DRS3 abschalten – Energy aufschalten

Gestern hat Radio Energy in Bern seine Petition eingereicht. Heute schiessen sowohl NZZ als auch Tages Anzeiger scharf gegen die SRG. Die Argumentation: Eine Studie hätte gezeigt, dass eine vierte Frequenz grundsätzlich machbar sei – auf Kosten einer Stadtfrequenz von DRS2. Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Energy = Mainstream, DRS2 = Kultur/Klassik

Nun, diese Studie kennen wir – genau wie die Haltung des BAKOMs. Hier ist alles wie gehabt. Njet für Energy, njet, njet und nochmal njet. Während der Bund keinen Millimeter von seiner Position abweicht, zeigen sich die Privaten in ihrer Meinung um so flexibler. Das ist zwar heuchlerisch und unlogisch, doch das stört offensichtlich keine Sau.

  • Blenden wir kurz zurück. Bevor die Konzessionen vom BAKOM ausgeschrieben wurden, teilten sich Energy, Radio24 und Radio Zürisee das Sendegebiet Zürich/Glarus, das finanziell lukrativste Radioterritorium der Schweiz. Nirgends gibt es so viele Hörer und so viele potentielle Kunden wie im Grossraum Zürich. Alle drei Stationen, inklusive Radio Energy hatten sich vor der Vergabe ohne wenn und aber dafür ausgesprochen, dass unter keinen Umständen eine vierte, zusätzliche Konzession zur Diskussion stehe, sollte einer der drei keine Sendegenehmigung mehr erhalten. Niemand hat die Sender vor der Vergabe zu dieser Haltung gezwungen.
  • Energy soll auf Kosten einer DRS2-Frequenz senden dürfen. Das Argument dahinter: Die DRS-Programme verbreiten schon so genug Mainstream-Gedudel. Dumm nur, dass es sich bei DRS2 um einen der besten Kultursender Europas handelt. Wenn die SRG überhaupt noch eine Berechtigung hat, dann als Informations- und Kulturkanal. Müsste die Diskussion folglich nicht eher lauten: Pro Energy, aber auf Kosten von DRS3 oder DRS1?
  • Die TA-Media (Radio24) wie auch die NZZ sind direkte Konkurrenten von Radio Energy (Ringier). Drei Radiokonzessionen sind zumindest für die TA-Media rein wirtschaftlich die bessere Option als vier. Die DRS-Kanäle sind kein direkter Werbekonkurrent. Beim Staatsradio herrscht Werbeverbot. Der Hass auf das Monopol der SRG ist offensichtlich stärker als jede Rentabilitäts- oder Konkurrenz-Argumentation.

Lustig, dass der Blick, der ja eigentlich zu Ringier gehört, am allerwenigsten auf dieser Geschichte rumreitet. Bevor es also hier zu einer unansehlichen Liebschaft dreier konkurrierender Verlage kommt, bin ich dafür, dass man DRS3 eine Frequenz zu Gunsten von Energy kappt. Tagsüber kann ich die beiden Radiostationen eh nicht mehr voneinander unterscheiden.

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