Archiv der Kategorie: Musik

„Gioia flennt“ – Gölä auch

Das erste Mal seit dieser Retorten-Mist im TV läuft gab’s was zu lachen. Zum einen verdanke ich das dem Produzenten der Basler Zeitung, der in Sachen Titelwahl nicht nur Björn Hering, Franka Potente und dem Schweizer Fernsehen ans Bein gepinkelt hat, sondern auch Thomas D, den Castingformaten und allen minderjährigen Möchtegern-Stars.
Zum anderen gebührt der Dank aber auch dem Musiker Göla, der nun, so lässt seine Reaktion vermuten, mit Gioia im Akkord flennt. Schön finde ich auch, dass Göla heute der Aargauer Zeitung sagte: „Die Gefahr ist jetzt sehr gross, dass die Sendung verkommt“. Ja, dieser Leuchtturm an Qualität und Fairness steht nun im Bunde des Bösen, welch Schande!

So schliessen wir mit einem Zitat des Handwerkers, der da ernsthaft sagte: «Ich muss mir jetzt überlegen, ob ich noch mitmachen will. Auf jeden Fall muss etwas geschehen, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann.»

Herr Sven Sarbach, wir hätten auch schon eine Idee: Am besten sie schaffen die Kiste einfach ab. Konsequent, effizient und gratis.

Update 1800: Wenn Sven Sarbach nicht hinkriegt was man fordert, kann man zum Glück auf Göläs „Büezerhärz“ vertrauen. Der Musiker hat sich  soeben selber aus der Jury geworfen. Es muckt mich das zu zugeben, aber das war schon fast sympathisch.

Be my baby & shout †

Wir trauern.

Idiot des Tages: Eminem

Eigentlich wollte ich um dieses Thema einen hübschen Bogen machen. Aber heute scheint es irgendwie kein anderes Thema zu geben, also mische ich mich da auch mal kurz ein.

Eminems upcoming Album R3lapse.

Um keine andere Platte wird derzeit mehr Drama gemacht, als um Em´s Neue. Und dann taucht heute die erste Single als Download im Netz auf. Noch dazu produziert von Dre himself,  mit  freundlicher Unterstützung von Neo-Schauspieler und Kugelfang 50 Cent.

Eminem, eigentlich bekannt für eigenwillige Ideen und unkonventionelle Ansätze klingt wie die Finanzkrise persönlich. Ausgelutscht, unerträglich und drohend. Kommt auch hier die Gewissheit hinzu: in den kommenden Monaten gibt es kein Entkommen.

Curse you

Helden des Tages: R200K

 

Nun gut, die Jungs von R200K sind eigentlich schon Helden an sich. Aber manchmal lässt sich das bereits erreichte Heldentum auch modifzieren – zur Magnifica Gloria.

Derzeit tourt die Zürcher Band Radio 200000 durch Zentralamerika und spielt Gigs in staubigen Bars und abgewrackten Clubs irgendwelcher unbekannter Orte. Das alleine ist ja schon bemerkenswert – kommt erschwerend dazu, dass die Jungs auf Züri-Dütsch von der Bühne brüllen. Auf Fragen wie „ISCH COSTA RICA IM HUUUUS?“ kommt da normalerweise nicht gerade ohrenbetäubendes Echo.

 

Zum Beispiel in San José. Ein Konzert in einem kleinen  Theater:

«Hat ungefähr Platz für 300 Leute und ist zu einem guten Drittel gefüllt. Nach dem dritten Lied beginnt das Mischpult zu rauchen, nach dem vierten geht gar nix mehr. Egal: a cappella weitergemacht und einen Witz erzählt, bis das Ersatzmischpult installiert war. Die Stimmung ist soso lala und reicht seitens des Publikums von fluchtartig den Saal verlassen bis euphorisch mitschunkeln. Beim Song «Im Huus» springt dann die Sicherung raus, bei «Eisprung» logischerweise gleich nochmals. Rodrigo, der Organisator, zeigt sich aber überraschend begeistert von unserer Musik – und noch beeindruckter von unserem legeren Umgang mit technischen Schwierigkeiten».

 

Das Tourtagebuch findet sich in unregelmässigen Abständen im Tages Anzeiger. Online ist es leider nirgends zugänglich. Das ist immerhin konsequent, da es an die Zustände in Costa Rica erinnert.

Heute nun wird auch 20Minuten auf die Jungs von R200K aufmerksam. Es ist, in meinen Augen, die erste Meldung auf der People-Seite, die tatsächlich so etwas wie einen Inhalt hat:

Die Jungs hatten einen Auftritt in Panama-Stadt, in einem Gefängnis Namens «El Renacer». Der Auftritt war geil, da keine Sau verstand um was es ging (PANAMA HEB D HÄND I D LUUUUFT), die Jungs wurden mit ziemlicher Sicherheit beklaut und trotzdem freute sich jemand: Ein 24-jähriger Basler nämlich (der vermutlich Zürcher abgrundtief hasst) und seit sechs Monaten in El Renacer einsitzt. Warum (ja warum? warum? warum?) verschweigt mir 20 Minuten wieder einmal, getreu der Devise: Inkompetent, uninformiert und ungenau.

Und trotzdem. Die Aktion ist geil. Und das reicht zur Magnifica Gloria. Keine Diskussion. R200K isch d Hose wo d muesch lose. Einmal mehr.

 

 

einsatzplatte: Kitty Daisy & Lewis / Kitty Daisy & Lewis

Wie die Kelly-Family nur viel geiler, da original Hillbilly. I love that hillbilly music it’s got a rockin‘ beat!

einsatzplatte: Emiliana Torrini / Me and Armini

Musikalisch  eher mittelmässiges Off-Beat-Popalbum, wäre da nicht Emilianas erotische Stimme. Armini, mein Name..

Idiot des Tages: Capleton

Die Geschichte könnte auch den Titel tragen: Die Rache des Capleton.

Alternativ ginge auch: Das Versagen von Baselstadt

Zuerst wollte er kommen. Dann durfte er nicht mehr kommen. Dann kam er doch und sagte «I’m definitively upset» und ging wieder.

Später kommentierte Herr G. Schmid folgendermassen:

« (…) Es kommt immer hauefiger vor, dass bei der Ausuebung des Rechts auf freie Meinungsauesserung (uebrigens ein Menschrecht), Personen Nachteile befuerchten muessen, die Meinungen haben, die politisch nicht korrekt sind.»

Und wir erinnern uns in den Worten Peter Thommens:

1989 wurde in Basel bei der Heuwaage ein Schwuler von vier Jugendlichen verfolgt, in der Toilette mit Benzin übergossen und angezündet. Aus einer „Haltung von Normalität“ heraus… Es herrschte grosse Betroffenheit in der ganzen Stadt. Nach 19 Jahren ist dieses Verbrechen schon wieder vergessen. Wieso muten eigentlich heute Heterosexuelle Schwulen zu, über unbestrittene Mordaufrufe zu „diskutieren“?

Noch Fragen?

Tag der Diskriminierung

Gestern haben wir an dieser Stelle vom Sieg der Schwäne über die Schweizer Behörden berichtet. Und auch heute schreiben wir über Diskriminierung – allerdings nicht über Tiere sondern Menschen.

Es ist an der Zeit etwas progressiver zu denken. Witze am TV auf Kosten von Minderheiten sind schlicht passé. Eine Tatsache die bei Ricola nach wie vor nicht angekommen ist. Der Zältli-Konzern, der schon seit einiger Zeit im Verdacht steht latenten Rassismus zu betreiben (Chinesen können das „R“ sehr wohl aussprechen), kann es einfach nicht lassen, sich über andere Volksgruppen lustig zu machen. Neustes Werbespot-Opfer sind die Eskimos Inuit, (Ricola hat den Spot bereits wieder vom Netz entfernt.) Der Logik folgend wären nun eigentlich die Neger Schwarzen dran.

Wo wir gerade von Negern Schwarzen sprechen, auch Basel bekundet offensichtlich Mühe mit Minderheiten, allerdings nicht mit speziellen Volksgruppen, sondern mit sexueller Orientierung. Schwarze Ragga- und Reggae-Künstler haben nicht gerade den besten Ruf, wenn es um die Akzeptanz von schwulen Männern geht. Der «Battybwoy» scheint Künstler wie Buju Banton, Bounty Killer oder Capleton einfach zu sehr in ihrer Männlichkeit zu bedrohen.

Entsprechende Proteste von Battybowy Schwulenorganisationen, namentlich bei der Kaserne Basel, haben nichts gebracht. Denn Capleton verpflichtete sich zwar dazu, bei seinem Konzert Anfang November auf «Battybwoy»-Songs zu verzichten, auf jamaikanisch heisst das allerdings so viel wie: Ich spiele zwar den Song, singe selber aber nicht mit, den Refrain kennt die Crowd ja sowieso auswendig.

Vielleicht könnte irgendwer Ricola informieren, dass es durchaus passen würde, allfällige Spots über Neger Schwarze mit Buju Banton’s «Boom Bye Bye» zu unterlegen. Ich mag Ragga zwar gerne hören, aber irgendwann kommt man in ein Alter, in dem man nicht nur mitsummt, sondern auch anfängt, die Texte zu verstehen.

In dem Sinne:

(Its like) Boom bye bye
Inna batty bwoy head
Rude bwoy no promote no nasty man
Dem haffi dead
Boom bye bye
Inna batty bwoy head
Rude bwoy no promote no nasty man
Dem haffi dead

Wie war das noch mal mit der Anti-Rassismus-Strafnorm?

einsatzplatte: School Of Seven Bells / Alpinisms

Ay Caramba. Hätte Alanis Morissette musikalisch heute noch etwas in der Birne (oder alternativ: nach wie vor ihren ersten und bisher einzig richtigen Produzenten) würde sie vielleicht solchen Sound produzieren.

einsatzplatte: Peter Heppner / Solo

Totalabsturz eines einstigen Helden.