Medien-Fusion – Wie die Romands reagieren

Alors, ce sera demain la Tribune de Zurich? 24 Stunden?

Das mag jetzt zwar lustig klingen und sicher, etwas Galgenhumor kann nicht schaden. Doch die Gelassenheit, mit welcher die westschweizer Zeitungen auf die Übernahme der Edipresse durch die TA-Media reagieren, erstaunt mich doch etwas.

L’expérience du groupe Ringier le montre. L’Hebdo ou L’Illustré sont conçus à Lausanne, pas à Zurich, et c’est à cette connaissance de leur public et de leur région qu’ils doivent leur succès„. Schreibt der Le Temps. Ausgerechnet. Die Zeitung gehört selbst zu über 44% bereits zu Ringier. 44,7% hält Edipresse.

L’avenir des médias s’y joue, face à des concurrences que les frontières cantonales font rire.“ Noch können die Romands lachen.. Analog etwa der Le Matin: „Peur de Zurich?“, nö, aber nicht in Lausanne.Wesentlich kleinlauter die übrigen Edipresse-Produkte wie Tribune und 24 Heures. Dort bettelt man lediglich um den Erhalt der Eigenständigkeit.

Für die kleinen Zeitungen wie Liberté und Courrier wird sich ohnehin nichts ändern. Sie mussten sich immer schon gegen Übermächtige Gegner behaupten. Das zeigt sich auch in den Kommentaren.  Übler als es ist, so denken die Romands, kann es ohnehin nicht mehr werden. Würden sie täglich Newsnetz gestalten und solche Artikel schreiben, sähen sie es wohl etwas anders.

Habe die Ehre.

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2 Antworten zu “Medien-Fusion – Wie die Romands reagieren

  1. genau das ist so furchtbar an der Übername: Das Newsnetz. Heute schon konnte man hören, Newsnetz könnte auch für die jetzt übernommenen Titel eingeführt werden. Horror! Denn, wie früher schon auch hier gelesen: Newsnetz soll die Akzeptanz von Themen messen und dadurch den Inhalt der gedruckten Ausgabe mitbestimmen! Absoluter Horror!!!

  2. Wer in einer Redaktionsstube der Romandie arbeitet, hat praktisch nur zwei Zukunftsaussichten:
    Entweder er begnügt sich mit einem Job bei einem noch unabhänigen Lokalblättli, welches bald durch eine agressivere „Regionalisierung“ seitens Edipresse/Tamedia bedroht wird (davon spricht heute zwar noch niemand) oder er macht „Karriere“ bei einem der Edipresse-/Tamedia-Titel. Die Aussichten für die letztgenannte Variante sind allerdings auch nicht rosig, schliesslich werden die heutigen Edipresse-Titel nicht von heute auf morgen rentabler. Also lehnt man sich lieber nicht zu sehr aus dem Fenster und kritisiert besser nicht seinen Arbeitgeber, schliesslich ist ja ein weiterer Stellenabbau vorprogrammiert…

    Die Analyse von Jean-Jacques Roth (Le Temps) ist etwas blauäugig. Sich einzig auf die Erfahrungen betreffend Ringier abzustützen, erscheint mir ziemlich flach. Ringier ist nicht Tamedia und hat selber ausreichend mit Problemen zu kämpfen.

    Das Geschreibsel über mögliche kommende Fusionen im Bereich von SSR-Radio und -TV halte ich für eine absolute Fehleinschätzung. Gerade diese „Fusionsereignisse“ führen dazu, dass die staatlich finanzierten Medien wohl auch weiterhin politische (und finanzielle) Unterstüzung erhalten, dies im Namen der Meinungsbildung und Meinungsvielfalt.

    Und ganz falsch ist das ja nicht: Keiner spricht in diesen Tagen vom Leser/Zuschauer/Zuhörer (kennt den jemand? hat den mal jemand gefragt, was er will?), keiner spricht von den möglichen Konsequenzen auf die Meinungsbildung und Meinungsvielfalt. Denn selbst wenn es morgen eine qualitativ hochstehende „Einheitszeitung“ gäbe, ist dies noch kein Garant für Meinungsvielfalt…

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