Diederichsen zur Partizipation

„Der gerne für die Gegenwart diagnostizierte Paradigmenwechsel im Verhältnis zwischen Wirtschafts- und Rechtsordnungen westlicher Demokratien besagt, dass Gerechtigkeit und Repräsentation als Ideale durch die des Zugangs und der Partizipation ersetzt worden sind. Damit sind die Subjekte ihrer Rückzugsgebiete in Faulheit, Negation, Kunst etc. beraubt und haben, wenn sie überleben wollen, keine andere Wahl als mitzumachen: Bei der Netzwerkkultur, dem Konnektivitätsimperativ folgend, ständig verbunden sein und zur Verfügung stehen – das allein sichert den Zugang, der im Mittelpunkt des neuen Modells steht. Mit dessen Verlust gehen aber auch die alten demokratischen Güter mit verloren: Gleichheit, Repräsentiertheit und Verteilungs-Gerechtigkeit. Diese Vorzüge bleiben nur denen, die in jedem Sinne des Wortes mitmachen.“ (S. 275f)

Legt das denen, die mitmachen, die Verpflichtung auf, für Gleichheit, Repräsentiertheit und Verteilungs-Gerechtigkeit zu sorgen?

Diederichsen, D. (2008). Eigenblutdoping. Selbstverwertung, Künstlerromantik, Partizipation (p. 256). Kiepenheuer & Witsch Verlag.

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