1x Panik à la 20 Minuten bitte

Fast noch schlimmer als nicht-denkende Journalisten finde ich nicht-denkende User, welche Texte von nicht-denkenden Journalisten gedankenlos übernehmen. Dass die Ctrl-C-Angestellten der Ta-Media beim Schreiben oft nur Hände und nicht Hirn gebrauchen, wissen wir. Hier ein ganz besonders schöner Fall.

Kurz zusammengefasst: Der Deutsche Staat will gegen Rapidshare vorgehen. Ein Downloadportal, auf dem User Inhalte jeglicher Art zur Verfügung stellen, meist getarnt und neu beschriftet, oft gar verschlüsselt. Das ist der Musikindustrie ein Dorn im Auge (obwohl die Softwarebranche viel mehr darunter leidet). 20 Minuten suggeriert nun, die Deutschen Behörden hätten Mittel und Möglichkeiten gegen diese Downloader vorzugehen. Obwohl der User meist keine Kenntnis davon hat, was er an Files runterzieht. Der Upload mag willentlich erfolgen (was auch noch zu beweisen wäre) der Download hingegen erfolgt meist über x-fache Verlinkung. Und die Möglichkeit besteht, dass der User auf der Suche nach einem ganz anderen, legalen Inhalt war.

Nun gut, wir wollen uns hier nicht in juristischen Pöbeleien verstricken, noch dazu auf deutscher Gesetzesebene. Was wirklich nervt, ist dass auch die Schweiz wieder von 20 Minuten, dass ja traditionellerweise gerne eng mit der Musikbranche zusammenarbeitet, bedroht wird. Denn auch hierzuland sei sowas möglich. Genau. Wo der Download doch hierzulande so extrem strafbar ist. Ich glaube mich pickt ein Huhn.Vermutlich haben die CTLR-C-Angestellten der Ta-Media den entsprechenden Gesetzesartikel ja einfach aufgefressen. Und er ist darum unauffindbar.

Offensichtlich werden nicht nur schweizer Journalisten immer dümmer, sondern auch die schweizer Leser. Nach den Erfahrungen mit David Bauer wäre es vielleicht nötig das Fach Wahrheit&Tatsachen am MAZ einzuführen.

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12 Antworten zu “1x Panik à la 20 Minuten bitte

  1. Servus, ich bin der nicht-denkende User…
    Ich wollte meine Leserschaft den Artikel als Information nicht vorenthalten. Wie genau die Tatsachen der Wahrheit entsprechen weis ich nicht, genau so wenig wie du. Was jedoch sicher ist, der Download ist in der Schweiz legal – Upload von urheberrechtlich geschütztem Material hingegen illegal. Natürlich wurde dieser Artikel kopiert aber auch so gekennzeichnet, sehe dein Problem nicht mich als dumm zu bezeichnen! Scheinbar scheinst du mir intelektuell hoch überlegen zu sein, also sollten solche Bemerkungen unter deinem Niveau sein!

  2. kann man nur das Merkblatt der Industrie zitieren:

    http://www.safe.ch/de/rechtliches/down-loads/merkblatt_piraterie_stand__08_2005.pdf

    meines Wissens hat sich daran auch nichts geändert…

  3. Dose E.S.K

    Stop. Ich habe dich nicht als dumm bezeichnet, sondern als nicht-denkend. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Und ich habe ihn argumentativ untermauert.

    Du zeigst ja, dass du dein Gehirn brauchen kannst. Denn offensichtlich weisst du ja, dass der Artikel Falschinformationen enthält. Warum machst du diese dann nicht transparent? Und welche Art Informationsnutzen verbirgt sich für deine Leser hinter dieser (Falsch-)Information?

    Ist das dein Verständnis von Intelligenztest? Heiteres Faktenraten?

  4. Hallo Dose,
    zu Beginn des Artikels nicht, aber am Ende ich zitiere: „Offensichtlich werden nicht nur schweizer Journalisten immer dümmer, sondern auch die schweizer Leser. “

    Nun der Artikel verweist nicht darauf, dass herunterladen strafbar wäre, somit ist dies korrekt. Ich wollte nur die Leserschaft über einen erneuten Fall informieren, der jetzt auch einmal auf rapidshare abzielte und nicht auf pirate-bay oder p2p-Tools…

    In einem Punkt muss ich dir recht geben, eine grössere Einleitung meinerseits und Hinweis auf die wirkliche Rechtslage wären angebracht gewesen…

  5. Dose E.S.K

    öhm. dir ist schon klar, dass schweizer leser ein sehr weitgefasster begriff ist, oder? und der war auch nicht speziell auf dich gemünzt, so nebenbei.

    aber du hast schon recht. der untere abschnitt war unnötig. auch der seitenhieb gegen bauer war daneben. ich werde das streichen.

  6. Ja klar, aber aufgrund der obigen Bemerkung sah ich den Bezug auf mich gerichtet. Anyway, ich glaube wir verstehen uns und haben beide was gelernt….
    Ergo sind wir nun 10% intelligenter, oder? ;-)

  7. @Mara: Das verlinkte PDF erlaubt kein Kopieren … welch Überraschung! :->

    Ich habe nur die ersten zwei Absätze gelesen. Dabei ist die Faustregel falsch – das Verkaufen und Verschenken von CDs, DVDs usw. mit Musik, Software usw. ist in der Schweiz völlig legal und war es auch schon immer. Ansonsten gäbe es gar keinen Handel mehr mit CDs und DVDs …

    Ich gehe davon aus, dass das restliche Dokument weiteren solchen Unsinn enthält.

  8. @mds

    genau lesen fördert das Verständnis… es geht um kopierte CDs etc…

  9. «Jegliches Verbreiten» lese ich gleich am Anfang – das habe ich wohl korrekt gelesen … aber ich weiss, es gibt da einen Interessenkonflikt – kein Problem, wir alle müssen unsere Brötchen verdienen.

  10. schnuggi

    “ «Wir sind gerade dabei, die ersten Verfahren gegen RapidShare-User einzuleiten, die über den Anbieter urheberrechtlich geschützte Inhalte im Web angeboten haben», sagt Wilfried Haferland vom Schweizer Ableger der International Federation Of Producers Of Phonograms And Videograms (IFPI) gegenüber 20 Minuten Online. “

    Geht es da nicht um User, die Musik, Software oder Filme hochladen und damit zum Download freigeben? Meines Wissens ist dies in der Schweiz durchaus auch verboten.

  11. Hey Schnuggi,
    genau darauf zielte ich mit meinem kopierten Beitrag aus der 20min ab… Ich wusste bisher nicht das hochladen auch bei rapidshare verfolgt wird…

  12. Pflasterstein

    Musikindustrie und nicht denkende Journalisten bleiben sich in ihrer erschreckenden Denkabstinenz seit Jahren treu. Erstens ist in der Schweiz der Download nicht verboten und damit automatisch erlaubt. Zweitens besitzt die Schweiz Gott sei Dank ein anderes Rechtssystem als Deutschland. «Abmahnung» ist in unserem Land immer mit fetten «» zu schreiben. Drittens glauben wohl nur noch die Schreiber (Leser?) bei 20″, dass diese Umsatzeinbussen real und nicht hypothetisch sind. Über die angebliche Berechnung dieser Zahlen wollen wir gar nicht sprechen.
    Wenn ich solche Artikel (oder Blogeinträge) lese, wünsche ich mir, dass die Leute wieder etwas selbständiger denken lernen. Die heutigen Tageszeitungen kann ich nicht länger als Alternative zum Gratis-Shit empfehlen. Aber die grundsätzliche Skepsis, die Gedrucktes nicht immer sofort gelten lässt, wäre eine schöne Kulturtechnik. Gerade in Tagen der blutigen, entzsetzlichen, uns alle ohne Ausnahme so-fort dahinraffenden Schweinepest. Oder ist die schon wieder out?

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