Tagesarchiv: 25/03/2009

Wie der Spiegel die Schweiz sieht

Eigentlich  mag ich die Polemik um, von und mit Peer Steinbrück nicht mehr hören und auch nicht mehr lesen. Wenn aber ein schweizer Journalist im deutschen Spiegel das Verhältnis Deutschland-Schweiz aus der Sicht eines schweizer Deutschen beschreibt, dann werde ich hellhörig.

Eigentlich wäre Mathieu von Rohr, Absolvent der sagenumwobenen Henri-Nannen Schule in Hamburg Redaktor im Ressort „Ausland“. Wenn es allerdings um Schweizer Politik geht („Ausland“), insbesondere um SVP-nahe Themen, dann wird Mathieu abkommandiert – oder lässt sich abkommandieren, wobei ich eher auf das Erstere tippe. Nun ist Amok-Peer (das passt auch hier) aber eher eine FDP-Angelegenheit. Nicht nur, weil das betroffene Departement derzeit in den Händen dieser Partei liegt, sondern auch weil Finanz- und Wirtschaft in der Schweiz geschichtlich gesehen eher liberal statt konservativ geprägt sind. Dementsprechend entgleist der Artikel auch ziemlich, wird es aber vermutlich trotzdem in die Printausgabe der kommenden Woche schaffen.

Warum? Ganz einfach. Weil sie in Hamburg derzeit niemand haben, der auch nur einigermassen über schweizer Politik Bescheid weiss. Und so muss halt ein ehemaliger BAZ-Feuilletonist den Kopf hinhalten.

Wie Piero mal wieder den Schwanz einzog

Heute: Die Niederungen des Boulevard – wo sich die Landbevölkerung derzeit so rumtreibt.

Mit Piero Esteriore ist das ja so eine Sache. Da weiss man nie genau an was man ist. Ist er jetzt ein Musiker oder nicht? Ist er ein Idiot oder keiner? Ist er wirklich so von sich überzeugt oder nimmt er Drogen? Wurde er bei Big Brother rausgeschmissen oder ist er freiwillig gegangen?

Fakt ist: Pieros neue CD ist ein Flopp. Und wie der singende Barde bewiesen hat, ist er queren Ideen zur Promotion nicht abgeneigt – siehe „Amok-Piero“. Was mich an diesem Menschen nervt, ist, dass er einfach nie den Nerv hat, etwas ganz durchzuziehen. Sei es mit dem Mercedes oder mit Big Brother. Immer dann wenn’s interessant wird, bremst er und geht. Oder er muss gehen, weil er sich aufgrund seiner dämlichen Haltung das Bleiberecht verspielt hat.

Was ist gestern passiert?
Offenbar hat Handwerker-Piero im BB-Wettbewerb eine (Schrauben-)Mutter vermurkst und hätte darum in die „Hölle“ ziehen sollen. Da Big Brother in der Hölle aufgrund der Lebensumstände wirklich hässlich wird, wollte Piero nicht mehr mitmachen und ging nach Hause. So wie immer.

Was haben wir daraus gelernt?
Der Friseur hat seine Hände offensichtlich nicht immer unter Kontrolle, das erklärt sowohl seine Musik wie auch seine Frisuren. Mit etwas Glück vermurkst er demnächst auch den Kopf eines Kunden in seinem Salon und der langersehnte Erfolg stellt sich doch noch ein. Allerdings nur dann, wenn Piero den Weg endlich auch mal bis zum bitteren Ende geht. Wenn der Kopf noch halb dranhängt wird das wieder nix.

Newsnetz – oder wie man Meldungen verschläft

Manchmal verwirrt mich die publizistische Taktik von Newsnetz etwas. Das Onlineportal ist sich sonst auch nicht zu schade, über die Heirat von Schweizer Stars und Sternchen zu berichten, notabene gerade dann, wenn es sich dabei um Möchtegern-Stars mit journalistischem Anstrich handelt. Aber diese Nachricht hat Newsnetz bisher offenbar übersehen.

Gratulation an den Blick, der immerhin so schlau war, die Meldung heute morgen beim SF abzuschreiben. (Stand 08.30).