Systemloser: Köppel, Twitter und Schwarzer

Es gibt Tage, an denen passieren so viele Dinge gleichzeitig, dass man gar nicht weiss, wie man sich wehren soll. Gestern war ein Heavy-News-Day. Da könnte man selbst als Blogger eine eigene Tagesschau produzieren und ohne Probleme 20 Minuten Sendezeit mit relevanten Inforamtionen füllen.

Seit Wochen nun reiten wir hier schon auf der Weltwoche rum. Das liegt allerdings nicht an einer etwaigen Sympathie unsererseits, sondern daran, dass sich die Negativmeldungen derzeit häufen. Gestern nun karrte David Vonplon einen weiteren Stein ans Grab der Weltwoche. Der Ex-Persönlich.com-Angestellte will wissen, dass Köppel bereits seit Wochen im Besitz wichtiger Informationen zum Thema Sesselrücken bei der UBS war. Da die UBS börsenquotiert ist und solche Entscheide durchaus gewichtigen Einfluss auf die Kurse haben, dürfte diese Information nicht so unwichtig sein, wie sie zuerst scheint. Köppels Stellungnahme ist durchaus heiter zu lesen und erinnert an Blochers Argumentationskrise der letzten Wochen. Vermutlich verfügen die beiden über einen inneren Link, der sie mental verbindet.

Heiter auch die Meldung des Österreichischen Standard, der verkündet, dass Alice Schwarzer die renommierte Theodor-Herzl-Dozentur am Wiener Publizistikinstitut im kommenden Jahr übernehmen werde. Dabei wird sie Vorlesungen zu Themen halten wie: „Das Interview: Kein Dokument, eine Kunstform“. Genau, das ist es auch, was Journalisten in Österreich unbedingt lernen sollten. „Nicht schreiben was ist, sondern schreiben als Kunst“. Toll wird sicherlich auch diese Vorlesung: „Mein Weg: Von der Volontärin zur Blattmacherin“. Auf diesen Jahrgang an NachwuchsjournalistINNEN freue ich mich ganz besonders.

Super sind auch die Twitter-Diskussionen der vergangenen Tage. SpiegelOnline fragt: Macht twittern dumm? Medienlese empfiehlt mittlerweile bereits den besser-schreiben-dank-twitter-Lehrgang und der Blick am Abend gehört zu den ersten ernstzunehmenden Zeitungs-Twittern der Schweiz. Dies sei ein Meilenstein auf der Interaktionskarte, müsste man annehmen. Jeder Journalist, der noch keinen Twitter-Account besitzt, müsste sich sofort den einen oder anderen zulegen, will er denn nicht in der kommenden Bedeutungslosigkeit vertwittern verwittern. Ich erinnere in diesem Zusammenhang gerne an das Zitat von Eric Schmidt, der Twitter als „E-mail-System für Arme“ bezeichnet hat und verweise auf den kreativen Input, wie Twitter helfen kann, demokratische Prozesse transparent zu machen.

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2 Antworten zu “Systemloser: Köppel, Twitter und Schwarzer

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