Tagesarchiv: 27/02/2009

Google killt Rocky Mountain News

Die USA sind ja immer etwas weiter in der medialen Entwicklung als wir alten Europäer. Während diverse Medien berichten, dass Google im Medienkrieg den Ton verschärft und neuerdings Werbung auf seinem zusammengeklauten US-Newsportal schaltet, ging gestern die älteste Zeitung von Colorado, die „Rocky Mountain News“ hops. Immerhin ein Blatt mit einer Auflage von 200’000 Exemplaren. Gleichzeitig legt die L.A. Times die Kultur- und Unterhaltungsressorts zusammen. Man wolle sich jetzt mehr auf die Berichterstattung aus Hollywood konzentrieren.

Sicherlich, Google ist nicht direkt Schuld an den Ereignissen. Die Wirtschaftskrise beschleunigt hier einen Prozess, der so oder so gekommen wäre. Aber Google trägt zumindest indirekt einen Teil der Verantwortung.  Denn Zeit diesen Prozess zu steuern, bleibt aufgrund der finanziellen Not derzeit kaum.

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Soll der Staat die Printmedien retten?

Wir quacken ja an dieser Stelle gerne mal über die kommende Fastenzeit in der Schweizer Medienbranche. Wir sind allerdings nicht die Einzigen. Auch Rainer Stadler, Medienredaktor der NZZ quackt etwas mit.

Zwei Sachen haben mich dabei zum Nachdenken gebracht. Da beschwört Stadler die kommende Veränderung: „Der Ausleseprozess wird schon bald den Blätterwald drastisch auslichten. Es entsteht eine andere (Medien-)Schweiz„. Aber ein NZZ-Stadler wäre kein NZZ-Stadler wenn er selbst am Rande des gähnenden Abgrunds noch schreien würde: „Wo die Not wächst, ertönt umso schneller der Ruf nach der helfenden Hand des Staats. Sie brächte allerdings kein Heil, sondern schüfe neue unerwünschte Abhängigkeiten„. Konsequent bis zum Untergang.

Das zweite was mein Gehirn angeregt hat, ist die Replik von Norbert Neininger-Schwarz. Gesundheit? Das ist der Chefredaktor und Verleger der Schaffhauser Nachrichten. Neininger-Schwarz fordert in der heutigen NZZ Staatshilfe für die Printmedien. Etwas schüchtern zwar noch, aber doch offensichtlich. „Die missliche Lage haben Politiker erkannt, und wir können damit rechnen, dass bald Förderungsmassnahmen diskutiert werden, die mit staatlicher Einflussnahme einhergehen.“ Er nennt dies: „Den Bannwald der Demokratie schützen„.

Also, nur damit mein Kopf das richtig verstanden hat: Auf der einen Seite brüllt das Volk danach die Billag abzuschaffen und die staatliche Unterstützung für die SRG zurückzufahren. Auf der anderen Seite sehen sich die kleinen Schweizer Medienverlage bereits so an die Wand gedrängt, dass sie im liberalen Flaggschiff der Schweiz nach staatlicher Unterstützung weinen, nur weil sie glauben, Information wäre ein staatstragendes Gut?

Interessante Innenansicht einer dekadenten Berufsgruppe. Zum einen, ja. Zum anderen ist das aber auch ein Problem für die gesamte Schweizer Bevölkerung. Ich kann nur noch einmal darauf hinweisen, dass die TA-Media durch die Wirtschaftskrise zur grossen Gewinnerin wird. Es entsteht mit immer grösserer Wahrscheinlichkeit ein Meinungsmonopol, dass von Zürich aus diktiert werden wird. Und das ist, Liberalismus und Staatshilfe hin oder her, kein praktikables Szenario. Weder für die Politiker noch für die Bevölkerung. Es reicht, wenn wir bereits bei Radio und TV zwei Monopolisten haben. Ich fordere keine Staatshilfe, sondern intelligenten Medienkonsum. Um 20Minuten oder NEWS zu ignorieren braucht es keinen Uni-Abschluss oder ein dickes Porte-Monnaie, sondern nur etwas Willen.

Idiot des Tages: Ottmar Hitzfeld & Newsnetz

Ich weiss, TA-Media-Boykott und so.. Aber da kann ich einfach nicht anders. Wenn der Depp nicht mal ein iPhone richtig in die Kamera halten kann..

Der Depp kann sein iPhone immer noch nicht richtig in die Kamera halten. Und die Newsnetz-Deppen schmücken sich offensichtlich gerne mit fremden Federn.

Ich geh jetzt für meinen Frevel büssen und lege ein paar alte 20Minuten in die Boxen vor meinem Haus.