Boulevard vs. Boulevard

Lieber Michael Ringier

Dio Mio. Wir haben das schon richtig verstanden. Der Blick will wieder näher bei den Leuten sein, näher am Einzelschicksal, näher an der Trauer und am Unglück. Und dann serviert Gott dem Ringier-Verlag eine Katastrophe ans Bett und was machen die zahnlosen „Kampfhunde vom Seefeld“ damit? Vier magere Seiten, zwei davon mit einer chronologischen Auflistung der Ereignisse. Und auf den anderen zwei Seiten darf ein ETH-Seismologe erklären, dass Erdbeben auch in der Schweiz vorkommen können. Top. Näher dran wäre schon mittendrinn, ne.

Heute sollte jeder Blick-Journalist den Le Matin auswendig lernen. Solange bis er folgende Sätze im Schlaf rezitieren kann: „Ich habe mit meinen eigenen Händen nach meiner Familie gegraben„. Sechs Seiten Einzelschicksal. Sechs Seiten Trauer, Versagen, Anschuldigungen Wut und Leiden. Naturkatastrophen sind furchtbar. Das ist Boulevardjournalismus übrigens auch. Wenn’s also schon sein muss, dann sollte man auch das Schlechteste daraus machen.

Oder anders gesagt: Noch am Sonntagabend mokierten sich Giacobbo / Müller in ihrer „Late Service Public“-Show im SF über die Warnung vor Erdbebenfolgen durch Bundesrat Moritz Leuenberger. Möglicherweise ist ihnen in Anbetracht der verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in Italien für einmal das Lachen im Hals stecken geblieben. Und vielen anderen hoffentlich auch.

Das sagen nicht wir, sondern Christoph Meier von der Südostschweiz. Aber wir teilen immerhin seine Meinung.

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Eine Antwort zu “Boulevard vs. Boulevard

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