Tagesarchiv: 23/03/2009

Held des Tages: Attac

Eine Zeitung zu fälschen ist heute keine Meisterleistung mehr. Eine Zeitung so zu fälschen, dass auch die Qualität der Texte ans Original herankommt hingegen schon. Vor allem wenn das Original Die Zeit heisst.

Gute Arbeit, vernünftige Reaktion.

Warum ich Ueli pausenlos die Fresse polieren könnte

Sehr lustig, was Herr Bundesratskollege (heute sind alle Kollegen) Ueli Maurer da übers Wochenende veranstaltet hat. Damit (und nicht mit seiner Politik und / oder Polemik) schaffts Neo-Ueli sogar in die Welt am Sonntag und durchbricht damit endlich die lähmende Nichtberichterstattung der Weltpresse über diese  bedeutende Persönlichkeit sowie die deutsche Dominanz, die seit Ewigkeiten im Schweizer BR-Fuhrpark regiert (4x Audi, noch ein wenig Mercedes (Merz, wer sonst) und ein VW (die SP tut was fürs Volk)).

Bravo Ueli. Endlich mal einer, der nicht nur labbert sondern auch handelt. Wir freuen uns auf die Facebook-Reaktion verärgerter Mercedes-Angestellter mit dem Namen: Warum ich Ueli pausenlos die Fresse polieren könnte.

Online-Journalismus – was nun?

Wir stänkern an dieser Stelle ja gerne Mal über die innovative aber dämliche Rubrik „Tweet des Tages“ der Gratiszeitung Blick am Abend. Die Rubrik ist tatsächlich ziemlich doof, denn ausser einem Je-Ka-Mi für Twitter-User hat diese Sparte nix zu bieten. Und eine Antwort auf die Frage, warum Twitter für Journalisten irgendwie von Nutzen sein sollte, auch nicht. Ausser vielleicht, dass damit etwas Gratis-Content für faule Alpha-Journalisten generiert wird.

Ich habe also lange und gründlich darüber nachgedacht, welchen Nutzen und welche Zukunft Twitter haben könnte und ob es sich tatsächlich lohnt, das Thema ernsthaft anzugehen. Meine Antwort lautet: Ja. Twitter kann tatsächlich einen Nutzen haben. Schuld daran ist der Linke Einfalftspinsel Namens Thomas Benkö, mit dem mich nebst meiner vermeintlichen RL-Identität nix verbindet. Ich Er habe hat nämlich letztens vor versammelten Redaktionskollegen eine kleine Präsentation gehalten, in der relativ verständlich erklärt wird, welchen Sinn und Nutzen Twitter für vermeintliche Alpha-Journalisten haben könnte. Die Präsentation ist, gemessen an dem was Twitter wirklich bietet, sogar richtig gut, einigermassen vollständig und immer wieder ansatzweise peinlich, was verhindert, dass der Zuschauer einschläft. Aber, die Präsentation zeigt auch, welch tieferen Sinn Twitter hat und wer in absehbarer Zukunft davon profitieren kann.

Twitter ist und bleibt ein dummes Tool, perfekt für das Aufschnappen und Verbreiten dummer Nachrichten von dummen Leuten. Es ist daher in erster Linie ein Boulevard- und Gratiszeitungs-Tool, dass hilft, etwas aktueller und näher am Geschehen zu sein, so jemand aus der Community vor Ort ist. Und natürlich, darauf verweisen wir hier immer wieder gerne, ist es ein ideales Tool für faule Journalisten, einen möglichen Pool von Möchtegern-Protagonisten um sich zu scharen.

Ich bleibe dabei: Nicht jede Idee die Anhänger findet, ist automatisch eine gute Idee. Manche Erfindungen dienen auch nur dazu, bereits existierende Dummheiten noch etwas schneller in Umlauf zu bringen. Wer daran zweifelt, soll sich dieses Filmchen reinpfeiffen. Ein, wie ich finde, ziemlich abschliessender Lehrgang zum Thema: Onlinejournalismus, was nun?