Blick am Abend – 1. Szene, 2. Akt: Die Rabenutter

Irgendwie kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen.

Da haben wir mit unserem Nachruf ganz anständig den Medienlese-Blog gepingt, werden aber dort nicht veröffentlicht. Genauso wenig übrigens wie bei Massenpublikum.de. Auch da ignoriert man uns konsequent. Nun, wir sind uns das gewohnt. Stimmen die der allgemeinen „oh nein wie traurig“-Stimmung widersprechen, sind offensichtlich nach wie vor nicht En Vogue. Auch Peter Hogenkamp hat sich bisher nicht gemeldet. Weder per Kommentar noch per Mail. Auch das war vorhersehbar.

Auch wir sind übrigens, wie Medienlese einst, ein Medienblog. Im Vergleich zu Medienlese beschäftigen wir uns sogar 90% Inhaltlich mit Schweizer Medien und müssen nicht mangels Ideen oder schlechten Leserzahlen nach Deutschland ausweichen. Und, auch wir arbeiten hart bis unser Hirn raucht. Ohne Bezahlung. Wenn wir von rettet-ronnie-grob-und-andere-aktionen lesen, kommt auch uns der Gedanke, neu 250 Euro pro User zu verlangen, um unsere Arbeit zu finanzieren.

250 Euro dünkt uns angemessen um den intellektuellen Unterschied, der selbstverständlich mitfinanziert und entsprechend transparent gemacht werden will, zu entlöhnen. Doch das ist natürlich quatsch. Und damit lassen wir das trete-keinen-hund-der-am-boden-liegt-Thema. Doch einen Medienlese-Comment möchte ich noch aufnehmen. Er stammt von Blick am Abend Nachrichtenchef Thomas „“ Benkoe:

bö schrieb am 25. April 2009 um 18:25 Uhr (#)

die schliessung ist natürlich bedauerlich. aber. seit der ausrichtung auf den deutschen markt ist medienlese für mich langweiliger geworden. man bzw. ich will ja vor allem lesen, das jemand (auch ich/wir) gepflegt zerfleischt werden. das fand kaum mehr statt. und jetzt? leider beschränken sich kleinreport.com und persoenlich.ch zu sehr auf das verbreiten von pressemeldungen – süffige kommentare sind selten. und ugugu ist zu anonym und zuwenig insider, als dass er in die fussstapfen treten könnte. fazit: schade.

Natürlich möchten wir Herrn Bö’s Wunsch weiterhin entsprechend und den Blick am Abend auch in Zukunft dezent in den Arsch treten. Zum Beispiel mit folgendem, am Freitag publizierten Lead. Ein Thor wer denkt, dass einem solche Dinge beim ersten Mal durchlesen auffallen.

Blick am Abend: Die Rabenutter

Blick am Abend: Die Rabenutter

Fazit: Scheisse

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16 Antworten zu “Blick am Abend – 1. Szene, 2. Akt: Die Rabenutter

  1. Hans Barsch

    Hahaha, man weiss gar nicht, wem man für die Rabenutter danken soll: dem Blick am Abend? Hose&Dose? Der Rabenmutter selbst?

  2. Anonymous

    Blogwerk versteckt Trackbacks. Vielleicht ist Euer Ping auch dort im Versteckten zu sehen?

  3. danke fuer die ehre meiner namennennung. etwas was ihr jetzt auch noch lernen koennt ist die eier zu haben, mit eurem richtigen namen zu zeichnen… odr habt ihr schiss vor der eigenen meinung. oder gar vom chef?

  4. @bö: wer den Kürzel des renommiertesten Antinazi-Karikaturisten mit sich führt, sollte Verständnis dafür haben, dass pointierte Aussagen in dieser Branche nur anonym möglich sind, will man seinen Job behalten.
    Wobei ich davon ausgehe, dass der mir wohlbekannte Hose (oder ist es Dose?) in der Branche arbeitet. Davon geht ja wohl auch Bö aus, deshalb diese billige Anmache.
    Wer beim Blick arbeitet, soll sich besser nicht zur moralischen Instanz aufwerfen.
    #Heuchlerisch

  5. Kein Wunder, geht der Journalismus vor die Hunde, wenn ein Nachrichtenchef jedesmal beleidigt reagiert, wenn jemand sein Blatt kritisiert.

    Es geht in diesem Beitrag nicht um Realnamen, sondern um Qualität in den Medien und um Kritikfähigkeit der Medienschaffenden. Eine Kritikfähigkeit, die zwar gerne behauptet wird, aber offensichtlich -wie Bö eindrücklich zeigt- keineswegs vorhanden ist: Statt die Kritik entgegenzunehmen, pöbelt er wieder mit dem alten Realnamen-Quatsch herum. Wäre es deshalb unfair, Leute wie Bö (und Bauer und Zaugg und Reichenstein und viele andere) als Realnamen-Troll zu bezeichnen?

    Interessant übrigens die Behauptung von David Bauer in der Sonntagszeitung, Medienlese sei „eines der wenigen verbliebenen Medien, die regelmässig Medienkritik betrieben“. Das zeugt entweder von eklatanter Unkenntnis der Medienkritik-Landschaft, oder von bewusster Bauchpinselei.

  6. Ich bin so elitär, zwischen Medienkritik und Medienkrawall zu unterscheiden. Und gebe Bö absolut recht. Kritik ohne identifizierbaren Absender fehlt es an Glaubwürdigkeit. Weil die Motive nicht transparent sind.

  7. hoselose

    es ist passenderweise immer die elite, die sich in ihren praktiken durch die anonymität der anderen gestört fühlt. foucaultsches panopticon, anyone?

  8. Dose E.S.K

    Ich bin direkt und ehrlich. Und unsere Motive haben wir hier mehrmals offen dargelegt. Ich schätze solche unreflektierten Pauschal-Anschuldigungen, noch dazu von einem Redaktor mit Bachelor-Abschluss, nicht. Wir sind weder Krawallmacher, noch unglaubwürdig. Sollte dies deiner Meinung nach so sein, dann bitte ich um entsprechende Hinweise.

    Ich kann Bö’s Kritik nachvollziehen. Ich weiss aber auch, dass er unsere Seite in einer ruhigen Minute genauso verstehen kann und respektiert. Es gehört in diesen Kreisen zum guten Ton, sich auf irgendeine Art inkompetenz vorzuwerfen. Das weiss jeder, der etwas länger als Dumk Opf in diesem Business tätig ist.

    Was dich, David Bauer, betrifft, wenn du einfach eine Plattform suchst, um dich weiterhin bei gestandenen Redaktoren anzubiedern, dann mach das bitte anderswo. Ich werde mir in Zukunft die Freiheit nehmen, deine Kommentare zu löschen, so lange sie nicht wenigstens ein Minimum an Intelligenz voraussetzen.

    Ich bin mittlerweile sogar bereit, so weit zu gehen, dass ich einen „David-Bauer-free-Sticker“ oben an den Blog hefte, wenn du es nicht einmal auf die Reihe kriegst, etwas zu sagen, was nicht dem Mainstream der vermeintlichen Alpha-Web-2.0 Journalistendenke entspricht.

  9. Dies ist dein Blog, du darfst von mir löschen und Stickers anbringen, wie es dir beliebt.

    Dass du selber ein gestandener Redaktor bist, wie ich jetzt erfahren habe, ist ein guter Grund, warum ich es nur fair fände, deinen Namen zu kennen. Damit ich mal überprüfen könnte, ob du das, was du mir vorwirfst, selber besser machst.

  10. Dose E.S.K

    Hast du verstanden, was ich dir vorwerfe? Liest du dieses Blog? Wohlan, dann steht deiner Prüfung ja nichts mehr im Wege.

  11. hätte David Bauer nicht einen so mickrigen Artikel über das Ende von Medienlese geschrieben, täte er mir unterdessen fast ein wenig leid. Aber wenn ein ehemaliges Jungtalent dermassen offensichtlich mit angezogener Handbremse über die Schliessung, die Entlassungen, die angebliche „Quersubventionierung“ schreibt, ohne auch nur den Hauch einer weitergehenden Recherche als Kaffeetrinken mit dem ’sichtlich‘ zerknirschten Hogenkamp vorzuweisen (gut, ein paar Gemeinplätze über Amerika ausgenommen), tja, dann frage ich mich wirklich, woher dieser Mann seine Unverfrorenheit hernimmt, hier von Kritikern zu verlangen, sie sollen sich gefälligst mit vollem Namen outen, ungeachtet der Konsequenzen, die sie beruflich allenfalls zu tragen hätten.
    Würde man Bauer & Co. gehorchen, dürften nur noch seinesgleichen im ‚weltweiten Internet‘ veröffentlichen – angepasste und früh abgeschliffene ‚Hauptsache-schreiben-egal-wo-und-was-Journalisten‘ sowie finanziell Unabhängige oder aber ‚die-Konsequenzen-sind-mir-egal‘-Kamikazes.
    Bloggen ist politisch, und wer nicht so mehrheitsfähig langweilig daher kommt wie DB hat absolut recht, wenn er seinen Namen nicht überall rumposaunt.
    Bauer & Co. wollen die Meinungsfreiheit abschaffen, darum geht es – weil sie Kritik nicht ertragen.

  12. Pingback: Medienlese: Der moderne Schlägertrupp des Web 2.0 « Hose&Dose

  13. @bö:

    danke fuer die ehre meiner namennennung. etwas was ihr jetzt auch noch lernen koennt ist die eier zu haben, mit eurem richtigen namen zu zeichnen… odr habt ihr schiss vor der eigenen meinung. oder gar vom chef?

    Schade, dass Du anscheinend genauso Angst vor Deiner eigenen Meinung hast, wenn Du nicht auf eine Person zielen kannst, sondern Argumente gefragt wären … selbstverständlich ist es bequem, wenn man auf eine Person und ihren Hintergrund zielen kann anstatt sich mit ihren Argumenten zu befassen, aber diese Bequemlichkeit kommt argumentativ einer Generalkapitulation gleich. Da würde ich von Dir und auch von David Bauer mehr erwarten – Ihr seid ja sonst wahrlich nicht auf den Mund gefallen!

  14. Speziell interessant an dieser Diskussion ist der Fakt, dass am Kern der Problematik – nämlich die miserable Qualität von Gratiszeitungen – vorbeidiskutiert wird. Wenn auch das Bild mit dem Lead „Rabenutter“ diesen Blogartikel als Bashing von Blick am Abend und speziell Bö benützt – henusode.

    Aber: von den Herren Journalisten wird in den Kommentaren nicht ansatzweise der Q-Gedanke aufgenommen. Man ist schliesslich Journi und kann schreiben was man will. Journalismus ist eine zusätzliche Macht in unserem Staat. Und mit dem Selbstvertrauen eines Journi erträgt man somit auch keine Kritik.

    Mitarbeitende von Gratiszeitungen fühlen sich heutzutage niemandem gegenüber der Qualität verpflichtet. Sollten sie aber, sonst sind die letzten Inserenten weg.

    Als Leser von Gratiszeitungen muss ich mich nun aber wohl definitiv von meinem Qualitätsanspruch verabschieden.

  15. Pingback: Blick am Abend Superstar « Hose&Dose

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