Tagesarchiv: 26/03/2009

Anonyme Idioten – Wer sind wir?

Eine kleine Geschichte in eigener Sache

Erstmals, seit dieses dumme inkompetente Blog existiert, haben wir (ja Schlaumeier, wir sind mehr als nur ein/e dumme/r Blogger/In) mit einem einzigen Artikel mehr Hits erreicht, als wir normalerweise an gesamtem Tagesvolumen schaffen.

Wir haben dieses Blog aber nicht gegründet, weil wir eine möglichst grosse Gemeinde um uns scharen möchten. Klicks sind uns egal. Wir schreiben, weil wir glauben, dass die mediale Berichterstattung immer mehr an Qualität und relevantem Inhalt verliert.  Dies zu Gunsten einer oberflächlichen, schnellen und dadurch unsorgfältigen Berichterstattung in deren Mittelpunkt nicht mehr die Geschichte und deren Protagonisten, sondern immer mehr der Journalist selbst steht. Die Mehrheit mag diesen Umstand knurrend hinnehmen. Das machen wir zwar auch. Wir aber knurren halt etwas direkter, fieser und blöder und werden dafür von anderen regelmässig mit einem Apfel auf dem Kopf an den Pranger gestellt.

Gestern zum Beispiel machten wir einmal mehr Bekanntschaft mit der selbst ernannten MöchtegernFührungsriege der Web 2.0 Alphajournalisten. Wir bedauern es sehr, dass deren Reaktionen mit Sätzen wie „Gibt es etwas Feigeres als anonyme Blogger“ sehr marginal und unreflektiert, ja geradezu doof ausfallen. Diese Nörgelei einer kleinen Riege von Journalisten, deren Kommunikation auf Twitter zum grössten Teil aus gegenseitiger Komplimentierung und Arschkriecherei besteht, beschert uns zwar stupide Leserzahlen, zielt aber  am Kern der Sache vorbei. Hätte Wilhelm unter diesen Bedingungen abgedrückt, er wäre als Loser und Sohn Walter als Kastrat in die Geschichte eingegangen.

Wir bloggen nicht, weil wir uns mit anderen Journalisten anlegen wollen. Wir sind keine Helden. Wir sind nur bloggende Walters mit dämlichen Äpfeln auf dem Kopf. Ob wir hauptberuflich Kaffee in Regale packen, Studenten unterrichten oder doch als zeichnende Redaktoren bei der FAZ, beim Tages Anzeiger oder beim SF tätig sind, ist völlig irrelevant. Wir wollen nicht besser sein, nicht schlauer oder beliebter. Wir brauchen keine Reputation, keine Glaubwürdigkeit oder etwaige Referenzen um Leute zum Nachdenken zu bringen. Das haben die letzten Monate gezeigt.

Wer unseren Texten als Einziges eine unkonstruktive etwaige Anonymitätskritik entgegen zu setzen hat, dem Fehlen offensichtlich die Argumente.

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Das Beste was Züri West zu bieten hat..

..sei der Bund, behauptet Kuno Lauener wie immer mit etwas grimmiger und geistesabwesender Miene auf Plakaten, die seit gestern in der Schweizer Hauptstadt rumhängen aushängen. Gestern informierte des Komitee „Rettet den Bund“ denn auch erstmals etwas genauer, wie es denn den Bund zu retten gedenkt. Das amüsiert besonders die Redaktoren der Berner Zeitung, die im Artikel „auf der Suche nach neuem Modell“ (S.25)von den „grossen Plänen“ der Kollegen berichten. Eine etwas deplazierte Wortwahl. Das Komitee hat leider keine andere Möglichkeit als über eine etwaige unabhängige Finanzierung und Erscheinungsweise nachzudenken. Zudem drängt die Zeit. Nun muss es schnell gehen, denn die TA-Media wird demnächst entscheiden, wie es mit der Bund-Redaktion weiter gehen soll.

Wie also handelt nun das Komitee? „In einer ersten Phase will das Komitee mittels Umfrage eruieren, was die Berner Medienkonsumenten in Zukunft wünschen“. (Zitat Oliver Buamann/AZ S.30). Oder, etwas direkter gesagt: Wie viel Geld wäre ein potentieller Abonnent bereit für eine unabhängige Stimme locker zu machen. „Für eine Tageszeitung im Raum Bern brauchte es laut Branchenkennern gar Investitionen von 70 bis 100 Millionen Franken“. Bei 50´000 derzeitigen Abonnenten macht das, öh, zu viel.

Die Pläne des Komitees mögen von aussen betrachtet reichlich naiv erscheinen“. Nö, sie mögen nicht nur, sie sind es auch. Wir schliessen uns daher der Bund-Redaktion an. „Nur Bares ist Wahres“ (S.22). Mehr noch, wir bewundern den Realismus und die Skepsis, welche das Team in Bern dem Komitee entgegen bringt. „Falls das Komitee tatsächlich Investoren hinter sich hat, dann sollten sie ihre Schatullen sehr bald öffnen. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld geht gar nichts.“

Mediales Littering: Ganz & Goria

Heute: Berner Zeitung

Verschreiber sind seit Newsnetz kein Aufreger mehr sondern eine Selbstverständlichkeit. Wenn Agyness Deyn ihren Freund, den „The Stokes-Gitarristen Albert Hammond jr. verlässt“ (S.40), dann ist dies aber schon etwas peinlich. Schliesslich sind die Stokes „die erfolgreichste irische Musikgruppe im deutschsprachigen europäischem Raum“ (Eigenwerbung). Und ich wüsste nicht so recht, was Agyness mit einem irischen Folkmusiker anfangen sollte.

Immerhin haben die Stokes eine Auszeichnung des irischen Tourismusverbandes erhalten. Diese Ehre ist den Strokes bisher verwehrt geblieben.