Tagesarchiv: 01/05/2009

..und die anderen?

Wir sind bei weitem nicht das einzige Blog, das sich mit dem schweizerischen Medienschaffen auseinandersetzt. Immer wieder treffe ich auf Schreibende, die sich in ihren Blogs, auf Twitter oder in Foren auf intelligente und kritische Art mit unseren Informationsprodukten auseinandersetzen. Es wird sie immer geben – die Leute die mehr wissen wollen als sie in 20 Minuten erfahren.

  • Bruder Bernhard ist etwas konsterniert ab den Ereignissen der letzten Tage. Journalisten die ihre Interessenbindungen nicht offen legen wollen und ein Social Network, dass eine ausführliche Kommunikation verhindert statt stützt, haben ihm den Rest gegeben. Bruder Bernhard meldet sich ab. Leider.

  • Fräulein ChliiTierChnübler macht sich Gedanken über ein Bild, dass im Netz schon lange eine Art Eigenleben führt und das nun plötzlich im Blick am Abend in der mysteriösen Rubrik „Schnügel des Tages“ auftaucht. Ganz zu schweigen davon, dass sie das besagte Bild selbst einmal für einen Blogartikel verwendet hatte und beinahe eine horrende Busse gezahlt hätte.

  • inside_it nervt sich per Twitter über Fehler in der NZZ. Nicht zu unrecht, denn manchmal klingen Worte ähnlicher, als sie sind. So besteht tatsächlich ein Unterschied zwischen Aktie und Akte.

  • Die Jungs von Sauglattismus nennen sich aus aktuellem Anlass nur noch -glattismus. Die Sau steht ja derzeit unter mexikanischem Patentrecht. Trotzdem sollte jeder diese 12 Medien-Fragen zum Thema Schweinegrippe präventiv beantworten können. Wir werden alle sterben.

  • Und zum Schluss: Der Bugsierer nervt sich ab 10 vor 10 und Ugugu einmal mehr ab der Tamedia. Die einen erzählen Blödsinn und die anderen schweigen – auch wenn es durchaus was zu sagen gäbe.
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Korrekte Berichterstattung – oder die Angst inkompetent zu wirken

Schon seit einigen Tagen weisen wir hier auf Pannen und Ungereimtheiten bei der Berichterstattung über die Influenza Porzine hin. Offensichtlich geht es nun munter weiter. Denn Es scheint niemandem wirklich klar zu sein, welche Fakten in Bezug auf Kerry F. tatsächlich gelten. Und mit einer fast schon bewundernswerten Selbstverständlichkeit kolportieren Journalisten , was sie für Tatsachen halten.

Am verlässlichsten müsste eigentlich die Aargauer Zeitung berichten. Schliesslich liegt das Kantonsspital Baden in ihrem Hoheitsgebiet. Und die MZ-Regionaltrüffelschweine müssten über das beste Informationsnetz verfügen. Und das stand heute in der AZ:

16 Spitalangestellte, die mit Kerry F. in Kontakt waren, wurden nach Hause geschickt und mit Tamiflu versorgt. Ebenso 15 Personen ausserhalb des Spitals, darunter Kerrys Freunde, die mit ihm in Mexiko waren (..)

Der einzige Qualitätstitel der heute/1.Mai erscheint, ist der Berner Bund. Auch dessen Informationen gelten im Normalfall als verlässlich. Dieser beschreibt dieselben Massnahmen wie folgt:

Um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern, hat der Aargauer Kantonsarzt deshalb Quarantänemassnahmen beschlossen für alle, die mit dem Erkrankten vorher Kontakt hatten: Es handelt sich um 13 Personen aus seinem privaten Umfeld sowie um 11 Personen der Spitalpflege. Sie müssen einige Tage zu Hause bleiben und werden mit Tamiflu behandelt.

Wer die Berner Zeitung liest, macht das Chaos perfekt. Dort heisst es:

Insgesamt wurden 13 Personen identifiziert, die in der Zwischenzeit mit dem jungen Mann Kontakt gehabt hatten. diese werden laut Beer vorsorglich mit Tamiflu behandelt und zu Hause in Quarantäne gehalten. Weitere 11 Personen, die im Krankenhaus mit dem Patienten Kontakt hatten, wurden ebenfalls informiert.

In der BZ wurden also 11 Personen des Personals „informiert“, im Bund mussten diese 11 zu Hause bleiben und Tamiflu futtern in der Aargauer Zeitung waren´s plötzliche 16? Von den „Freunden“ von Kerry F wollen wir erst gar nicht reden. Weiss eigentlich überhaupt jemand zuverlässig was passiert ist? Oder geht es einfach darum die eigene Version der Geschichte zu kolportieren und die Angst inkompetent zu wirken, wenn deklariert wird, dass die genauen Umstände sowie die Anzahl der Betroffenen schlicht nicht bekannt sind?