Kann man mit bloggen in der Schweiz Geld verdienen?

Alleine? Als Ein-Mann-Unternehmen?

Ja, Mann kann.

Folgende Eigenschaften sollte man mitbringen: Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, Kritikresistenz und ein gutes Netzwerk. Noch besser ist: man besetzt eine Nische.

Ronnie Grob scheint so ein Mensch zu sein. Mal abgesehen davon, dass wir inhaltlich alles andere als ständig derselben Meinung sind (was auch gut so ist), schlägt sich Ronnie ganz anständig.

Den meisten Lesern wird Ronnie noch als morgendliche Linkschleuder beim Qualitätsportal Medienlese.com in Erinnerung sein. Mittlerweile tut er dasselbe bei bildblog.de. Daneben äussert sich Blogger Ronnie immer wieder zu „modernen“ Medienthemen. Will heissen: Wie schlägt sich die Medienszene im Internet, mit Web 2.0 und wie entwickelt sich die Onlinewelt im allgemeinen in Bezug auf Mediennutzung. Ronnies Texte erscheinen in allen möglichen Zeitungen, die auf der Suche nach „Experten“ in diesem Bereich sind, beispielsweise in der NZZ oder in diversen Medienfachzeitschriften. Damit besetzt er eine Nische, mit dessen verdienst er in Berlin offenbar gut leben kann. Und Ronnie vermeldet Zuwachs. Sein neuster Kunde ist der Zürcher Presseverein.

Die Zürcher bloggen ja schon seit einem Weilchen in unregelmässigen Abständen, was ganz praktisch ist, in Zeiten, in denen Vereinszeitschriften nicht mehr lohnen. Nun baut der Verein sein Angebot aus. Offenbar ist da auch etwas Geld vorhanden, dass man nun entsprechend investieren will.

Das hier ist keine Kritik an Ronnie oder am Presseverein. Wie auch, wir haben das Produkt ja noch gar nicht gesehen. Vielmehr zeigt die Geschichte: wer sein Ding macht, der kann irgendwann auch auf ehrliche Art und Weise davon leben. Und das unterstützen wir, aus einem einfachen Grund.

Ehrlichkeit ist ein hehres Gut. Wenn Ringier beispielsweise sagt, man müsse sparen, allerdings nicht auf Kosten der Redaktionen und das in einer entsprechenden Pressemitteilung so formuliert, dass der Leser denkt, es werden keine Redaktionsstellen gestrichen, dann ist das unehrlich. Wer Leute aus der Redaktion wirft (Zitat: „Der grösste Teil der Synergien im Newsroom entfällt auf Produktion, Layout, Bild und Korrektorat und nicht auf die schreibenden Ressorts“. – „Stellungnahme Comedia: Wegen des neuen Newsrooms sollen laut Comedia 13,5 Vollzeitstellen bei den schreibenden Medienschaffenden eingespart werden, die restlichen 15,6 Stellenprozente gehen zu Lasten des technischen Redaktionspersonals wie Produzenten, Layouter, Bildredaktoren und Korrektoren.“ ), der soll auch dazu stehen. Ansonsten ist das einfach nur beschissene Verschleierungskommunikation.

Kann das bitte mal jemand an die entsprechenden Stellen weiterleiten?

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5 Antworten zu “Kann man mit bloggen in der Schweiz Geld verdienen?

  1. Danke für die freundliche Erwähnung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass je länger die Zeit voranschreitet, desto mehr Journalisten und Journalistinnen gewollt oder ungewollt meinem Beispiel folgen werden. Widersprechen muss ich allerdings, so einverstanden ich mit der Bezahlung meiner Arbeitgeber war und bin, dass ich in Berlin „gut“ lebe. Natürlich, ich hungere nicht, ich wohne in einer beheizten Behausung, aber „gut leben“ sieht für mich trotzdem anders aus. Würde ich nämlich von meiner Tätigkeit „gut leben“, dann wäre ich gar nie weg aus der Schweiz, sondern hätte mir mit meinen Tätigkeiten ein Leben in Zürich finanzieren können. Das war und das ist nicht möglich. Da ich aber an meinen Tätigkeiten bleiben wollte, bin ich nach Berlin gezogen – was ich auch nie bereut habe bisher, im Gegenteil.

    Allen Journalisten mit einer Festanstellung in einem Grossverlag seien ihre Privilegien gegönnt. Es soll aber niemand erwarten, dass sich das in Zukunft halten lässt. Das Internet, ich sage es seit Jahren, wälzt alles um.

    Ja, „Ehrlichkeit ist ein hehres Gut“. Ich wünsche mir mehr davon, und zwar von allen. Dass viele Schweizer Journalisten (und andere Arbeitnehmer) nicht den Mut haben (können), mit vollem Namen und in aller Ehrlichkeit auch online ihre Meinung zu sagen, ist schade, das hat nicht nur Bundesrat Moritz Leuenberger festgestellt.

    (Übrigens witzig, dass man hier gleich zwei Häkchen zur Kommentarberichtigung setzen kann. Hab gleich mal beide gesetzt.)

  2. Die Liga der aussergewöhnlichen Montagsmailer hat sich der Sache angenommen und Ringier ein Mail geschrieben mit der Bitte um Klarstellung des (Lügen)Sachverhalts… Wäre die erste Firma, die den Montagsmailern eine Antwort schuldig bleibt.

  3. Pingback: Tweets that mention Kann man mit bloggen in der Schweiz Geld verdienen? « Hose&Dose -- Topsy.com

  4. Ringier antwortet und stellt klar: Ringier lügt selbstverständlich nicht. Ringier hat einfach eigene Rechenmethoden….

    Hier der ganze Mailverkehr:
    http://montagsmailer.wordpress.com/2010/01/18/rechenstunde-mit-ringier/

  5. Besucht mal meinen Blog

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