Tagesarchiv: 30/04/2009

Kerry F. hat kein Schwein gehabt – oder doch?

Dumm gelaufen. Anders kann man das wirklich nicht beschreiben.
Zuerst explodierte eine Phiole mit H1N1-Erregern in einem schweizer Intercity und gestern unterlief dem Personal im Kantonsspital Baden ein Interpretationsfehler. Die Konsequenz: Ein junger Mann, der sich tatsächlich in Mexiko mit dem Virus infizierte hatte, wurde nach Hause geschickt.

Die neuste Pandemie ist zumindest in der Schweiz eine peinliche Pannen-Serie. Wäre ich BAG-Mitarbeiter, würde ich mich grün und blau ärgern, dass die wirklich gute Vorarbeit von einigen Wenigen medienwirksam zunichte gemacht wurde. Es würde mich auch nicht wundern, wenn heute am Flughafen Kloten die nächste Episode dieser Realsatire stattfinden würde.

Dumm gelaufen ist die Geschichte auch für die Medien. Allen voran für den Blick, obwohl die Redaktion für einmal gänzlich unschuldig, am Knüller nah drann war und einfach nur scheiss Pech hatte. Da feierte man Kerry F. gestern gross auf der Titelseite als mögliches Opfer, nur um in der heutigen Ausgabe Entwarnung zu geben:

Kerry F. hat sie nicht – aber es gibt neue Fälle!
19:53 | 29.04.2009
BADEN – Kerry F. kann aufatmen: Der Verdacht auf Schweinegrippe hat sich bei ihm nicht erhärtet. Der 19-Jährige durfte das Spital heute Abend verlassen.

Gestern um 20:00 war Kerry F. bereits wieder auf dem Weg ins Spital. Diagnose: Schweinegrippe. Ist übrigens jemandem aufgefallen, dass Kerry F. immer jünger wird? Gestern zählte er im Blick noch 22 Lenze, heute waren´s noch 19.

Bevor nun alle über den Blick lachen: Auch in der NZZ gab´s den Kerry F.-Hype. In der sachlichen und glaubwürdigen Faktensprache wirkt die ganze Geschichte heute irgendwie noch grotesker.

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