Tagesarchiv: 19/03/2009

Idiot des Tages: Newsnetz

Das ist schon der dritte Tag in Folge, an dem Newsnetz den Idioten spielen muss. Aber wie soll’s auch anders sein, wenn man seine Geschichten um drei Ecken biegt?

Angefangen hat alles mit Ol’Steinbrück-Hand, der die Schweizer als Indianer verkavallerisiert hat. Der Blick am Abend griff darauf zum Zweihänder und setzte den lieben Onkel Peer als „hässlichen Deutschen“ aufs Titelblatt. Die Kollegen von Spiegelonline griffen die Geschichte auf und Newsnetz (ja, tatsächlich, Newsnetz kommt auch noch vor), machte aus den Kommentaren des SPON-Forums (!) eine Geschichte mit dem Fazit (Zitat Lead): Die Meinungen im Leserforum sind bemerkenswert.

Bemerkenswert, indeed.

Tweet des Tages

Lustig. Die Rubrik ist noch keine zwei Tage alt und schon kotzt sie mich an. Aber wir wollen auch heute der Twitter-Community einen Gefallen tun und Shawne’s Worte des Tages veröffentlichen:

Shawne’s „Just the Core“ Cocktail 1st Tue. of the Month Zurich — SEX AND CRIME — TBA — RSVP — www.shawnefielding.com

Und nein, der link zur HP funktioniert selbstverständlich NICHT!

Das Ende einer Zeitungs-Ära

Not kennt kein Erbarmen.

Einst war Basel eine Medienhochburg. Spannende Blätter wie die National-Zeitung und die Basler Nachrichten prägten und provozierten die öffentliche Diskussion. Das ist längst Vergangenheit. Und nun verschwindet langsam aber sicher auch noch das letzt Stück Tradition, dass bisher an die so glorreiche Vergangenheit der Nordwestschweizer erinnert hat: Der Baslerstab.

Das tägliche Gratisblatt, dass heute noch praktisch dieselbe Titelschrift trägt wie in den 40er Jahren, soll redimensioniert werden. Fortan erscheint das „Tagblatt der Stadt Basel“, vermutlich gar das älteste noch in der Schweiz erscheinende Tagblatt mit Werbeannoncen und Familienanzeigen aller Art, noch zwei Mal wöchentlich. Ein Teil der Belegschaft wird entlassen, ein anderer Teil wechselt zur Basler Zeitung. Der Versuch der Basler Zeitung Medien AG aus dem ehemaligen Anzeiger eine eigenständige Zeitung zu machen ist gescheitert.

Damit schliesst sich ein weiteres kleines Kapitel der Schweizer Zeitungsgeschichte.

Kurt W. Zimmermann: Wie man sich Freunde macht

Eben noch hat uns Zimmi-Chefe Roger Köppel erklärt, dass die Wirtschaft gut und der Staat böse sei. Und das hat der Zimmi wohl auch gelesen und beschlossen fortan in seinen Kolumnen auf den Staat zu schiessen. Diese Woche ist es die SRG, nächste Woche die, öh, SRG und übernächste Woche muss es wohl auch die SRG sein. Etwas anderes hat der Staat derzeit ja nicht zu bieten.

Die SRG, das einzige Medienunternehmen in der Schweiz, dem die Wirtschaftskrise am Arsch vorbei geht, hat einen schweren Stand. Man muss keine Leute entlassen, keine Programme kürzen und keine Produkte einstellen. Am besten würde man in dieser Situation einfach schweigen. Aber auch das geht nicht, denn schliesslich wird momentan darüber beraten, ob TV und Radio in Zürich künftig ein gemeinsames Bett teilen sollen, oder ob das Radio föderalistisch und das Fernsehen zentralistisch bleibt. Dumm aber auch, dass Armin Walpen ausgerechnet jetzt mit einer Gebührenforderung losquackt. Als SRG-Mitarbeiter würde ich meine Dart-Scheibe mit Walpens Konterfei schmücken.

Zurück zu Zimmi. Was macht man also, wenn man gegen den Staat schiessen muss? Richtig. Man holt die alten Argumente hervor. Der Staat kassiert Gebühren und gleichzeitig Werbegelder. Der Staat ist übermächtig. Und, der Staat betreibt ein unverhältnismässiges Lobbying. Nun, geschätzter Kollege Kurt W. Zimmermann. Das wissen wir alles. Und nur weil sie es sagen, wird es nicht besser. Sicherlich, damit machen sie sich ausnahmsweise keine zusätzlichen Feinde, sondern blasen in ein Horn, in das schon alle anderen geblasen haben. Aber viel spannender wäre doch die Frage, wie viele Journalisten ein Magazin wie die Weltwoche noch entlassen kann, bevor der Begriff „Magazin“ illegitim wird?

Gerade sie müssten das doch wissen – und würden sich damit, nebenbei gesagt, auch mal ein paar Freunde schaffen. Mich zum Beispiel.