Tagesarchiv: 26/02/2009

Markus Kavka vs. die Blog-Klauer

Es gibt ein paar Dinge im Leben, die mir Halt geben. Zum Beispiel, dass Blogger uns gerne den einen oder anderen Beitrag klauen, oder dass Markus Kavka zwar älter wird, aber nicht uncooler. Und das, obwohl er bis vor kurzem nicht einmal einen Laptop, geschweige denn ein Facebook- oder Myspaceprofil besass.

Die Blogger klauen zwar munter weiter, Markus Kavka aber ändert seine Taktik. Ab morgen präsentiert er seine neue Online-Sendung „Kavka vs. The Web„, eine Art Myspacer der Woche, eine Nabelschau für Armleuchter, offiziell abgesegnet von Microsoft. Zuerst dachte ich, ich hätte mich verhört. Dieser hodenrasierende Berufsjugendliche (das sind seine Worte, nicht meine), der seine Freizeit bisher in Plattenläden und schummrigen Lokalen verbrachte, der immer auf der Suche nach neuen Bands und schrägen Subkulturen war, verbringt seit ein paar Monaten die meiste Zeit online. Und das auf richtig uncoole Art und Weise. Er added praktisch jeden Penner der ihn auf Myspace anklickt, hört sich bei LastFM durch neue Musik und durchstöbert das Netz nach unbekannten Bands. So wie ein richtiger Nerd halt. Mit Rock’n’Roll à la Kavka-MTV-News hat das wenig zu tun.

Wenn die letzten Bastionen, die einem im Leben halt geben, fallen, dann ist es Zeit sein Konzept zu überdenken. Vielleicht sollte ich auch einfach anfangen, mir meine Blogs zusammen zu klauen.

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Frühjahrsputz mit Mohammed Grübel

Im Leben kann es manchmal schnell gehen. Eben noch lamentierte Marcel Rohner im Club des Schweizer Fernsehens, nun lässt ihn der UBS-Verwaltungsrat fallen. Sein Nachfolger wird, oho, Oswald Grübel. Der pensionierte „I’ll be back“-Mann im Bankenbusiness.

Von den Zeitungen wird Grübel als Manager gefeiertder die CS vor dem Schlimmsten bewahrt“ hat. Hauptsächlich ihm sei es zu verdanken, dass die Schweizer Grossbank nicht ganz so stark zur Kasse gebeten wurde, wie die direkte Konkurrentin. Dass auch Grübel die Krise völlig falsch eingeschätzt hat, wird heute nicht mal von der NZZ erwähnt. Noch im Oktober 2008 empfahl er den Lesern der Handelszeitung: „Kaufen sie jetzt„, „der Markt wird um 30% steigen“ und „die Schweiz wird als Gewinnerin aus der Krise hervorgehen„. Ein Thor wer ihm glaubte.

Dieser zu Recht pensionierte Prophet soll nun also die UBS aus der „Vertrauenskrise“ führen, wie der Verwaltungsrat meint. Grübel gilt gemeinhin als Hardliner. Als einer, der einen Betrieb auch mal komplett umkrempeln kann. So gesehen ist das „UBS-Memo“ von heute früh die Ankündigung eines rigorosen Frühjahrsputzes. Damit dürfte wieder etwas Ruhe bei der UBS einkehren. Zumindest solange Mohammed Grübel ausschliesslich den Putzeimer fest in der Hand hält.