Printmedien: Die Schweiz bleibt ein Unikum

Die Schweiz bleibt in Sachen Zeitungen ein internationaler Sonderfall. fast 92% der Schweizer Bevölkerung (ab Stimmrechtsalter) lesen mehr oder weniger regelmässig eine oder mehrere Zeitungen. Das ist ein absolut fantastischer Spitzenwert.

Blicken wir zur Verdeutlichung der Zahlen kurz zu unseren deutschen Nachbarn. Gestern hat das Allensbach-Institut eine neue Langzeitstudie zum Medienkonsum veröffentlicht. Lag die Zahl der Zeitungsleser in den 1980er Jahren noch bei über 70%, sind es heute nur noch knapp 41%, die täglich zur Lektüre greifen. In den USA ist der Trend noch eindeutiger. Dort informierten sich 2008 erstmals mehr Menschen übers Internet als in Zeitungen. In der Schweiz blieben die Zahlen hingegen erstaunlich stabil. Seit Beginn des neuen Jahrtausends konnte die Tages- Wochen- und Sonntagspresse ihre Nettoreichweite um fast 3% ausbauen. Die Zeitschriften verloren knapp 1,6%. Das sind marginale, gar verkraftbare Rückgänge. Für einzelne Titel mag das anders aussehen, im Grossen und Ganzen aber scheint das Internet keine akute Bedrohung für schweizer Printprodukte zu sein. Auch wenn wir dauernd anderes hören. Eine erstaunliche Erkenntnis, nicht?

Wenn also die Leserzahlen stabil bleiben, warum sprechen Verleger trotzdem von einer Krise? Ganz einfach. Weil die Inserenten ausbleiben und weil im Mediengeschäft derzeit eine Verlagerung statt findet. Weg von den Qualitäts- und Abonnementtiteln, hin zu Gratis- und Unterhaltungscontent. Dies ist auch der Grund, warum die Zeitschriften im Vergleich zur Tages- Wochen- und Sonntagspresse an Auflage einbüssen musste. Alles in allem bestätigen die neuen Zahlen aber einen Trend, der in der Schweiz schon seit Jahren anhält. Herr und Frau Schweizer sind belesen, unabhängig davon ob alt oder jung.

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Eine Antwort zu “Printmedien: Die Schweiz bleibt ein Unikum

  1. Als Hinweis: Die Allenspach-Studie spricht von täglichen Zeitungsleser (und darüber hinaus offenbar nur von 14- bis 29 Jährigen). Die Wemf-Zahlen beziehen sich auf Persoenen ab 14 Jahren, die mehr oder weniger regelmässig eine Zeitung lesen. Was auch immer das heisst.

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