Tagesarchiv: 24/02/2009

Schnäppchen des Tages

Ich hätte nicht gedacht, dass diese Rubrik im Blick am Abend mal von Nutzen sein könnte..

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„Gioia flennt“ – Gölä auch

Das erste Mal seit dieser Retorten-Mist im TV läuft gab’s was zu lachen. Zum einen verdanke ich das dem Produzenten der Basler Zeitung, der in Sachen Titelwahl nicht nur Björn Hering, Franka Potente und dem Schweizer Fernsehen ans Bein gepinkelt hat, sondern auch Thomas D, den Castingformaten und allen minderjährigen Möchtegern-Stars.
Zum anderen gebührt der Dank aber auch dem Musiker Göla, der nun, so lässt seine Reaktion vermuten, mit Gioia im Akkord flennt. Schön finde ich auch, dass Göla heute der Aargauer Zeitung sagte: „Die Gefahr ist jetzt sehr gross, dass die Sendung verkommt“. Ja, dieser Leuchtturm an Qualität und Fairness steht nun im Bunde des Bösen, welch Schande!

So schliessen wir mit einem Zitat des Handwerkers, der da ernsthaft sagte: «Ich muss mir jetzt überlegen, ob ich noch mitmachen will. Auf jeden Fall muss etwas geschehen, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann.»

Herr Sven Sarbach, wir hätten auch schon eine Idee: Am besten sie schaffen die Kiste einfach ab. Konsequent, effizient und gratis.

Update 1800: Wenn Sven Sarbach nicht hinkriegt was man fordert, kann man zum Glück auf Göläs „Büezerhärz“ vertrauen. Der Musiker hat sich  soeben selber aus der Jury geworfen. Es muckt mich das zu zugeben, aber das war schon fast sympathisch.

Held des Tages: Peter Hartmeier

Es ist schon interessant mit anzusehen, wie sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten die Negativmeldungen häufen und damit einer gewissen kopflosen Panik den Weg ebnen. Ich habe mir zwar geschworen die TA-Media zu ignorieren. Wenn aber ein alter, erfahener Hase die Stimmung in einem Leitartikel so auf den Punkt bringt, dann mache ich gerne eine Ausnahme. Denn, da hat Peter Hartmeier meiner Ansicht nach recht:

Derzeit sind wir ein Land ohne Führung.

Natürlich freuen wir uns, wenn ein Bundesrat Zeit findet, dem Kunstmaler Hans Erni zum 100. Geburtstag zu gratulieren. Und selbstverständlich finden wir den Asien-Trip unserer Wirtschaftsministerin inspirierend. Gebannt beobachten wir den Streit von Bundesrat Pascal Couchepin mit den Ärzten. Wir verstehen, dass unsere Bundesräte ihre Tage irgendwie ausfüllen müssen – bestünde da nicht noch ein anderes Problem. Ein kleiner Zwist mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit gewinnmaximierenden Bankmanagern, die angeblich Untaten begangen haben. Mit einer Grossbank, die durch ihre Schräglage unsere Volkswirtschaft gefährdet. Mit Bankkunden, die das Vertrauen in den Schweizer Rechtsstaat verlieren. Mit unbescholtenen Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, die plötzlich verdächtigt werden, Profiteure eines Schurkenstaates zu sein. Die Eidgenossenschaft durchlebt eine der härtesten Krisen der letzten 50 Jahre. Und wieder wird das Land nicht regiert. Weder übernimmt der Bundespräsident die Führung, noch agiert die Aussenministerin. Und in der Diplomatie fehlen offensichtlich Köpfe: In seinen besten Zeiten wäre jetzt ein Franz Blankart eingesprungen oder ein Thomas Borer. Bis vor zehn Jahren bestanden enge Beziehungen zu Deutschland, das oft die Interessen der Schweiz in der EU vertrat. Heute agieren in Berlin mangels eidgenössischen Lobbyings fast nur noch Gegner unseres Landes. In Washington sollen diese Woche einige Schweizer Parlamentarier für die Interessen des Finanzplatzes weibeln. Sie werden böse Überraschungen erleben, weil ein Krisenmanagement nicht aus dem Stegreif organisiert werden kann. Am schlimmsten ist die fehlende Glaubwürdigkeit und Akzeptanz: Manager, deren Horizont nur aus Zahlen besteht, verstecken sich tatsächlich besser in der Anonymität; Politiker, die unser Land international in die politische Isolation trieben, schweigen richtigerweise. Die Bildung einer Taskforce ist eine gute Idee, mit der auch die unselige Trennung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug beendet werden kann. Dafür braucht es aber eigenständige Persönlichkeiten, die gegen innen Unpopuläres sagen und gegen aussen als mutige Interessenvertreter überzeugen.