Anonyme Idioten – Wer sind wir?

Eine kleine Geschichte in eigener Sache

Erstmals, seit dieses dumme inkompetente Blog existiert, haben wir (ja Schlaumeier, wir sind mehr als nur ein/e dumme/r Blogger/In) mit einem einzigen Artikel mehr Hits erreicht, als wir normalerweise an gesamtem Tagesvolumen schaffen.

Wir haben dieses Blog aber nicht gegründet, weil wir eine möglichst grosse Gemeinde um uns scharen möchten. Klicks sind uns egal. Wir schreiben, weil wir glauben, dass die mediale Berichterstattung immer mehr an Qualität und relevantem Inhalt verliert.  Dies zu Gunsten einer oberflächlichen, schnellen und dadurch unsorgfältigen Berichterstattung in deren Mittelpunkt nicht mehr die Geschichte und deren Protagonisten, sondern immer mehr der Journalist selbst steht. Die Mehrheit mag diesen Umstand knurrend hinnehmen. Das machen wir zwar auch. Wir aber knurren halt etwas direkter, fieser und blöder und werden dafür von anderen regelmässig mit einem Apfel auf dem Kopf an den Pranger gestellt.

Gestern zum Beispiel machten wir einmal mehr Bekanntschaft mit der selbst ernannten MöchtegernFührungsriege der Web 2.0 Alphajournalisten. Wir bedauern es sehr, dass deren Reaktionen mit Sätzen wie „Gibt es etwas Feigeres als anonyme Blogger“ sehr marginal und unreflektiert, ja geradezu doof ausfallen. Diese Nörgelei einer kleinen Riege von Journalisten, deren Kommunikation auf Twitter zum grössten Teil aus gegenseitiger Komplimentierung und Arschkriecherei besteht, beschert uns zwar stupide Leserzahlen, zielt aber  am Kern der Sache vorbei. Hätte Wilhelm unter diesen Bedingungen abgedrückt, er wäre als Loser und Sohn Walter als Kastrat in die Geschichte eingegangen.

Wir bloggen nicht, weil wir uns mit anderen Journalisten anlegen wollen. Wir sind keine Helden. Wir sind nur bloggende Walters mit dämlichen Äpfeln auf dem Kopf. Ob wir hauptberuflich Kaffee in Regale packen, Studenten unterrichten oder doch als zeichnende Redaktoren bei der FAZ, beim Tages Anzeiger oder beim SF tätig sind, ist völlig irrelevant. Wir wollen nicht besser sein, nicht schlauer oder beliebter. Wir brauchen keine Reputation, keine Glaubwürdigkeit oder etwaige Referenzen um Leute zum Nachdenken zu bringen. Das haben die letzten Monate gezeigt.

Wer unseren Texten als Einziges eine unkonstruktive etwaige Anonymitätskritik entgegen zu setzen hat, dem Fehlen offensichtlich die Argumente.

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16 Antworten zu “Anonyme Idioten – Wer sind wir?

  1. Ist mir ja eigentlich egal. Ich habe aber immer noch nicht kapiert, weshalb ihr anonym bloggt.

  2. hoselose

    erste person, singular, aktiv gefällt mir gut.

  3. Dose E.S.K

    Stimmt. Du hast es immer noch nicht kapiert.

  4. Danke für die Antwort.

  5. hoselose

    zweite person, singular, aktiv gefällt mir auch gut.

  6. Und noch was: Sind es wirklich „stupide Leserzahlen“ die auch die Twitterei beschert – oder stupende?

  7. , die euch…

  8. Dose E.S.K

    Nenn sie irrsinnig, erbärmlich, dämlich, idiotisch oder verrückt, mir ist das egal. Erstaunlich, d.h. stupend sind sie nicht. Höchstens stupid, wenn man den Grund für den Anstieg betrachtet. Aber diesen Zusammenhang hast du ja sicherlich verstanden.

  9. Nein. Aber ist ja auch egal.

  10. Gefällt. Den pseudonymen Bloggern gehört die Zukunft! Im Prinzip ist es ja viel ehrlicherer, besserer Journalismus, wenn der Inhalt im Zentrum steht statt die oder der Schreibende, wie leider sehr häufig anzutreffen heutzutage.
    Deshalb würde mir eigentlich auch der Economist gefallen, nur dass man dort wieder das Problem des Gruppendenkens und der freiwilligen Selbstzensur hat.
    Journalismus muss nah an der Sache und darf politisch unkorrekt sein. Letzteres sollte sich auch Hosenindosen zu Herzen nehmen, denn auch im linken Medienspektrum gibts leider politische Korrektheit, sogar noch mehr als in rechten Medien (und unabhängige Medien gibts sowieso nicht, damit das mal gesagt ist).

    Irgend jemand muss ja neue Denkanstösse bringen, nicht wahr? Denken und Diskutieren ist immer erlaubt, egal worüber. Ja, auch dies ein politisch unkorrekter Denkanstoss.

  11. barthes hätte freude an euch. was ist schon ein autor, wenn nicht tot. :-)

  12. gefällt mir.

    „einer kleinen Riege von Journalisten, deren Kommunikation auf Twitter zum grössten Teil aus gegenseitiger Komplimentierung und Arschkriecherei besteht,“

  13. fahnenfluechtling

    Ich möchte mich auf Eure Seite schlagen.

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