Tagesarchiv: 25/02/2009

Blöder mit Blick – heute: Die Wahl des neuen Armeechefs

Diese Story musste einfach ins Auge gehen. Nicht, dass wir das nicht geahnt hätten.. Wir wollten einfach noch einmal darauf hinweisen, dass der Blick absolut kein visionäres Potential  mehr hat. Diese Zeitung ist Geschichte.

Und weils so schön war, gibt´s das Highlight im Replay:

Aber BLICK weiss schon jetzt: Gewählt wird Divisionär Hans-­Ulrich Solenthaler, der Wunschkandidat des neuen VBS-Chefs Ueli Maurer.

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Wenn der Messias keine Wunder mehr vollbringt..

Wenn Schweizer Verlagsleiter an Podiumsgesprächen über das Medium „Internet“ und die Zukunft der Zeitungsbranche sprechen, fällt mindestens einmal das magische Wort „Spiegelonline“. Wie Excalibur trohnt SPON jeweils über dem geknickten Haupt der Zeitungsbranche, bereit mit seinem Glanz Morgan Le20Minuten und mit ihr das Übel der neuen Welt zu vertreiben. SPON sei die Zukunft, SPON sei der Beweis, SPON sei der Messias, der uns aus der Anzeige-Misere führen werde, in welche uns Gratiszeitungen, Wirtschaftskrise und das Web 2.0 gerissen haben.

Was mich jeweils erstaunt: Selbst gestern, letzte Woche oder letzten Monat war SPON noch immer der unwiderlegbare Beweis dafür, dass es auch in Krisenzeiten mit investigativem Journalismus vorwärts gehen kann. Wenn ich solche Aussagen höre, frage ich mich: Wie schlimm muss es eigentlich noch kommen, damit diese Lüge endlich enttarnt wird? Mal ganz abgesehen davon, dass weder Wanner, Ringier noch die TA-Media die Mittel, die Qualität und das Publikum von SPON zur Verfügung haben, häufen sich in letzter Zeit die Meldungen, dass es auch beim Spiegel nicht mehr all zu rosig aussieht. Der Kioskverkauf ist eingebrochen, der Anzeigenumsatz ging in den letzten Monaten markant zurück und gestern beweinte auch Ove Saffe, Verlagsleiter beim Spiegel zum ersten Mal die Wirtschaftskrise mit den Worten: „Es wird noch viel schlimmer werden, als wir es uns bisher vorstellen können„. Und er ergänzte: „Wir müssen in Zukunft mit deutlich weniger Geld auskommen, ohne dabei an der journalistischen Qualität des Blattes zu sparen„. Wenn selbst der Messias mit Floskeln um sich schmeisst, müssten die Jünger langsam Angst kriegen.

Wer also immer noch glaubt, der berner Bund habe im Moment eine Zukunft, Vogt-Schild plane einen raschen Einstieg in Bern oder die Basler Zeitung werde auch nächstes Jahr noch unabhängig erscheinen, der sollte endlich aufwachen. Wenn selbst der Messias beim Gehen übers Wasser einsinkt, wäre es Zeit für ein neues Weltbild und eine neue Religion.