Medialer Rufmord – Oder wie ich Tokio Hotel zerstört habe

Hier ein kleiner Leitfaden wie man das Internet zur Rufschädigung nutzt:

Am 10. Februar wurde ein gewisser Thomas Kaulitz mit heftigen Unterleibsschmerzen ins Albertinen Hospital in Hamburg eingeliefert. Die Diagnose: Genital-Herpes. Ein Hamburger Medizinstudent, der derzeit in diesem Spital ein Praktikum absolviert, realisierte beim Durchlesen der Med-Charts, dass es sich dabei doch um Tom Kaulitz, den Gitarristen der Schrei-Band Tokio Hotel handeln könnte. Kaum zu Hause erzählte er die Geschichte seinem Cousin, dieser plapperte die Neuigkeit bei Freunden aus und schon bald kursierte unter Tokio-Hotel-Fans das Gerücht, Tom hätte sich durch seinen exzessiven Sexkonsum eine schmerzhafte Pimmel-Krankheit eingefangen und er könne fortan vermutlich nur noch mit der Gitarre, nicht aber mehr mit seinem Piepmatz spielen.

Klingt gut oder? Stand heute morgen denn auch fett im „Le Matin“:

Agé de 19 ans, le musicien a été hospitalisé mardi dernier.

Die Wahrscheinlichkeit aber, dass es mehr als einen Thomas Kaulitz in Deutschland gibt, ist ziemlich hoch. Vermutlich gibt es sogar mehr als einen Tom Kaulitz mit Genital-Herpes im Raume Hamburg. Zudem kommen die Jungs von Tokio Hotel aus Magdeburg und nicht aus Hamburg. Aber egal. Wen stört das schon. So kursiert das wunderschöne Gerücht fleissig von Promi-Seite zu Promi-Seite. Die Jungs von Tokio-Hotel schwafeln etwas von Blinddarm und Gustav und morgen steht’s dann vermutlich als verbürgte Meldung gross im 20 Minuten. Nein, Entschuldigung, bei Newsnetz natürlich – der verbürgten Qualitätsseite der TA-Media.

Manchmal kann ein Hoax richtig lustig sein.

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Eine Antwort zu “Medialer Rufmord – Oder wie ich Tokio Hotel zerstört habe

  1. *gäähnnnn* …….wird Zeit, dass das neue Album erscheint …damit alle Dummschwätzer der Welt mal wieder was anderes zu tun haben, als Gerüchte in die Welt zu setzen.

    ABER: spannend ist es schon, wie schnell sich im Internet Nachrichten verbreiten …das hat etwas interessantes, etwas schönes und etwas beunruhigendes gleichermassen an sich.

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