Post Personal News – Ein teurer Spass

Dass die Post im Zeitungsmarkt mit mauscheln will, ist bekannt. Nicht klar war mir allerdings, wie genau die Post dies anstellen will. Da die Printmedien aus verständlichen Gründen einen grösseren Bogen um das Thema machen, hat mir die Tagesschau gestern etwas ausgeholfen.

Was heisst hier etwas. Der Beitrag war gut.  (An Stefan Tabacznik habe ich im Normalfall nicht viel auszusetzen)

Sendung (Wie immer bei SF funzt der Link nicht): Personal News vom 2.2.2009

Die Idee der Post ist folgende: Aus einem Angebot an Zeitungsseiten stellt sich der Rezipient seine persönliche, so genannte „personal news“-Zeitung zusammen. Das heisst : beispielsweise Inland vom Tages Anzeiger, Regionalteil der Südostschweiz und dazu den Wirtschaftsteil der Washington Post. Klingt gut? Leider nur vordergründig.
Erstens beteiligen sich nur wenige Zeitungen an dem Projekt (20). Davon stammt die Mehrheit aus dem Ausland. NZZ, Bund oder Basler Zeitung sucht man beispielsweise vergeblich. Dafür kriege ich das Zofinger Tagblatt. Juhui.
Zudem lässt sich die Zeitung elektronisch wie auch „druckfrisch“ ordern. Das bedeutet: Die Post druckt die einzelnen Angebote und lässt sie anschliessend ausliefern. Dummerweise arbeitet das genannte Druckzentrum laut Tagesschau bereits mit 100 Exemplaren am Limit, so dass sich eine Kapazitätssteigerung auf die Lieferkosten auswirken dürfte.

Das ganze läuft als Versuch, hört man hier und da, und soll bis Ende Februar erste Ergebnisse liefern. Manchmal heisst es, die maximale Teilnehmerzahl sei bereits erschöpft und liege bei 100 Personen, dann wiederum liest man von über 300 Abonnenten, die der Service bereits haben soll.

Bestellen kann man den Wisch allerdings immer noch. Ich habs probiert. Und dann gemerkt, dass die „personal news“ weit teurer ist, als jede Tageszeitung, die ich am Kiosk kaufen kann.
So gesehen, ist das Projekt in meinen Augen gelaufen. Auf Wiedersehen.

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4 Antworten zu “Post Personal News – Ein teurer Spass

  1. Die Zahl „100“ hat mich auch aufhorchen lassen, die Idee an sich fände ich gar nicht so schlecht, wenn sie vor 15 Jahren lanciert worden wäre.

  2. Pingback: PersonalNews: So werden morgen Zeitungen gemacht? | relevant media. now.

  3. Eure Diskussion ist ja erstaunlich!
    PersonalNews finde ich den Hammer, soetwas hat bisher noch niemand gemacht. Zudem ist der Test (der bis Ende März verlängert wurde) kostenlos! Wem das zu teuer ist – gut – der ist wohl nicht in der Zielgruppe von PersonalNews ;).
    Zudem ist die nur die Druckausgabe in Zürich begrenzt – die PDF-Version dürfte unbeschränkt sein. Die Begrenzung liegt nach meinen Informationen auch am Druck. Stellt Euch vor Ihr Druckt 100 PersonalNews am Tag und verteilt diese kostenlos! Das sind keine unerheblichen Kosten. Das ist mehr als logisch.

    Ich bin begeisterter PersonalNews-Leser und hoffe, dass es Persoanlnews auch in Zukunft geben wird.

    Viel Erfolg!

  4. Don Pedro

    Das Konzept wäre nach EU-Recht wie nach deutschem Recht wohl unzulässig, weil wohl Verstoß gegen Wettbewerbsrecht.
    Nicht sofort, aber bei Erfolg.
    Sorry für die Druckpresse, es gibt kein Zurück. Die Zukunft des Journalismus ist weder Druckpresse noch Blogs noch Fernsehen. Die Welt wird anders werden, als sie war, und sicherlich nicht so, wie ein Denken von Gestrigen meint, dass sie sein müsse.
    Das Einzige, was sicher ist, guter Journalismus wird nie untergehen, weil rund 20 % der Bürger guten Journalismus wollen. Nur wird er bald nie wieder funktionieren, wie er heute noch ist.
    Netter Ansatz ist beispielsweise http://infos7.com – ist keine Schleichwerbung, weil ich offen sage, ich gehöre zur Truppe dort.

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