Tagesarchiv: 20/02/2009

Blöder mit Blick – Heute: Haie in der Wirtschaftskrise

Die aktuelle Wirtschaftskrise hat auch Auswirkungen aufs Tierreich. (Und damit ist nicht nur Luxus-Bauer D.M. (Name der Redaktion bekannt) gemeint, der in Argentinien Edel-Rinder züchtet und 2009 einen Umsatzrückgang hinnehmen muss). Zum Beispiel auf die Knorpelfische, erzählt mir heute der Blick.

Weniger Hai-Angriffe – dank Krise

Wer nun denkt, dass die Haie in Australien und Hawaii deutlich weniger an den Stränden aufkreuzen, weil sie den ganzen Tag über damit beschäftigt wären Börsenkurse zu studieren, der hat sich getäuscht. Die Leute machen weniger Ferien am Strand, darum sei die Zahl der Haiangriffe deutlich zurück gegangen.

Was für eine News. Wer diese Art von Journalismus betreibt, hat jeden Tag eine Titelgeschichte zu verkünden. Morgen zum Beispiel:

Weniger Ski-Unfälle – dank Krise

Weil die Leute 2009 weniger Ferien in den Bergen machen, geht die Zahl der Skiunfälle drastisch zurück. Übermorgen dann:

Mehr Hautkrebs – dank Krise

Man muss mit den Schlagzeilen etwas variieren, sonst wirds langweilig. Und weil die Leute ja jetzt kein Geld für Ferien mehr haben und im Frühling in Massen arbeitslos werden, sitzen sie im Sommer den ganzen Tag draussen an der prallen Sonne, ohne Geld für Wasser und Sonnencreme.

Idiot des Tages: UBS

Langsam aber sicher geht mir die UBS-Polemik auf den Senkel. Und damit auch alle beteiligten.

Allen voran die Herren Hans-Rudolf Merz, Peter Kurrer, Marcel Ospel, Marcel Rohner sowie die ganze FINMA-Crew. Während Merz gestern an der Pressekonferenz sichtlich bemüht war, die Wogen zu glätten, weinten Kurrer und Rohner ihr bedauern in die Kamera. Logisch, sie stehen ja auch beim Schweizer Bürger mit 6 Milliarden in der Kreide. Da kann etwas Weinen nicht schaden. Die UBS darf übrigens gerne auch weiterhin Steuerflüchtlingen (wie z.B. Mobutu Sese Sekos Familie, Kabilas Cousine oder Mugabes Tochter, die allesamt noch auf dem Markt zu haben wären) in Hongkong oder Singapur Asyl gewähren. Aber dann soll sie dies alleine tun und nicht mit meiner finanziellen Unterstützung.

Während sowohl die Deutsche wie auch die Schweizer Qualitätspresse bereits den Niedergang des SchweizerBankengeheimnisses besingen, hätte ich gerne eine Aufarbeitung der Ereignisse und eine erneute Überprüfung der Vergabekonditionen des Milliardenkredites an die UBS. Es kann nicht sein, dass der Schweizer Bürger indirekt mit seinen Steuern die kriminellen Machenschaften eines globalen Unternehmens begleicht. Und, ich hätte gerne erläutert, inwiefern die Geschäftsentscheide der folgenden Herren für die jetzige Situation mitverantwortlich sind.

Peter Wuffli

Marcel Ospel

Und anschliessend hätte ich noch gerne ausserordentliche Gesamterneuerungswahlen im Bundesrat. Und die Abwahl von Hans-Rudolf Merz. Dieser inkompetente Hallodri. Und dann noch Weltfrieden. Und eine Reise zum Mars.