Archiv der Kategorie: Mediales Littering

Apples iSlap..

Macht die Journalisten/Produzenten/Content Manager (in prestige-sinkender Reihenfolge) offenbar derart nervös, dass sie Fremdtitel 1:1 übernehmen..

Die eierlegende Wollmichsau – nun in Gross 

Das ist wirklich gross.

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Kriegsrhetorik: Viel Wirbel um nix

Streit, Kleinkrieg, Schusswechsel – so geht es derzeit in der Schweizer Medienlandschaft zu und her.

Ich freue mich auf die ersten Leserzahlen zum „neuen Blick“, wenn man so will. Der „harte“ Boulevardkurs scheint sich offenbar auszuzahlen.

„Dieser Kurs habe «nicht zu einem signifikanten Anstieg an Reklamationen geführt», aber zu einer Zunahme des Kiosk- und Aboverkaufs.“

behauptet zumindest ein Unternehmenssprecher. Dummerweise führt „dieser Kurs“ aber auch zu Reibereien, etwa mit dem Bezirksgericht in Zürich. Dort streitet sich ein Richter mit den Ringier-Anwälten wegen den Bildrechten einer Verhandlung. Der betreffende Richter war zuvor ohne Einwilligung mit Foto in der Zeitung erschienen.

In der Ostschweiz tobt der mediale „Kleinkrieg„. Ausgerechnet das Newsportal des Schweizer Fernsehens berichtet, wie sich Tele Ostschweiz und Tele Säntis um die Konzession zoffen. Auch wenn der Vorwurf ins Leere zielt. Es ist schon etwas makaber, dass ausgerechnet der Monopolist, der seine Konzession auf sicher hat, über diese Geschichte berichtet.

Zum Schusswechsel schliesslich kommt es in der medialen Nachbearbeitung zu Erpressung und Bestechung Teil II. Wer so was liest, der denkt, in der Schweizer Medienlandschaft herrsche Krieg. Dabei ist doch alles ganz harmlos.

Eidg. geprüfte Linkschleuder

Die Pendlerzeitung .CH ist nun doch definitiv am Ende. Der Verwaltungsrat habe zwar Alternativprojekte geprüft, aber keines für wirtschaftlich realisierbar befunden, schreibt die SDA. Die Angestellten erhalten die Kündigung auf Ende Mai. „..niemand erhalte weniger als 2 Monatslöhne“, sagte Ernst Buob, Verwatlungsratspräsident der Punkt ch AG.
Soviel zum Thema Sozialplan.

Am Donnerstag in einer Woche startet Giuseppe Scaglione mit Radio 105 auf UKW in der Region Zürich. Eigentlich müsste es ja heissen: startet Scaglione mit seinem Musikprogramm auf UKW. Moderiert ist das „Radio“ nämlich erst ab September. Im Tages Anzeiger findet sich heute das Interview und folgendes Verpsrechen, auf die Frage, welche Musik Scaglione denn selber toleriere und folglich auch spielen werde: Ich bin diesbezüglich ziemlich tolerant. Bands wie Franz Ferdinand, Kings of Leon, oder Kaiser Chiefs finde ich toll, zeitgemäss, gut gemacht und auch nicht zu abgefahren, aber auch Exotischeres wie Sébastien Tellier oder Röyksopp gefällt mir. Es geht nicht um einzelne Titel. Was mich fertigmacht ist ein Musikprogramm, das die immer gleichen Songs laufen lässt und diese kaputt spielt. Als Band würde ich da auf Schadenersatz klagen. Wir werden Songs senden, die bei uns etwas auslösen – Verkaufszahlen, Covers und Namen interessieren uns nicht.
Ich hab meine Klageschrift schon mal vorbereitet.

NZZ-Redaktor Rainer Stadler erklärt, was Schweizer Rezipientinnen und Rezipienten denken. Denn eigentlich geht den Menschen der Strukturwandel der Medien am Arsch vorbei. Und, zwischen den Zeilen erfährt man, warum sich die Schweiz damit in die untere europäische Meinungsliga katapultiert.

46 Chefredaktoren und leitende Journalisten aus 19 Ländern haben eine „Europäische Charta für Pressefreiheit“ verabschiedet. Die Charta formuliert Grundsätze für die Freiheit der Medien gegenüber staatlichen Eingriffen. Das klingt ein wenig nach UNO. Diskutieren tut gut, handeln wäre besser.

Mediales Littering – heute: Newsnetz und SF

Newsnetz textet:

 

Der Schweizer Erfolgstrainer hat bei Hertha, wo er seit Sommer 2007 arbeitet, mit seiner Arbeit hinterlassen. Am Sonntag kamen gegen Bremen (2:1) 68’000 Fans.

 

und weiter:

 

Auch der zweite Cup-Halbfinal wurde erst im Penaltyschiessen entschieden. Die Young Boys setzten in der finalen Entscheidung 3:2 gegen Basel durch, das drei Penaltys verschoss.

 

Und die Tagesschau ergänzt:

 

Im Fall des mutmasslichen NS-Verbrechers John Demjanjuk dringt die US-Regierung auf dessen Abschiebung nach Deutschland.

 

Täusch ich mich nur, oder wird’s immer schlimmer?

 

Mediales Littering – Heute: Radio DRS

Aufsätze eines 7. Klässlers zu korrigieren, kann anstrengend sein. Aber es besteht noch Hoffnung. Denn Erwin ist ja erst in der 7. Klasse und damit bleiben noch volle zwei Jahre, in denen er lernen kann, vollständige, verständliche Sätze zu bilden. Offensichtlich arbeitet Erwin aber nebenbei auch für Schweizer Radio DRS. Zumindest sieht folgender Lead danach aus:

„Seit einem guten Jahr besteht der Rugby-Club Solothurn, seit einem halben Jahr verfügt er über einen Trainer aus Wales, und für die Zukunft rechnet er sich gute Chancen aus.“

Vielleicht sollte sich der Rugby-Club Solothurn bei «Wetten Dass..» melden. Als erster Rugby Club der rechnen kann.

Den Mund etwas voll genommen – Heute: Newsnetz

Es ist schon erstaunlich, was die Brandung der medialen Globalisierung bei uns so anspült. Nichts ahnend lesen wir die Schlagzeilen auf Newsnetz, als uns folgende gruslige Meldung ins Auge sticht:

«Australierin dokumentiert Tierdrama im Pool». Der kündige Leser assoziert fachkundig gleich mal «Krokodil» und «Giftschlange». Berücksichtigt man den ersten Satz des Artikels, ist die Geschichte schon fast gegessen: «Ich hörte ein Planschen im Pool». Die Handlung ist offensichtlich: Ein Krokodil verirrte sich auf der Flucht vor Buschbränden im Pool einer Australierin und frass den Hund. Diese Sensationsgeschichte hat auf Newsnetz wahrlich nichts zu suchen.

Wenn es sich beim Krokodil, wie im vorliegenden Fall aber um einen Frosch handelt, der einen anderen Frosch verspeist, dann ist das diese Art von Topstory, die ich mir künftig etwas häufiger auf der Titelseite des Tages Anzeigers wünsche. Den Titel könnte man auch ruhig so stehen lassen, das passt: «Den Mund etwas voll genommen»

Mediales Littering – Heute: BAZ, SF, SDA u.a.,

Manchmal kriegt man den Eindruck, Sonntags dürfen in den Redaktionen jeweils Praktikanten und Aushilfen die Texte schreiben. Hier eine kleine Auswahl an Schlagzeilen:

Schlusslicht Luzern verliert Drama

Ob (das) Drama später wieder gefunden wurde, war dem weiteren Verlauf der SDA-Meldung nicht zu entnehmen.

Bei den Wahlen im zum Aargauer Kantonalparlament sind die Grünen mit sechs Sitzgewinnen die Gewinner. Die grossen Parteien verloren Stimmanteile zugunsten der kleinen.“

Je-Ka-Mi bei der Basler Zeitung.

Erstmals seit zwölf Jahren sind die britischen Streitkräfte in Nordirland wieder Ziel eines tödlichen Anschlags geworden. Eine IRA-Splittergruppe bekannte zu dem Verbrechen

Beim Tages Anzeiger stören „sich“ offen-sich-tlich.

Die bewilligte Demonstration der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) in Burgdorf (BE) hat nicht stattgefunden. Die PNOS-Anhänger versammelten sich zwar in Burgdorf, zogen dann aber in Richtung Bern. Mittlerweile sind sie erneut aus Bern abgereist.“

Erneut? Beim SF verkehren PNOS-Anhänger öfters in Bern als sie selber wissen.