau hin. Ein Nationalstaat müsste daran interessiert sein antizyklisch handlungsfähig zu sein, da viele Staatsausgaben zu Zeiten einer Rezession billiger sind. Während einer Rezession besteht nämlich weniger Konkurrenz zwischen Staat und Wirtschaft. Investitionen in die Infrastruktur sind beispielsweise billiger, weil die Lohnkosten zum Teil durch nicht bezogene Arbeitslosenunterstützung „subventioniert“ werden.

Für diese Art des Handelns ist der Nationalstaat besser positioniert als Teilstaaten oder Kantone, da diese entweder stärkeren Budgetbeschränkungen unterliegen oder höhere Zinsen für ein Budgetdefizit bezahlen. Gleichzeitig macht es wenig Sinn, wenn staatliche Leistungen wie Schule, Sozialhilfe, etc., die permanent sein sollen, in einer Rezession gekürzt werden müssen, weil das Budget dies verlangt.

Kennt jemand Zahlen, die dies auch für die stark föderalistische Schweiz belegen? Interessant wären z.B. die Zinskosten für den Bund im Vergleich zu den Kantonen.