Tagesarchiv: 07/04/2009

Best of Linda Gwerder

Heute Abend startet „Die 10“. Wir erinnern uns: Das ist die Sendung, die Anna Maier nicht moderieren wollte, weil sie „zu gemein“ sei. Linda Gwerder hat damit offenbar keine Probleme. Wer ein Interview der 24-Jährigen liest, versteht auch warum. Hier die besten Fragen und Antworten von heute:

Haben Sie sich bei Sonja Zietlow, die die deutsche Ausgabe moderiert, etwas abgeschaut?

Ich mag Sonja sehr, sie ist eine Witzkanone (Aargauer Witz-Zeitung)

Die Sendung ist aufgezeichnet. Heute Abend sehen sie sich zum ersten Mal als Moderatorin einer Show zur besten Sendezeit. Aufgeregt?

Sehr. Ich weiss noch nicht, wie ich das durchstehen soll. (Bitte nicht vergessen: aufgezeichnet. Berner Zeitung)

Die 10 besten Fernsehsendungen nach Linda Gwerder:

Tagesschau, Dok, Cash TV, Johannes B. Kerner, die ultimative Chartshow, Verbotene Liebe, Tatort. (Ja, wir kommen auch nur auf acht. Aufgezeichnet in der Berner Zeitung).

Welche zehn Sendungen nerven Sie am meisten?

Zwei bei Kallwass, Richterin Barbara Salesch, Germany’s Next Topmodel, Desperate Housevwifes, My Sweet Sixteen, K11, Frauentausch, Big Brother und diese Show auf MTV, in der gezeigt wird, welcher Promi am meisten Gewicht verloren hat. Völlig daneben. (Hier sind’s immerhin neun).

Das lässt uns alles etwas ratlos zurück. Entweder wird „Die 10“ eine gewagte Kombination aus Cash TV und Dok mit etwas Tatort und Tagesschau, oder aber die Gwerder hat ihre eigene Sendung noch nie gesehen. Klingt ja derzeit eher wie ne Mischung aus Germany’s Next Topmodel, my sweeet Sixteen, Frauentausch und Big Brother.

Boulevard vs. Boulevard

Lieber Michael Ringier

Dio Mio. Wir haben das schon richtig verstanden. Der Blick will wieder näher bei den Leuten sein, näher am Einzelschicksal, näher an der Trauer und am Unglück. Und dann serviert Gott dem Ringier-Verlag eine Katastrophe ans Bett und was machen die zahnlosen „Kampfhunde vom Seefeld“ damit? Vier magere Seiten, zwei davon mit einer chronologischen Auflistung der Ereignisse. Und auf den anderen zwei Seiten darf ein ETH-Seismologe erklären, dass Erdbeben auch in der Schweiz vorkommen können. Top. Näher dran wäre schon mittendrinn, ne.

Heute sollte jeder Blick-Journalist den Le Matin auswendig lernen. Solange bis er folgende Sätze im Schlaf rezitieren kann: „Ich habe mit meinen eigenen Händen nach meiner Familie gegraben„. Sechs Seiten Einzelschicksal. Sechs Seiten Trauer, Versagen, Anschuldigungen Wut und Leiden. Naturkatastrophen sind furchtbar. Das ist Boulevardjournalismus übrigens auch. Wenn’s also schon sein muss, dann sollte man auch das Schlechteste daraus machen.

Oder anders gesagt: Noch am Sonntagabend mokierten sich Giacobbo / Müller in ihrer „Late Service Public“-Show im SF über die Warnung vor Erdbebenfolgen durch Bundesrat Moritz Leuenberger. Möglicherweise ist ihnen in Anbetracht der verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in Italien für einmal das Lachen im Hals stecken geblieben. Und vielen anderen hoffentlich auch.

Das sagen nicht wir, sondern Christoph Meier von der Südostschweiz. Aber wir teilen immerhin seine Meinung.